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ARNSTEIN

Arnstein erstes Corona-Spiel

Arnstein - Mitwitz
Der Arnsteiner Johannes Freitag (rechts) setzt zum Sturmlauf an, der Mitwitzer Christoph Müller (links) versucht zu klären. Müller und der FCM behielten zum Re-Start die Oberhand.Fotos: Gunther Czepera

Fußball

Mit der Organisation zufrieden, mit dem Sportlichen nicht: Beim Bezirksligisten SC Jura Arnstein war die Gefühlslage nach dem Re-Start gegen den FC Mitwitz zwiegespalten. Der Verein setzte die Hygienemaßnahmen abseits des Platzes gut um, auf dem Feld setzten die Hausherren eine Führung in den Sand.

Bezirksliga Ofr. West, Männer

SC Jura Arnstein – FC Mitwitz 1:3 (1:1)

Farblich gekennzeichnete Zonen, in denen sich die Zuschauer am Spielfeldrand aufhalten dürfen. Pfeile, die den Weg weisen. Striche, die den einzuhaltenden Abstand an Eingang und Verpflegungsstand zeigen. Die Arnsteiner Verantwortlichen hatten im Vorfeld einiges zu organisieren, um die Auflagen vor dem ersten Ligaspiel seit rund zehn Monaten zu erfüllen – und hatten eine Besonderheit parat: die „Maskenbank“ der Spieler. Auf einem nummerierten Brett hingen die Spieler beim Betreten des Platzes ihren Mund-Nase-Schutz auf.

„Wir haben drei Stunden vor dem Spiel angefangen, alles aufzubauen, und waren mit etwa 20 Helfern im Einsatz“, sagte Vorstand Johannes Ruß. Vor der Corona-Krise würden etwa 15 Ehrenamtliche helfen, den Spieltag abzuwickeln.Nun war deutlich mehr Personal nötig. Alleine am Eingang sorgten vier Personen für einen kontrollierten Zutritt. Zwar sollten die Zuschauer früher als üblich anreisen, der Großteil der 125 Zuschauer kam dennoch in dem gewohnten Zeitrahmen eine Viertelstunde vor Anpfiff.

Große Verzögerungen gab es aber nicht, weil die Erfassung der Kontaktdaten digital erfolgte und die Zuschauer ihre Namen und Telefonnummern nicht selbst eintragen mussten. „Mit dem Ablauf des Spieltages abseits des Platzes sind wir zufrieden“, stellte Ruß nach dem Spiel fest. Schließlich hielt sich der Großteil der Zuschauer an die Abstands- und Maskenpflicht, mancher Gast ging gar mit einem BMX-Helm auf Nummer sicher. Für den sportlichen Teil galt die Zufriedenheit nicht. Eine Halbzeit waren die Gastgeber, die abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz liegen, die bessere von zwei schwachen Mannschaften. Die Führung von Johannes Freitag (28.), sie war verdient. Florian Herold spielte einen Pass in die Schnittstelle der Gäste-Abwehr und Arnsteins spielender Co-Trainer blieb vor Mitwitz' Schlussmann Jan Winterstein eiskalt.

„Ich habe mich gewundert, dass Arnstein nicht mehr Chancen hatte. Wir waren überhaupt nicht im Spiel“, sagte Erik Vetter, Spielertrainer der Gäste, nach dem Spiel. Vetter war mit der Darbietung seiner Elf im ersten Durchgang so gar nicht einverstanden. Trotzdem kam Mitwitz, das im Abstiegskampf jeden Punkt braucht, vor der Halbzeit zurück. Nach einem Eckball von Niklas Arm drückte Christoph Müller den Ball über die Linie (45.+1). „Für den Kopf war das Gegentor zu diesem Zeitpunkt schlecht, wir haben uns in der zweiten Hälfte schwer getan“, sagte SC-Spielertrainer Sebastian Hopfenmüller. Mitwitz war in Hälfte zwei die aktivere Mannschaft. Nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff klärte Arnstein auf der Linie, wenig später befand sich die SC-Abwehr im Tiefschlaf. Bei einem langen Ball stand FCM-Stürmer Marc Hofmann im Abseits, zum Ball ging aber Moritz Büttner und ließ Arnsteins Torwart Jonas Wich, der zuvor bei einem Kopfball von Müller gut parierte und nun zu lange zögerte, keine Chance – 2:1 für den Gast (58.).

Arnstein reklamiert Abseits

„Wir hatten das Chancenplus auf unserer Seite und waren effektiver“, sah Vetter eine Steigerung seiner Elf. Zunächst ließ Arm den dritten Treffer liegen (62.), bevor Hofmann nach langem Pass vor Wich cool blieb und den 3:1-Endstand (70.) besorgte. Zwar reklamierten die Arnsteiner eine Abseitsstellung, Schiedsrichter Alexander Distler ließ aber weiterspielen. Mit etwas Glück hätten die Hausherren noch einen Punkt mitnehmen können, doch erst vergab Florian Dauer eine gute Chance (80.), dann rettete der Pfosten für Mitwitz (89.). „Jetzt wird es mit dem Klassenerhalt schwer, das muss man realistisch sehen“, sagte Hopfenmüller angesichts der vergebenen Chance, den Rückstand zu verkürzen. In die Länge zog sich nach dem Spiel das Duschen. Rechtzeitig zum Re-Start durften die Kabinen und Duschen öffnen, bei nur einer erlaubten Person wurde das zu einem wahren Marathon.

An XXL-Spieltage werden sich die Vereine gewöhnen müssen. In Arnstein ging zur Premiere alles gut – auch wenn mancher Punkt noch optimiert werden kann. Zwar sind für Spieler und Zuschauer verschiedene Zonen vorgesehen, hinter den Toren gab es aber keine Abtrennung zwischen sich aufwärmenden Wechselspielern und den Zuschauern. „In diesem Punkt gab es vom Verband keine Vorgabe. Aber das ist sicherlich etwas, was man verbessern könnte“, stimmte Ruß zu. (the)

Arnstein - Mitwitz
Ein Bild, an das man sich gewöhnen muss: Zuschauer warten am Eingang mit Maske und geben ihre Kontaktdaten ab.

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