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BAMBERG

Zwangspause für Brose Bamberg

Bamberg; Brose-Arena; Spiele fallen aus; Foto: Barbara Herbst
Der Korbanlage ist eingeklappt, in der Brose-Arena wird derzeit kein Basketball gespielt. Foto: Barbara Herbst

Basketball

Das Coronavirus hat fast alle Spielklassen im deutschen Basketball infiziert. Die Bundesliga (BBL) hat sich am Donnerstagnachmittag eine sofortige Pause verordnet und den Spielbetrieb bis auf Weiteres eingestellt. Zuvor hatten bereits viele untergeordnete Ligen ihre Partien für unbestimmte Zeit abgesetzt.

„In sorgsamer Abwägung und unter Berücksichtigung der obersten Priorität, der weiteren Ausbreitung des Coronavirus entgegenzuwirken, wurde einstimmig beschlossen, den Spielbetrieb der Bundesliga bis auf Weiteres auszusetzen. Es bleibt das Ziel, die Saison 2019/2020 zu einem späteren Zeitpunkt geordnet zu Ende zu spielen“, teilte die Basketball-Bundesliga mit.

Die Klubs wollen sich innerhalb der nächsten 14 Tage wieder treffen, um die dann aktuelle Lage und mögliche Handlungsoptionen erneut zu besprechen. Die Verantwortlichen von Brose Bamberg wollten sich gegenüber unserer Zeitung nicht über die Ergebnisse des rund dreistündigen Treffens am Stuttgarter Flughafen äußern.

Marko Pesic, Geschäftsführer des deutschen Meisters FC Bayern München, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Ein sofortiges Ende der Saison war für die Klubs kein Thema, andererseits ist die Aussetzung des Wettbewerbs sinnvoll, um auch unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden.“

Ausbreitung eindämmen

„Es geht hier in erster Linie darum, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Daher ist es nur konsequent, dass wir den Spielbetrieb vorübergehend aussetzen und diese Zeit zusammen mit der Liga nutzen, um eine geordnete und tragfähige Fortführung der Saison und der Play-offs unter Berücksichtigung gesundheitlicher, wirtschaftlicher und sportlicher Aspekte zu organisieren“, ergänzte Hermann Schüller, geschäftsführender Gesellschafter der EWE Baskets Oldenburg.

Geisterspiele sind vom Tisch

Mit der Entscheidung, den Spielbetrieb auszusetzen, sind Geisterspiele fürs Erste vom Tisch. Diese wollten die Basketball-Bundesliga unbedingt vermeiden, da sie auf die Zuschauereinnahmen aus den Heimspielen nicht verzichten können. Während bei den Fußball-Bundesligisten die Ticketerlöse dank der lukrativen TV-Erlöse nur ein Zubrot sind, machen sie bei den Korbjägern in Deutschlands höchster Spielklasse rund 30 Prozent des Jahresbudgets aus. Geisterspiele oder gar ein vorzeitiges Saisonende wären „bei der Vielzahl der noch verbleibenden Partien der ziemlich sichere Ruin für die meisten Bundesligisten“.

Dies hatte Gunnar Wöbke, Geschäftsführender Gesellschafter der Frankfurt Skyliners, am Tag vor dem Treffen des Präsidiums der Arbeitsgemeinschaft BBL, der BBL-Geschäftsführung und der 17 Klub-Vertreter bei spiegel.de gesagt.

Absagenflut

Bereits am Mittwochabend wurde der Spielbetrieb in den 2. Basketball-Ligen vorerst eingestellt. Ob und wann die Baunach Young Pikes in die Play-offs der ProB starten, steht derzeit in den Sternen. Am Donnerstag hatte es schon vor der BBL-Entscheidung weitere Absagen im deutschen Basketball gehagelt. Die erste und zweite Liga der Damen haben den Spielbetrieb eingestellt und das vorzeitige Saisonende ausgerufen. Die drei Nachwuchs-Bundesligen NBBL, JBBL und WNBL setzen ihre Spiele bis auf Weiteres ebenso aus wie die Regionalliga Südost (Herren und Damen) und der Bayerische Basketball-Verband (BBV) samt dessen Bezirke.

„Im Vordergrund steht für uns die Gesundheit und das Wohlergehen der Athleten, Trainer, Betreuer, Schiedsrichter, Funktionäre und aller weiteren Beteiligten“, sagte BBV-Präsident Bastian Wernthaler in einer Verbandsmitteilung. Er empfahl auch den Trainingsbetrieb vorerst auszusetzen. Dies haben die Mannschaften des Nachwuchsleistungsprogramms von Brose Bamberg am Donnerstag bereits getan.

Von Peter Seidel

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