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BAD STAFFELSTEIN

Gerdau-Gala im Gipfeltreffen

KSC Staffelstein 070919 31 Gerdau
Spielt aktuell wie entfesselt: Marcus Gerdau vom SKC Staffelstein. Gegen Serienmeister Zerbst stellte Gerdau einen neuen Bahnrekord auf. Foto: Archiv/sportpress

Kegeln

Das Gipfeltreffen in der Kegel-Bundesligia zwischen dem SKC Staffelstein und dem SKV Rot-Weiß Zerbst endete ohne Sieger: Durch das 4:4-Unentschieden behauptet der SKC aber seinen Platz an der Tabellenspitze vor dem Dauermeister aus Zerbst.

Bundesliga, Männer

SKC Staffelstein – SKV Rot-Weiß Zerbst 4:4

In den Startduellen hatten es Timo Hehl mit Manuel Weiß und Mathias Dirnberger mit Florian Fritzmann zu tun. Hehl fand schwer in sein Spiel und lag nach 60 Wurf deutlich zurück. In der zweiten Spielhälfte steigerte sich der Staffelsteiner und betrieb Schadensbegrenzung.

Hehl unterlag trotzdem deutlich mit 1:3 Sätzen und 610:645 Kegeln. Dirnberger zeigte sich im Vergleich zum ersten Saisonspiel verbessert und lag nach drei Bahnen aussichtsreich mit 2:1 Sätzen und 479:471 in Führung. Als der Zerbster Fritzmann auf der Schlussbahn noch einmal aufkam, verlor Dirnberger die Sicherheit – und den möglichen Mannschaftspunkt mit 2:2 und 624:631 Kegeln. Beide Startduelle gingen an den Favoriten, der sich einen Vorteil von 42 Holz erspielte.

Die Mittelpaarung des SKC mit Christopher Wittke und Marcus Gerdau bekam es mit den beiden Bamberger Neuzugängen der Gäste, Kunze und Wilke, zu tun. Wittke ging es ähnlich wie Hehl. Er fand nicht in sein gewohntes Gassenspiel und lag schon nach drei Bahnen mit 0:3 und 449:484 hinten. Auf der Schlussbahn zeigte er allerdings sein Potential und holte mit 175:148 fast den gesamten Rückstand auf und unterlag nur knapp mit 624:631).

Entfesselter Gerdau dreht Spiel

Zu den Leistungen des Staffelsteiners Marcus Gerdau gehen langsam die Superlative aus. Schon in den ersten beiden Spielen war Gerdau der überragende Staffelsteiner. Doch was er in diesem Spiel auf die Bahn zauberte, war eine Galavorstellung vom Feinsten.

Gegen seinen früheren Verein war Gerdau von der ersten Kugel an voll konzentriert und hochmotiviert, spielte einen perfekten Wurf nach dem anderen und schraubte den Bahnrekord auf der Anlage der TSG Bamberg auf sagenhafte 706 Kegel. Sein Gegenspieler Christian Wilke wurde zum Statisten, obwohl er mit 640 Kegeln ebenfalls ein sehr gutes Spiel ablieferte.

Staffelstein drehte den Rückstand in einen Vorsprung von 16 Kegeln. Allerdings entschied der SKC erst ein Duell für sich, weshalb es 3:3-Unentschieden stand. „Es hat mich gefreut, dass meine 706 dazu beigetragen haben, das Spiel offen zu gestalten. Es ist aber schade, dass es nicht zum Sieg gereicht hat, der aufgrund des Mannschaftsergebnisses sicherlich nicht unverdient gewesen wäre“, sagte der Spieler des Spiels nach der Begegnung. Gerdau weiter: „Mit 3877 Kegeln haben wir ein sehr gutes Resultat erzielt und vor allem auch als Team wieder besser und geschlossener agiert. Das sollte uns Auftrieb für die weiteren Spiele geben.“

Die abschließenden Paarungen mit Boris Benedik gegen Jürgen Pointinger und Uros Stoklas gegen Igor Kovacic versprachen Spannung und hochklassigen Kegelsport. Benedik zeigte sich im Vergleich zu den Vorwochen wie ausgewechselt. Dynamisch und hochmotiviert machte er ein starkes Spiel und ließ seinen Kontrahenten nicht ins Spiel kommen. Der Zerbster Teamchef Timo Hoffmann sah sich schon nach 30 Wurf gezwungen, Pointinger durch Daniel Aubelj zu ersetzen. Doch auch dieser blieb nicht an dem ehemaligen Zerbster Leistungsträger dran, so dass dieses Duell deutlich mit 4:0 und 659:578 für den Slowenen endete.

Stoklas sichert Unentschieden

Das letzte Duell des Tages zwischen Stoklas und dem serbischen Weltmeister Kovacic sollte die Entscheidung bringen. Bei den Vollen startete Stoklas mit 114 Holz auf die ersten 15 Wurf stark, doch eine kleine Schwäche im Abräumen nutzte Kovacic sofort zum Satz-Sieg. Auch die zweite Bahn gewann der junge Serbe und brachte den slowenischen Routinier unter Zugzwange. Stoklas versuchte nun alles, um das Spiel zu drehen. Trotz 168 Kegeln hatte „Igi“ immer die bessere Antwort und machte den Mannschaftspunkt mit 186 Gesamtkegeln vorzeitig klar. Mit einer 171er Schlussbahn und gesamt 654 Kegel zeigte Stoklas ein starkes Spiel und sorgte somit dafür, dass das Unentschieden über die Gesamtkegeln nicht mehr in Gefahr geriet.

Mit 3877:3784 Kegeln, gingen die zwei Extrapunkte deutlich an das Team vom Staffelberg. Aufgrund der vier verlorenen Einzelduelle endete das Spiel 4:4 unentschieden. Somit bleibt Staffelstein Tabellenführer vor den punktgleichen Zerbstern. Das Ziel des SKC Staffelstein, die Saison so lange wie möglich offenzuhalten, ist erst einmal erreicht. Allerdings waren sich die Gastgeber einig, dass an diesem Tag auch ein Sieg möglich gewesen wäre. (md)

Die Statistik

SKC Staffelstein – Rot-Weiß Zerbst 4:4 (13:11-Satzpunkte, 3877:3784 Holz)

Dirnberger – Fritzmann 2:2 (624:631)

Hehl – Weiß 1:3 (610:645)

Gerdau – Wilke 4:0 (706:640)

Wittke – Kunze 1:3 (624:632)

Benedik – Pointinger/Aubelj 4:0 (659:578)

Stoklas – Kovacic 1:3 (654:658)

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