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BAMBERG

Arena öffnet sich für die Fans

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Eingangsschleusen weisen den Zuschauern den Weg zur Halle. Jede Tribüne hat einen eigenen Einlass. Foto: Ronald Rinklef

Basketball

5162 Zuschauer sahen das bislang letzte Heimspiel der Bamberger Brose-Basketballer. Acht Monate nach dem 77:66-Bundesligaerfolg gegen die Hamburg Towers am 11. Februar dieses Jahres werden sich die Pforten der Arena an der Forchheimer Straße am Samstag erstmals seit dem Beginn der Corona-Krise wieder für die Fans öffnen. Es ist aber davon auszugehen, dass die Besucherzahl beim Testspiel gegen den belgischen Spitzenklub BC Filou Ostende um 18 Uhr nicht einmal vierstellig sein wird.

Doch geht es den Verantwortlichen des neunfachen deutschen Meisters in erster Linie gar nicht darum, die behördlich zugelassene Maximalkapazität von derzeit 1230 Zuschauern vollständig auszuschöpfen. Für sie ist es die Gelegenheit, das in den vergangenen vier Wochen ausgearbeitete, rund 40 Seiten umfassende Hygienekonzept auf seine Praxistauglichkeit zu überprüfen.

„Erfahrungswerte sammeln“

„Für uns ist es im Hinblick auf die kommenden Monate wichtig, Erfahrungswerte zu sammeln. Was funktioniert, wo hapert es noch?“, erklärt Brose-Geschäftsführer Philipp Galewski. Schließlich gelte es neben den üblichen Hygienevorschriften wie Abstandsregeln und Mund-Nasen-Schutz auch Details zu beachten. Was sind die besten Wege vom Eingang bis zum Sitzplatz, um eine Schlangenbildung zu vermeiden? Wo und wann werden Raucherecken eingerichtet? Wie wird der Speisen- und Getränkeverkauf geregelt? Antworten nicht nur auf diese Fragen sind im Internet unter tickets.brosebamberg.de/hygienekonzept aufgelistet.

Vier getrennte Eingänge

Dem Konzept ist zu entnehmen, dass eine Durchmischung der Zuschauer im Halleninneren vermieden werden soll. Daher gibt es für die Tribünen Ost, West und Nord sowie den Vip-Bereich jeweils einen eigenen Eingang. Die Südtribüne, auf der die drei Fanclubs ihre Heimat haben, wird nicht aufgebaut, da Stehplätze behördlich nicht erlaubt sind. Dennoch werden 30 Fans am angestammten Platz zu finden sein. „Für jeden der drei Fanclubs ist ein Bereich abgeklebt, in dem zehn Personen stehen dürfen. Das ist zwar nicht viel, aber wir werden dennoch versuchen, so viel Stimmung wie möglich zu machen“, sagt Lukas Winkler von der Fangruppierung „Sektion Südblock“. Er freut sich auf das erste Heimspiel seit acht Monaten, denn „es konnte ja keiner ahnen dass unser Auswärtssieg in Würzburg Anfang März das letzte Spiel sein sollte, das mit Fans stattfand“.

Keine Abendkasse

Die Vorfreude ist aber nicht bei allen Brose-Fans vorhanden. „Wir hatten schon erwartet, dass mehr Dauerkartenbesitzer von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen würden“, sagt Galewski. Da die Nachfrage nach Tickets für das erste öffentliche Heimspiel seit acht Monaten zu Wochenbeginn geringer war als erwartet, gingen die Eintrittskarten in den freien Verkauf. In diesem sind nach Vereinsangaben noch genügend im Vorverkauf erhältlich. Eine Abendkasse gibt es nicht.

Risiko reduzieren

Für Galewski ist es keine Überraschung, dass die Ticketnachfrage nur schwer in Gang kommt. „Die Corona-Krise hat das Konsumentenverhalten verändert. Das merkt man ja auch bei anderen Hallensportarten“, sagt der Brose-Geschäftsführer. Daher müsse man das Risiko für die Gesundheit so weit wie möglich reduzieren, um die Fans wieder für ein Live-Event zu begeistern. „Ich denke, dass der Besuch eines Basketballspiels mindestens genauso sicher ist wie der Einkauf im Supermarkt“, meint Galewski. Von einem Corona-Ausbruch unter Zuschauern einer Sportveranstaltung habe er jedenfalls seit Einführung von Hygieneauflagen keinerlei Kenntnis. Daher hofft der Geschäftsführer, dass die vorerst bis Ende Oktober behördlich gedeckelte Zuschauerzahl von 1230 in der Brose-Arena zum Bundesligastart Anfang November erhöht wird, sollte es das Infektionsgeschehen in der Region zulassen: „Obwohl wir bei den Zuschauereinnahmen schon extrem konservativ kalkuliert haben, kann eine Maximalauslastung von 20 Prozent für uns keine Dauerlösung sein. Es wäre zum Sterben zu viel, aber zum Leben zu wenig.“

Von Peter Seidel

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