aktualisiert:

LICHTENFELS

Staunen über 13-Jährige

[WARNING: ATTACHMENT(S) MAY CONTAIN MALWARE]Flechtkulturlauf Lichtenfels - Text und Bilder Teil 1
Kurz nach dem Start am Rathaus laufen der Lichtenfelser Bürgermeister Andreas Hügerich (Startnummer 1000) sowie die Sieger auf der 5,3-Kilometer-Distanz , Felix Mayerhöfer (Nr. 393) beziehungsweise die erst 13-jährige Julia Barth (Nr. 465) vorne mit. Fotos: Mario Deller

Volkslauf

Vom sportlichen Bürgermeister bis zur Feuerwehrfrau, vom zehnjährigen Sportneuling bis zum nimmermüden Senior – der Flechtkulturlauf in Lichtenfels machte mit weit über 700 Teilnehmern auch in seiner neunten Auflage Lust auf Bewegung. Die einen liefen nach der Devise, „Dabeisein ist alles“, andere hegten ehrgeizigere Ziele. Allen gemeinsam war das Gefühl, Teil einer sportlichen Familie zu sein, die man immer wieder gerne trifft – generationenübergreifend.

Einfach nur „weiterwurschteln“ wie im Vorjahr – das würde nicht funktionieren. Der ausrichtende ASC Burgberg muss bei der Vorbereitung immer wieder genau hinsehen, wo an den Laufstrecken über 5,3 Kilometer, 10,5 Kilometer oder auf der Halbmarathondistanz Anpassungen an aktuelle Gegebenheiten vorgenommen werden müssen. So führte beispielsweise die Halbmarathonstrecke nicht mehr über das Oberwallenstadter Wehr, sondern über die Schneyer Eisenbahnbrücke, um so dem Risiko Überschwemmung aus dem Weg zu gehen. So führte die zweite Runde des Halbmarathons nicht mehr durch Michelau, sondern war als Wendestrecke auf dem Michelauer Radweg gestaltet und führte außerdem über den „Beach“ am Oberwallenstadter Baggersee zurück nach Lichtenfels. Bei bestem Sonnenscheinwetter schickte Hauptorganisator Jürgen Steinmetz die Teilnehmer am Rathaus auf die Reise.

Goytom Maru sammelt Siege

Er gewann im April den Obermain-Marathon, vor wenigen Wochen den Stadtlauf in Bayreuth – und beim Flechtkulturlauf bewies er erneut seine bestechende Form: Goytom Maru, der aus Eritrea stammende Kulmbacher ließ im Halbmarathon sämtliche 108 Halbmarathonstarter*innen hinter sich und war nach 1:15:16,39 Stunden als Erster im Ziel. Drei Minuten betrug der Vorsprung auf den Zweiten, Johannes Hauseis von der SGB Stadtsteinach.

Mit Sandra Haderlein gewann in der Frauenkonkurrenz ebenfalls keine Unbekannte. Die Athletin des SC Kemmern musste im Ziel über vier Minuten warten, bis die zweite Läuferin einlief.

253 starteten über 10,5 km

Das abermals größte Teilnehmerfeld verzeichnete auch heuer die 10,5-Kilometer-Strecke mit 235 Zielankünften. Vorjahressieger Brahne Teklemichael vom TSV Sonnefeld musste sich diesmal mit dem Silberrang hinter dem Königsberger Lucas Rettenmeier begnügen. Die schnellste Frau war hier Rita Steger von der LG Erlangen.

Seiner Titelsammlung einen weiteren Erfolg hinzufügen konnte über die Kurdistanz von 5,3 Kilometern Felix Mayerhöfer (Moll-Batterien), dem in sehr guten 17:49,48 Minuten die Wiederholung seines Vorjahrestriumphes gelang. Aufhorchen ließ hier der zwölfjährige Simon Nanke vom TSV Neunkirchen am Brand auf dem Bronzerang.

Zwillinge Barth laufen vorneweg

Apropos aufstrebende Jugend: Was die Frauenkonkurrenz auf der Kurzdistanz anbelangt, rieben sich die zahlreichen Zuschauer im Zielbereich die Augen, als sie erfuhren, dass die zwei erst 13-jährigen (!) Zwillinge Julia und Anna Barth von der LG Bamberg Gold und Silber unter sich ausmachten. Siegerin Julia Barth lag mit ihrer Zeit im übrigen nur drei Hundertstelsekunden über der 20-Minuten-Marke – selbst im Männerfeld waren nur drei Athleten schneller.

Bekanntermaßen hat der Landkreis und insbesondere die Korbstadt einige sehr sportliche Politiker zu bieten. Landrat Christian Meißner, erneut auch Schirmherr der Veranstaltung, ließ sich einmal mehr nicht lumpen und ging mit gutem Beispiel voran. Zusammen mit Gattin Daniela und dem zehnjährigen Sohn Sebastian lief er fröhlich ins Ziel. Dass Andreas Hügerich einer der fidelsten Stadtoberhäupter weit und breit ist, steht außer Frage. Dies bestätigte er mit dem sechsten Rang über die Halbmarathondistanz, womit Hügerich denselben Platz wie im Vorjahr erreichte. Natürlich hatten sich alle, die die sportliche Herausforderung bewältigten, den Applaus des Publikums redlich verdient, inklusive der schönen Medaille, die jeder Finisher überreicht bekam. Umso mehr galt dies für jene unverdrossenen Laufurgesteine, die die 60 oder gar schon die 70 überschritten haben, aber getreu dem Motto, „wer rastet, der rostet“, noch längst nicht daran denken, die Laufschuhe an den Nagel zu hängen. Erneut den Halbmarathon meisterte der inzwischen 77-jährige Berthold Wolf von der Turnerschaft Lichtenfels. Aller Ehren wert ist auch die Leistung von Bernhard Christoph. Der 64-jährige Stadtrat unterbot im 10,5-Kilometer-Lauf immerhin die Ein-Stunden-Marke und ließ dabei noch so manch Jüngeren hinter sich.

Zu den vielen Nordic-Walkern, die auf den Strecken über 5,3 beziehungsweise 10,5 Kilometer ebenso viel Elan zum Ausdruck brachten, zählte übrigens der mit 82 Jahren älteste Teilnehmer: der Thüringer Walter Börner.

Die besten Läufer erhielten zusätzlich Erinnerungspokale. Jürgen Steinmetz würdigte abschließend das hohe Engagement der zahlreichen Helfer als unverzichtbare Basis, um eine solche Laufsportveranstaltung über die Bühne zu bekommen, darunter die Ehrenamtlichen der Feuerwehren aus Lichtenfels, Seubelsdorf, Wallenstadt und Michelau, die DLRG Lichtenfels, die Verkehrskadetten Lichtenfels sowie das BRK Lichtenfels.

In diesem Zusammenhang erwähnenswert ist, dass manches Mitglied einer „Blaulicht-Organisation“ seine Fitness selbst unter Beweis stellte. So lief etwa die Lichtenfelser Feuerwehrfrau Anna Derr die 5,3 Kilometer in voller Montur.

[WARNING: ATTACHMENT(S) MAY CONTAIN MALWARE]Flechtkulturlauf Lichtenfels - Text und Bilder Teil 1
Auch die Nordic-Walker starteten mit deutlich niedrigerem Tempo als die Läufer, aber dennoch mit vollem Elan.
Flechtkulturlauf LIF - restliche Bilder
Er ist in der örtlichen Laufsportszene derzeit das Maß aller Dinge: Goytom Maru gewann überlegen die Halbmarathondistanz des Lichtenfelser Flechtkulturlaufes.

Von Mario Deller

Weitere Artikel