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KREIS LICHTENFELS

Seubelsdorfer trotz guter Einzelleistungen glücklos

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Der Seubelsdorfer Uwe Voigt teilte sich mit seinem Gegner die Punkte. Foto: Archiv/Kilian Mager

Schach

Der Schachverein Seubelsdorf hat in der Bezirksoberliga die zweite Niederlage in Folge kassiert.

Die SSV Burgkunstadt holte das zweite Unentschieden der Saison und hält damit den Anschluss an die Spitze.

Bezirksoberliga Oberfranken

SV Seubelsdorf – FC Nordhalben 3,5:4,5

Den Seubelsdorfern gelang es mit einer kompletten Achtermannschaft anzutreten, auch wenn zwei Stammspieler fehlten. Die Nordhalbener sind ein beständiges Team, das die Bezirksoberliga schon mehrfach getoppt hat. An den Spitzenbrettern leiten die erfahrenen Brüdern Horst und Stefan Wunder die Mannschaft.

An drei Brettern glich sich das Geschehen auf eigentümliche Weise: Eine Seite griff an, erlangte dadurch positionelle Vorteile, bekam aber Angst vor der eigenen Courage, sah drohende Gefahren, wo gar keine waren, und stimmte daher einer vom Gegner dankbar angenommenen Punkteteilung zu. Bei Uwe Voigt an Brett 5 ereignete sich dies zu Ungunsten, bei Tudor Fosca Lutz an Brett 6 und bei Hans-Jürgen Drechsel an Brett 7 zu Gunsten von Seubelsdorf.

Zumindest Voigt hätte seine Partie weiterspielen sollen. Zwar sah es zum Zeitpunkt des Friedensschlusses noch gut aus für Seubelsdorf, aber das sollte sich ändern. Marko Hofmann verleitete die feindliche Dame an Brett 3 dazu, auf Bauernjagd zu gehen. Doch versäumte er es, dies für einen entscheidenden Zeitgewinn auszunutzen. Nach einer Abwicklung ins Endspiel war er hoffnungslos unterlegen und musste aufgeben. An Brett 3 versuchte Kapitän Christian Gebhardt, eine leichte materielle Einbuße wettzumachen, vergrößerte sie aber nach einem Versehen nur noch mehr. Auch er musste sich beugen. So befand sich Seubelsdorf mit zwei Zählern im Rückstand.

In den drei verbliebenen Partien erhöhte sich unterdessen die Schlagzahl, ging es doch auf die Zeitkontrolle zu, bis zu der 40 Züge absolviert sein mussten. An Brett 2 hatte es Tobias Kolb mit einem „Hippopotamus“ zu tun. In diesem Eröffnungssystem, das ihm Stefan Wunder vorgesetzt hatte, wagt sich der Schwarze nur mit Bauern nach vorne und bleibt ansonsten, wie so manches Flusspferd, untergetaucht. Wer dagegen zu ungestüm vorgeht, kann leicht vom wuchtigen Gegenschlag überrollt werden. Kolb drang mit seinen Figuren in die gegnerische Position ein. Nachdem er Turm gegen Springer gewonnen hatte, sah es kurzfristig danach aus, als sei er dafür zurückgeworfen worden. Mit zwei Kraftzügen machte er sich aber wieder zum Herren des gesamten Brettes und damit erneut zum Sieger.

Die beiden noch verbliebenen Partien am ersten und am letzten Brett erstreckten sich über die gesamte Spielzeit. An Brett 1 sicherte sich Jürgen Gegenfurtner gegen Horst Wunder in einem zähen Positionskampf leichte, aber nachhaltige Pluspunkte, nämlich Raumvorteil und das Läuferpaar. Allerdings drohte sein Gegenüber ständig damit, die Stellung zu verriegeln, was Gegenfurtner stets zu verhindern wusste.

Gegen eine Bauernwalze am Damenflügel setzte Alexander Eslauer an Brett 8 darauf, den gegnerischen König in Bedrängnis zu bringen, indem er seine eigenen Bauern am Königsflügel nach vorne drückte. Sein Gegenspieler verschaffte sich dabei gefährliche Freibauern, geriet darüber aber in Zeitnot. Dem Seubelsdorfer blieb trotz hartnäckiger Gegenwehr nur die Aufgabe.

Damit war das Match entschieden. Gegenfurtner ließ es sich nicht nehmen, seine Partie mit einem Epauletten-Motiv zu Ende zu bringen. Die knappe Niederlage gegen einen Favoriten der Liga ließ das Seubelsdorfer Potenzial zwar erahnen, erhöht allerdings den Druck für die nächsten Aufgaben. (uv)

SSV Burgkunstadt – SC Waldsassen 4:4

Da die Gäste nur zu Siebt antraten nahm Thomas Müller einen kampflosen Punkt in Empfang. Ein diffiziles Positionsspiel entwickelte sich in der Partie von Johannes Türk gegen Oppl Siegfried. Türk verlor dabei die Übersicht und konnte die Mattdrohungen nicht mehr abwehren. Einem überraschenden Läufereinschlag in die Königsstellung sah sich Jens Güther gegenüber. Damit war der Schutzwall vor dem Monarchen zerstört und Michael Schmid setzte gewinnbringend nach. Am ersten Brett musste Alexander Öhrlein mit einem Bauern weniger gegen den am Rand voreilenden Freibauern von Petr Sprenar vorgehen. Dabei verbesserte er Zug um Zug sein Figurenzusammenspiel und nutzte zu frühe Öffnung der Stellung aus, um mit seiner Dame die feindlichen Reihen zu lichten und den Sieg einzufahren.

Thomas Barnickel zielte mit allen Schwer- und Leichtfiguren auf den sich hinter seinen Bauern versteckenden König. Nach langem Hin und Her schnappte schließlich die Falle zu und Matthias Vogl musste das Handtuch werfen. Durch forsch voranschreitende Mittelbauern baute Daniel Völker zu Beginn ein starkes Zentrum auf. Aber Markus Fröhlich löste den gordischen Knoten und siegte mit den errungenen zwei Mehrbauern.

Uwe Max verdrängte die Dame von Zdenek Skokan von ihren Feldern, entwickelte wie nebenbei seine Bauernstruktur und verschaffte sich freies Spiel. Nach dem Abwehren eines letzten Königsangriffs lenkte er in ein für ihn gewonnenes Endspiel ein. Stark ineinander verschachtelte Bauernketten zeigten sich in der Partie zwischen Matthias Rotsch und Zdenek Skokan. Die Kiebitze sahen hier kein Durchkommen und erwarteten ein Remis durch Zugwiederholung. Doch Skokan opferte einen Läufer für zwei Bauern und brach damit die Bauernkette auf. Rotsch hielt die Freibauern trotz eines Springers mehr nicht auf und verlor die Partie. Dadurch war das 4:4 besiegelt. (bar)

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