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LICHTENFELS

Abschied einer ACL-Symbolfigur

Ringen AC Lichtenfels
Time to say Goodbye: Christoph Meixner verabschiedet sich vom Lichtenfelser Publikum. Nach 14 Jahren in ACL-Mannschaften beendet der 29-Jährige seine Karriere. Foto: Gunther Czepera

Der Kapitän geht von Bord. Wie kaum ein anderer steht Christoph Meixner für den AC Lichtenfels, für den er sich Jahr für Jahr auf die Matte stellte. Nicht zuletzt, um ein Zeichen für kommende Ringer zu setzen. „Ich will den jungen Ringern zeigen, dass das Team an erster Stelle steht und dass man den Weg mitgehen muss, auch wenn er steinig ist.“

Der Weg auf die Matte war für Christoph Meixner vorgezeichnet. Sein Vater und seine Onkel waren leidenschaftliche Ringer und mit fünf Jahren stand Meixner erstmals für den ACL auf der Matte. Hans Wegner weckte im jungen Christoph Meixner die Leidenschaft für das Ringen. Unter Matthias Fornoff und Günter Montag war der heute 29-Jährige einer von zahlreichen und erfolgreichen Aktiven, die den Sprung in den Männer-Bereich schafften.

Bundesliga-Debüt mit 17 Jahren

Über die erfolgreiche Schüler-Mannschaft feierte Meixner auch bei den Männern Erfolge bei deutschen Meisterschaften. Sein Ziel: die erste Mannschaft des AC Lichtenfels. Dieses Ziel erreichte Meixner bereits mit 17 Jahren. Der ACL war 2007 gerade in die Bundesliga aufgestiegen und das Lichtenfelser Talent musste eine weitere Herausforderung meistern. Da beim ACL die Klasse bis 74 Kilogramm besetzt war, musste Meixner im Mittelgewicht (bis 86 kg) antreten. „Als die Personaldecke in den oberen Gewichtsklassen dünner wurde, musste ich ein ums andere Mal in der Klasse bis 98 Kilogramm aushelfen“, sagt Meixner über seine ersten Jahre, ehe er zur Stammkraft im Halbschwer- und schließlich Schwergewicht wurde. Eine Aufgabe, die „nicht immer die einfachste war“, die er aber auch in der gerade zu Ende gegangenen Saison wieder eingenommen hatte. 2015, als sich der AC Lichtenfels freiwillig aus der Bundes- in die Bayernliga zurückzog, blieb Christoph Meixner dem Verein treu. Die Bundesliga-Mannschaft war zu großen Teilen weggebrochen, doch in einem zusammengeschweißten Kernteam stieg Meixner zum Kapitän auf. Zwei Jahre später ist die Rückkehr in die Oberliga geschafft. Nach einer 2018-er Saison ohne Punktverlust kehrten Meixner und der ACL in die Bundesliga zurück. An den Siegeszug durch die bayerischen Ligen erinnere sich Meixner besonders gerne zurück.

Nun hat der 29-Jährige einen Schlussstrich gezogen. Der Abschied von der Matte fällt ihm aber freilich schwer. „Wenn man über so viele Jahre in eine Mannschaft hineinwächst, wird diese gewissermaßen zu einer zweiten Familie“, sagt Christoph Meixner über die letzten 14 Jahren, in denen er für Lichtenfels gerungen hat. Berufsbedingt erst in Würzburg, schließlich in München Zuhause, sei es nicht immer einfach gewesen, seine Mannschaft zu unterstützen. Ein Wechsel stand für den Lehrer aber nie in Frage. Obwohl sich die Zeit in Lichtenfels in den letzten Jahren vermehrt auf die Saison konzentrierte, war Meixner immer einer, der das Team zusammenhielt. Nun sieht der 29-Jährige die Zeit gekommen, seine Schuhe an den Nagel zu hängen und sich im nächsten Jahrzehnt auf anderes zu konzentrieren. Den beruflichen Aufgaben und den privaten Interessen die angemessene Zeit zu widmen, war bei dem enormen Trainingspensum, um auf höchstem Niveau auf der Matte stehen zu können, kaum möglich. Den Spagat Beruf, Privatleben und Ringen als Leistungssportler zu vereinbaren, erschweren zudem die rund 260 Kilometer zwischen München und Lichtenfels.

Abschied mit Ausrufezeichen

Dass Meixner seit Längerem Knie- und Knöchel-Probleme plagen, verstärkte seine Entscheidung, die Karriere zu beenden. 2019 in seine letzte Saison zu gehen, stand im Vorfeld fest. In seinem letzten Jahr setzte der Kapitän noch einmal ein Ausrufezeichen und tritt an der Spitze ab.

Zu Beginn des Jahres löste Meixner als bayerischer Vizemeister das Ticket zur „Deutschen“. Monate später stellte der 29-Jährige seine tragende Rolle und seinen Stellenwert beim ACL erneut unter Beweis. Mit zwölf Bundesligakämpfen war Meixner der Lichtenfelser mit den meisten Einsätzen. Auch wenn für den ACL die Saison ohne Punkt zu Ende ging, feierte Meixner auf seiner Abschiedstournee einige Erfolge. Der 29-Jährige wiederholte das Kunststück, wie damals als Youngster auch in der vergangenen Saison einigen internationalen Größen in der Bundesliga ein paar Punkte abzujagen.

Der gelungene Armzug gegen den Olympioniken und Schwergewichtler Daniel Ligeti bleibe ihm als ein Highlight seiner Karriere in Erinnerung. Den ACL sieht Meixner in guten Händen und hofft, „dass in Zukunft wieder zahlreiche Jugendliche wichtige Erfahrungen machen und eine erfolgreiche Zeit als Ringer erleben dürfen - ähnlich wie ich das durfte“. (dam)

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