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KREIS LICHTENFELS

Seubelsdorf meldet sich zurück

Schach REGIONALLIGA SVS 1
Der Seubelsdorfer Jürgen Gegenfurtner am Anfang eines siegreichen Denkmarathons Foto: Kilian Mager

Schach

Mit einem Kraftakt und dem 4,5:3,5-Sieg haben die Regionalliga-Spieler des Schachvereins Seubelsdorf ihre Gäste vom SK Bad Neustadt überrascht, die im Laufe der Saison schon einmal auf Rang 1 gestanden waren. Die Seubelsdorfer kletterten damit vom letzten auf den drittletzten Tabellenplatz und wahrten ihre Chance auf den Klassenerhalt.

Überraschend durfte sich der Schachklub Michelau beim 4:4 in Kirchenlaibach freuen. Doch reichte dies nicht, um die Rote Laterne der Bezirksoberliga an die SG Sonneberg abzugeben, denn auch die punktgleichen SGler kamen gegen Waldsassen auch zu einem Zähler. So kommt es am letzten Spieltag zum direkten Duell um den vorletzten Platz.

In der Bezirksliga West verlor Spitzenreiter SSV Burgkunstadt gegen den direkten Verfolger, die SG Hollfeld/Memmelsdorf, mit 3:5 ihr erstes Spiel in dieser Saison. Damit wird die Meisterschaftsfrage erst am letzten Spieltag beantwortet.

Regionalliga Nordwest

SV Seubelsdorf – SK Bad Neustadt 4,5:3,5

Zunächst sah es für die Seubelsdorfer alles andere als rosig aus. Denn Matthias Bergmann blieb mit seinem König in der Brettmitte stecken und musste bald vor den Drohungen kapitulieren, die allenthalben auf ihn einprasselten.

Hans-Jürgen Drechsel ließ sich zu einer beiderseits verkeilten Bauernformation im Zentrum inspirieren, doch gelang es dem Neustadter als Erstem, die so entstehenden Schwächen auszubeuten. Drechsels Gegenangriff drang nicht durch, daher blieb auch ihm nur die Aufgabe.

Uwe Voigt machte zunächst starken Diagonaldruck auf den gegnerischen König. Doch führte er ein wichtiges Manöver zu langsam aus; die sich dadurch bietende Gelegenheit, in ein verflachtes Endspiel abzuwickeln, ergriff sein nominell viel stärkerer Gegner dankbar.

Die Attacke von Kilian Mager wurde zurückgeschlagen, so dass es bei ihm auch nur zu einer Punkteteilung kam. Aus den verbliebenen vier Partien musste Seubelsdorf dreieinhalb Punkte holen, um noch zu gewinnen, dies schien unerreichbar. Tobias Kolb eroberte zwar frühzeitig durch energisches Spiel die Qualität, doch machte dies der Raumvorteil, dem er seinem Gegenspieler dabei zugestand, mehr als wett. Carlo Hofmann hatte nicht mehr als ein ausgeglichenes Endspiel in Aussicht. An Brett 2 kreiselten in der Partie von Michal Michalek zwei Springerpaare auf der Jagd nach den letzten Bauern sinnverwirrend umeinander. Und am Spitzenbrett fand sich Jürgen Gegenfurtner zuerst in einer beengten Position wieder.

Allmählich begann sich das Blatt zu wenden. Kolb schrieb seine Erfolgsgeschichte dieser Saison fort, indem er noch einen Durchbruch am Königsflügel erzielte und dadurch weiteres Material gewann. Hofmann nutzte eine gegnerische Unachtsamkeit, um einen Freibauern zu etablieren. Nachdem diese beiden Partien zugunsten von Seubelsdorf entschieden waren, kam es bei Michalek zum absehbaren Friedensschluss, so dass die gesamte Bürde nun auf Gegenfurtner lastete. Zug um Zug befreite er sich und kesselte die feindlichen Figuren ein, gewann eine von ihnen und gebot den letzten Versuchen, noch im Trüben zu fischen, entschieden Einhalt. Sein Erfolg machte nach knapp sechs Stunden den hauchdünnen, aber hochverdienten 4,5:3,5-Sieg perfekt. (uv)

Bezirksoberliga

TSV Kirchenlaibach – SK Michelau 4:4

An allen Brettern, mit Ausnahme des Spitzenbretts, war Kirchenlaibach favorisiert. Noch dazu fehlte bei Michelau mit Gert Grüner ein Spitzenmann.

Kaum aus der Eröffnung draußen, reichten sich der Michelauer Kurt-Georg Breithut und Reiner Singer die Hände zum Remis. Auch Markus Häggberg, der es bei Zdenek Bartonicek mit einem spielerischen Schwergewicht zu tun hatte, hielt nach komplexer Eröffnung dagegen und offerierte ein Remis, das angenommen wurde.

Bald danach kam es zu gleichem Ergebnis am Brett von Mannschaftsführer Andreas Schüpferling. Er bekam es nicht nur mit Stefan Oschetzki zu tun, sondern auch mit dessen bevorzugter Aljechin-Eröffnung. Es wäre interessant gewesen, wie der mit Schüpferlings verfrüht wirkendem Bauernvorstoß -b4 verfahren wäre. Hätte er mit dem Entgegenstemmen seines a-Bauern etwas erreicht, oder hätte der Michelauer mittels weiteren Bauernvorgehens den Flügel abzuriegeln gesucht? Fragen, die keine Beantwortung fanden.

Offen sollte auch bleiben, wie Edgar Schaller gegen Karel Chalus abgeschnitten hätte. Immerhin war Chalus um über 100 DWZ-Punkte stärker eingestuft. Doch mit der Variante, die der Kirchenlaibacher präsentierte, hatte Schaller keine Mühe, ein Remis zu holen.

Einen großen Erfolg durfte auch Ersatzmann Günther Rieger feiern. Der Außenseiter wurde gegen den Kirchenlaibacher Walter Weiß mit einem halben Punkt belohnt. Nach dem fünften Remis setzte sich eine Ahnung durch: es würde für einen Punktgewinn genügen, wenn auch die restlichen Bretter remisierten. Alfred Hoppe gelang es, die Expansionsgelüste seines Gegners Johannes Doleschal am Damenflügel im Keim zu ersticken. Zudem stand sein König in Sicherheit, so dass der TSVler in ein Remis einwilligte. Diesem Beispiel folgten in noch nicht sonderlich ausgekämpften Stellungen Alfons Schüpferling gegen Josef Bodenschatz und Bernd Stammberger gegen Stefan Koch. (MH)

Bezirksliga West

SSV B'kunstadt – SG Hollf./Memmelsd. 3:5

Hochmotiviert traten die Burgkunstadter mit ihrer Stammmannschaft an, um am vorletzten Spieltag die Meisterschaft perfekt zu machen. Ein Unentschieden hätte gegen den Verfolger SG Hollfeld/Memmelsdorf gereicht.

Michael Wagner verschaffte sich schnell ein starkes Zentrum, sah aber keine entscheidenden Vorteile , so dass er das Remisangebot seines Gegners Jörg Münzel annahm. Es folgte eine ganze Welle von weiteren Unentschieden. In der Partie von Thomas Müller entwickelte sich die Figurenstellung ähnlich. Auch hier war ein starkes Zentrum vorhanden, das aber kein Durchkommen der Bauern versprach. Und auch Claus Kuhlemann war mit einem Remis zufrieden. Uwe Max verschaffte sich nach anfänglichen Unsicherheiten eine sichere Bauernstellung in der Mitte. Mithilfe seiner beiden Türme besetzte er eine freie Linie. Doch Alexander Niemetz ließ die Angriffsversuche ins Leere laufen, so dass auch hier ein Unentschieden erreicht wurde.

Auch Daniel Völker sah in seiner soliden Stellung keine entscheidenden Vorteile und einigte sich mit Ulrich Rödel auf Remis.

Doch nun folgten Niederlagen für die Gastgeber. Die bisherigen Sieggaranten Johannes Türk und Thomas Barnickel sollten ihre Grenzen aufgezeigt bekommen. Barnickel sah sich ständigem Angriffsdruck von Torger Münzel gegenüber. Dieser zauberte immer neue Tricks aus dem Hut und gewann so zwei Bauern, deren Durchmarsch Barnickel trotz geschickter Abwehrversuche nicht verhindern konnte. Türk kam durch seine komplizierte Stellung in Zeitnot und fällte falsche Entscheidungen, die Harald Hugel zum finalen Schlag nutzte.

Jens Güther und Matthias Rotsch hätten nun für ein Mannschaftsremis gewinnen müssen. Doch Ilie Brandmann wehrte sich gegen Güthers Mehrbauern geschickt und konnte ein Remis durch seinen weiter vorrückenden einzig verbliebenen Bauern erzwingen.

Rotsch liefete sich mit Andreas Brehm einen heißen Kampf. Rotsch nahm im Turm-Läufer-Bauern-Endspiel das Heft in die Hand, doch der entscheidende eine Zug war durch gedeckte Felder nicht möglich – Remis. (tb)

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