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VARAZDIN

War der Druck zu hoch?

Bild SKC Staffelstein vom Europapokal in Varazdin CRO
Die Staffelsteiner konnten sich auch über Platz 2 beim Europapokal freuen (stehend, von links): Marcus Gerdau, Timo Hehl, Uros Stoklas, Julian Hess; (kniend, v. l.) Mathias Dirnberger, Torsten Reiser und Boris Benedik. Foto: SKC

Kegeln

Als Favorit gestartet, doch letztlich gestrauchelt. So lässt sich das Endspiel im Kegel-Europapokal für die Männer des SKC Staffelstein zusammenfassen. Die Kegler vom Obermain verbesserten sowohl in der Qualifikation als auch im Halbfinale im kroatischen Varazdin den lange bestehenden Bahnrekord (3704). In der Vorrunde erzielten die Oberfranken 3722 Holz, beim 8:0-Halbfinalsieg über den KSK Orth (Österreich) erzielten die Oberfranken gar 3818 Zähler.

Damit trugen die Staffelsteiner im Finale am Samstag gegen KK Mertojak Split die Favoritenbürde. Der Qualifikationszweite (3616) hatte im Halbfinael KK Belgrad mit 6:2 bei 3571:3484 Holz geschlagen.

Der kroatische Anhang verwandelte mit Gitarrenspiel und rhythmischem Gesang die Anlage in ein Tollhaus. Auf der Gegenseite wurden die Staffelsteiner von den Fans des deutschen Frauenteams unterstützt. Der SV Pöllwitz verlor kurz zuvor sein Finale gegen die Ungarinnen vom VSE Rakoshegyi mit 3:5.

Kroaten starten stark

Split fühlte sich als Außenseiter offenbar wohl. Von der ersten Kugel an baute das Starttrio mit Kovac, Marinovic und Delic Druck auf. Torsten Reiser gewann gegen Kovac die erste Bahn, verlor aber Satz 2 mit 153:154. Kovac zog mit 145:138 entscheidend in Front, denn der Satzausgleich des SKC-Kapitäns mit 155:145 reichte nicht zum Mannschaftspunkt. In der Holzzahl hatte der Spliter mit 600:598 die Nase vorn.

Marcus Gerdau verlor gegen Hrvoje Marinovic den ersten Satz mit 136:159 zu deutlich. Im letzten Durchgang glich der Oberfranke zwar mit 172 zum 2:2 nach Satzpunkten aus, musste aber dem Gegner aufgrund der um sieben Kegel besseren Gesamtholzzahl den Mann-schaftspunkt überlassen.

Dirnberger hält Druck stand

Mathias Dirnberger stand nach gewonnenem ersten Satz und zwei verlorenen Durchgängen unter Druck. Doch der Staffelsteiner behielt die Nerven und holte mit 161:154 den vierten Satz und die nötigen Holz zum 588:582-Sieg.

Vor dem Schlusstrio betrug der Holzrückstand nur drei Kegel. Nun musste das Schlusstrio mit Uros Stoklas, Boris Benedik und Julian Hess das Blatt für den SKC wenden. Stoklas begann gegen Ivan Totic mit 104 in die Vollen stark, doch der Kroate räumte stark (61), während beim SKC-Slowenen der Faden gerissen war.

Zu viele Holz verloren

Für ihn wechselten die Staffelsteiner Verantwortlichen nach 55 Kugeln Timo Hehl ein. Totic kegelte auf hohem Niveau weiter, gewann alle vier Sätze und holte gegen das SKC Duo 56 „Gute“ heraus.

Julian Hess holte nach verlorenem ersten Satz gegen Dimitar Dimitrovski im zweiten Durchgang auf und lag mit 295:283 vorne. Der dritte Satz bedeutete in diesem Duell die Vorentscheidung, denn Hess kam nur auf 125 und gab 28 Holz ab. Mit 155:146 glich er nach Sätzen zwar noch aus, der Punkt ging aber an Split.

Boris Benedik hatte gegen Nikola Muse die ersten beiden Bahnen gewonnen und führte mit 312:283. Der Gegner verkürzte im dritten Satz, doch der SKC-Slowenen holte sich mit 158:156 Satz 4 und somit den zweiten Mannschaftspunkt.

Am Ende fehlte den Staffelsteinern in den zwei knapp verlorenen Duellen das Quäntchen Glück. Eine klar verlorene Begegnung kostete den Oberfranken die Gesamtholzbilanz. Die sechs Gegner kegelten dagegen alle auf hohem Niveau und ohne Druck, der nach den bis dahin gezeigten Leistungen der SKCler klar beim deutschen Vertreter lag. (wul)

KK Mertojak Split – SKC Staffelstein 6:2 (13:11 Sätze, 3606:3558 Holz)

Kovac – Reiser 2:2 (600:598) Marinovicv – Gerdau 2:2 (629:622) Delic – Dirnberger 2:2 (582:588) Totic – Stoklas/Hehl 4:0 (617:561) Muse – Benedik 1:3 (591:614) Dimitrovski – Hess 2:2 (587:575)

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