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KREIS LICHTENFELS

Zwei überm Strich, zwei drunter

Ebensfeld
Einen tollen Lauf legten die Ebensfelder in den letzten fünf Spielen vor der Winterpause hin. Hier bejubelt das Team den 3:2-Siegtreffer von Leon Holzheid gegen den TSV Marktzeuln kurz vor Schluss. Foto: Gunther Czepera

Fußball

Der SC Sylvia Ebersdorf wurde vor Saisonbeginn der Bezirksliga Oberfranken West als Titelanwärter Nr. 1 von der Konkurrenz genannt. Diese Erwartungen haben die Fußballer von Trainer Dieter Kurth erfüllt. Die Ebersdorfer gehen als Tabellenführer in die Restrückrunde, haben zwar nur zwei Punkte Vorsprung vor dem Aufsteiger TSV Burgebrach, dürfen aber noch zwei Spiele mehr bestreiten. Eine Serie von acht Siegen und zuletzt ein 2:2 gegen Mitwitz brachte Ebersdorf den Platz an der Sonne.

Am Tabellenende fristen dagegen vor allem die Clubs aus der Region Obermain ihr Dasein. Zeitweise nahm das Quartett TSV Ebensfeld, SpVgg Ebing, TSV Marktzeuln und SC Jura Arnstein die letzten vier Plätze ein.

Die Rote Laterne trägt zur Winterpause Aufsteiger Arnstein mit nur acht Zählern. Für die Jura-Boys wird es schwierig, in den verbleibenden zwölf Partien noch elf Punkte zum Relegationsplatz aufzuholen.

Einen Platz davor mit sechs Zählern mehr liegt die SpVgg Ebing, allerdings mit sechs Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsrang. Hier ist der Trainerwechsel schnell verpufft.

Auf sichere Ränge kletterten der TSV Marktzeuln und der TSV Ebensfeld, der mit Interimstrainer Andreas Gebhard aus den letzten fünf Partien 13 Punkte holte. Für alle vier Teams wird es noch ein langer Weg im Kampf um den Liga-Verbleib.

Wir sprachen mit den Verantwortlichen der vier Klubs.

TSV Ebensfeld (10./22)

Der erste Saisonsieg stellte sich erst nach fünf Runden ein. Es sollte der einzige in der Vorrunde bleiben. Worin lagen die Gründe, dass es auch danach nicht lief und bis zum 16. Spieltag nur noch sechs Punkteteilungen heraussprangen?

Thomas Häublein (Abteilungsleiter): Nach einer guten Vorbereitung sind wir zuversichtlich in die Saison gestartet und hatten uns zum Ziel gesetzt, am Anfang möglichst viele Punkte zu sammeln, um nicht wie im Vorjahr wieder bis zum Schluss um den Klassenerhalt bangen zu müssen. Der Punktgewinn zum Saisonauftakt gegen den hoch gehandelten TSV Mönchröden machte Hoffnung. Allerdings verletzte sich in diesem Spiel gleich Innenverteidiger Florian Storath schwer. Neben zahlreichen weiteren verletzungsbedingten Ausfällen schwächten wir uns noch zusätzlich durch zwei Platzverweise und so fanden wir uns schnell auf einem Abstiegsplatz wieder. Auch nachdem der Kader bis auf zwei Langzeitverletzte wieder komplett war, schafften wir es jedoch nicht mehr, das Ruder herumzureißen. Obwohl wir teilweise ebenbürtig waren, standen wir am Ende vor allem auch wegen der mangelnden Chancenverwertung mit leeren Händen da. Nach der Niederlage gegen den TSV Sonnefeld haben wir uns dann für die letzte Option Trainerwechsel entschlossen.

Worauf führen Sie die Leistungsexplosion von 13 Punkten zurück, als Andreas Gebhard für die letzten fünf Spiele das Kommando übernahm?

Wenn ein neuer Trainer auf der Kommandobrücke steht, erhofft man sich natürlich immer, dass ein Ruck durch die Mannschaft geht. Mit Andi Gebhard ist uns ein echter Glücksgriff gelungen. Die Chemie zwischen Mannschaft und Trainer hat einfach zu 100 Prozent gepasst. Er ist ein akribischer Arbeiter, der sich bereits nach wenigen Tagen im Amt voll integriert hat und so den Jungs neues Leben eingehaucht hat. Leider wird er uns nach der Winterpause aus persönlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung stehen, was er uns bereits bei Amtsantritt mitgeteilt hat.

Der Kampf, am Ende über dem Strich zu stehen, geht nach der Winterpause mit dem neuen Trainer Stefan Sperber weiter. Was erwarten Sie vom neuen Coach und von der Mannschaft?

Die Messlatte für unseren neuen Trainer Stefan Sperber liegt jetzt natürlich hoch. Aber er stand von Anfang an auf unserer Liste ganz oben, was die Nachfolge von Gebhard betraf. Schnell konnten wir feststellen, dass die Chemie passt. Seine Vorstellungen, Fußball spielen zu lassen, mit Attributen wie Zweikampfstärke, Moral und Leidenschaft, decken sich zu 100 Prozent mit unseren Erwartungen an die Mannschaft. Zudem ist das Engagement längerfristig geplant.

TSV Marktzeuln (11./21)

Der Saisonstart war mit sechs Niederlagen am Stück katastrophal. Worin sehen Sie die Gründe für diesen Fehlstart?

Lukas Engelmann (Spielertrainer): Den Start haben wir uns natürlich ganz anders vorgestellt. Es kamen viele Dinge zusammen. Angefangen von zu vielen Gegentoren, über schlechte Chancenverwertung und auch hier und da unglückliche Schiedsrichterentscheidungen. Es lief so ziemlich alles gegen uns, was ging. Das mussten wir erst mal alles verdauen.

Es folgten acht Partien mit nur einer Niederlage, und auch danach zeigte sich die Mannschaft konkurrenzfähig. Worauf führen Sie diese Wende zum Positiven zurück?

Nach diesem Start sich so zurückzukämpfen, war nicht einfach und eine Leistung des ganzen Teams. Wir hatten durch die ersten Punkte auch ein bisschen mehr Selbstvertrauen. Dann gewinnt man auch mal ein enges Spiel, das früher noch verloren gegangen wäre.

Es fällt auf, dass das Team gegenüber der Konkurrenz bis Platz 14 viele Gegentore kassiert hat. Ist nur hier der Hebel anzusetzen oder an welchen Stellschrauben muss noch gedreht werden?

Aufgrund unseres Startes sind wir fast verpflichtet, in jedem Spiel was mitzunehmen. Von daher wird es bis zum Ende spannend bleiben. Wir befinden uns generell auf einem guten Weg, nur müssen wir in unserem Spiel noch konsequenter und mutiger werden. Wenn wir an uns glauben, werden wir das Ziel Klassenerhalt auch schaffen! Die Qualität dafür ist auf jeden Fall vorhanden.

SpVgg Ebing (15./14)

Unter Trainer Norbert Wagner holte die Mannschaft bis Spieltag 12 gerade mal fünf Zähler. Insbesondere die Heimbilanz ließ viele Wünschen offen. Worin sahen Sie die Gründe für dieses Abschneiden?

Sascha Haupt (Vorstand Sport): Einen der Hauptgründe sehen wir darin, dass wir die Abgänge aus der letzten Saison nicht kompensieren konnten und wir am Anfang der Saison mit Verletzungen zu kämpfen hatten.

Nach dem 3:2-Sensationssieg über Schammelsdorf zogen Sie die Reißleine, stellten den – damals nicht anwesenden – Coach frei. Warum gerade zu diesem Zeitpunkt?

Wir haben versucht, dadurch einen neuen Impuls zu setzen. Teilweise ist uns dies gelungen.

Was muss nun geschehen, damit das Ziel Klassenerhalt doch noch verwirklicht werden kann?

Es muss eine gute Vorbereitung gespielt werden, die uns dann in die Lage versetzt, voll anzugreifen. Zudem müssen alle mitziehen, die Einstellung in jeder Partie stimmen. Das sind die Grundvoraussetzungen, unser Ziel doch noch zu erreichen.

SC Jura Arnstein (16./8)

Das Abenteuer Bezirksliga, der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte, dürfte ein Intermezzo für nur eine Saison werden. Sie wussten um die Schwere der Aufgabe, doch hatten Sie sich nicht doch mehr ausgerechnet?

Stephan Rehe (Spielleiter): Wir wussten von Anfang an, dass es kein einfaches Jahr wird. Unser Ziel war der Klassenerhalt. Doch dass es so extrem kommt, davon gingen wir nicht aus. Gerade zu Saisonbeginn hielten wir gut mit. Doch in dieser Klasse werden Fehler schnell bestraft. Hin und wieder fehlte uns dann auch noch das Quäntchen Glück.

Welche Gründe sehen sie in diesem Abschneiden oder ist die Liga nur einfach eine Nummer zu groß?

Zum einen ist es sicherlich das höhere Niveau im Vergleich zur Kreisliga. Wenn man es als Aufsteiger nicht schafft, in jedem Spiel seine volle Leistung abzurufen, ist es schwer, etwas Zählbares mit nach Hause zu nehmen. Zum anderen spielt aber auch unsere Verletztenmisere im bisherigen Saisonverlauf eine große Rolle. Zeitweise fehlten uns acht wichtige Spieler, was nicht zu kompensieren war.

Welches Ziel setzen Sie sich für die restlichen Begegnungen? Sind Verstärkungen geplant?

In Hinterkopf haben wir noch den Klassenerhalt, auch wenn es schwer wird. Auf jeden Fall wollen wir uns in den restlichen Spielen so gut es geht verkaufen und keinesfalls als Kanonenfutter dienen. Wenn nach der Winterpause hoffentlich der Großteil der Verletzten wieder an Bord ist, bin ich guter Dinge, den einen oder anderen gestandenen Verein noch etwas zu ärgern.

Die Tabelle Bezirksliga Ofr. West

zur Winterpause


1. (1.) Sylvia Ebersd. 18 12 4 2 55 : 18 40
2. (2.) TSV Burgebrach 20 11 5 4 40 : 24 38
3. (3.) TSV Breitengüßb. 19 10 6 3 37 : 23 36
4. (4.) TSV Schammelsdorf 19 10 5 4 36 : 20 35
5. (5.) TSV Mönchröden 19 10 4 5 43 : 22 34
6. (6.) FC Oberhaid 18 8 5 5 34 : 22 29
7. (7.) FSV Buttenheim 18 8 5 5 29 : 25 29
8. (8.) DJK Bamberg II 19 8 3 8 27 : 27 27
9. (9.) SV Merkendorf 18 6 6 6 28 : 23 24
10. (10.) TSV Ebensfeld 20 5 7 8 18 : 29 22
11. (11.) TSV Marktzeuln 20 6 3 11 28 : 42 21
12. (12.) SV Ketschendorf 18 5 5 8 15 : 21 20
13. (13.) FC Mitwitz 19 4 7 8 17 : 33 19
14. (14.) TSV Sonnefeld 19 5 3 11 15 : 39 18
15. (15.) SpVgg Ebing 18 4 2 12 30 : 49 14
16. (16.) Jura Arnstein 18 2 2 14 20 : 55 8

Von Gerd Fahner

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