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LICHTENFELS

Zwei Weltstars am Klavier in Lichtenfels

Fast alle in einem Boot und das Boot heißt Klassik-Open-Air: Bürgermeisteramtsleiter Sebastian Müller, die Sponsoren Valentin Babic und Andreas Leikeim, Citymanager Steffen Hofmann, Abgesandte Daniela Buchberger, Bürgermeister Andreas Hügerich und Sponsor Roberto Bauer identifizieren sich mit dem kulturellem Highlight. Foto: Markus Häggberg

Es ist das vierte Highlight. Das Lichtenfelser Klassik-Open-Air bringt wieder Künstler Sonderklasse in die Stadt. Am 18. und 19. August erklingt am Marktplatz Klaviermusik. Mit Anna Zassimova und Christophe Sirodeau wird ein Duo in der Korbstadt gastieren, das höchste Weihen genießt.

Roberto Bauer hat so seine Vorstellungen. Der Sponsor, der auch so etwas wie der Gastgeber für klassische Klaviermusik ist, geht durch den Innenhof des Anwesens Marktplatz 10 und schüttelt den Kopf. Etwas müsse sich ändern. „Da kommen Hussen hin“, erklärt der Herrenausstatter zur Bestuhlung bei dem Open-Air. Zurzeit sind hier Bierbänke aufgebaut, denn noch gibt es hier Kabarett, Lesungen und Populärmusik. Doch seit Jahren ist Lichtenfels auch ein Ort, der in den Fokus von Klassikliebern gerückt ist – sei es durch die Reihe „Weltklassik am Klavier“ oder das Klassik-Open-Air. In diesem Jahr wird das Klassik-Open-Air nicht coronabedingt ausfallen, dafür sorgen nicht zuletzt auch Sponsoren und die „Stiftung unser Lichtenfels.“ Eine Abordnung der Stiftung nahm jetzt bei einer Pressekonferenz zum kommenden Ereignis den Innenhof des Marktplatz 10 in Augenschein.

Wie Sponsoren und Musiker das ErEreignis ermöglichen

Valentin Babic von der Firma Druckprofi ist ebenso Sponsor wie Andreas Leikeim von der Altenkunstadter Brauerei und Daniela Buchberger von der R+G Beteiligungs GmbH. Nur Rolf Müller von Piano Müller ist verhindert. Sie alle verbindet der Gedanke, ein Lichtenfelser Veranstaltungs-Highlight am Laufen zu halten. Doch unter welchen Sternen steht es gerade?

Die Verbundenheit der Lichtenfelser zu ihrem Open-Air betont Bürgermeister Andreas Hügerich. „Das Bedauern, dass es im letzten Jahr nicht stattfinden konnte, war riesig“, sagt er. „Es hat Menschen auch immer zusammengebracht.“ Dabei würdigt er auch die Treue der Sponsoren, die die Pandemie überdauert hat. Auch das Interesse der Besucher scheint sich erhalten zu haben: Citymanager Steffen Hofmann berichtet, dass schon 50 Tickets verkauft wurden und nicht nur an Einheimische, sondern sogar an Interessierte aus Nürnberg. „Und das, obwohl die Veranstaltung noch nicht beworben wurde“, fügt er an.

Doch was in diesem Jahr anders sein wird, dürfte sich auf das Tempo beim Ticketkauf auswirken. Waren sonst in den Jahren zuvor über 1000 Menschen auf dem Marktplatz zusammengekommen, so ist die Besucherzahl nun auf rund 400 begrenzt. Doch dahinter, das wird in der Runde betont, steckt auch eine Freundlichkeit und ein Entgegenkommen der beiden Künstler. Sie standen schon im vergangenen Jahr auf dem Spielplan des hiesigen Klassik-Open-Airs und werden nun ihr wegen der Pandemie ausgefallenes Konzert nachreichen.

Zwei Abende mit je 200 Plätzen: Man sollte rasch bestellen

An zwei Abenden und vor jeweils 200 Besuchern. Je früher Interessenten ihre Eintrittskarten erwerben und je klarer sie wissen, mit wie vielen Personen sie die Konzerte besuchen kommen, umso leichter kann die Bestuhlung unter Corona-Vorschriften erfolgen. „Am besten schnell buchen“, rät Hofmann und Bauer geht noch einen Schritt weiter: „Die Telefone müssen glühen.“

Auch über den Preis wurde geredet. Zwölf Euro wird ein Ticket kosten, aber im Grunde werden es nur zwei Euro sein. Denn: Für zehn Euro erhält jeder Besucher eine LIF-Card, einen Lichtenfelser Einkaufsgutschein also. Doch hinter diesem Preis, von dem Citymanager Hofmann sagte, dass man ihn „niedrigschwellig anbieten“ wollte, steckt auch ein Geschenk der Künstler. „Sie sind uns finanziell entgegengekommen – das ist eine große Geste“, hebt Bauer hervor.

Eine Chopin-Spezialistin und ein großer Brahms-Interpret

Und das von Weltklasse-Künstlern. Anna Zassimova ist Musikwissenschaftlerin, Kunsthistorikerin und Musikpädagogin russischer Herkunft. Aber vor allem ist sie eine Pianistin mit hohen Weihen, nominiert für CD-Preise und ausgewiesene Kennerin von von Klavier- und Kammermusik des Fin de Siecle in Russland sowie Werke von Frédéric Chopin. Auf der anderen Seite der Pariser Pianist Christophe Sirodeau, ein Instrumentalist und Komponist von internationalem Ansehen, besonders wissend um das Werk Johannes Brahms. Um den wird es am 18. und 19. August auch gehen, so wie auch um Antonin Dvorák, Franz Liszt, Robert Schumann, Claude Debussy oder Peter Tschaikowski.

Die Vorbereitungen laufen und die Hussen werden auch da sein. Roberto Bauer, der angibt, wegen Terminierungen häufiger Kontakt mit den Künstlern gehalten zu haben, freut sich auf den 18. und 19. August. Augenzwinkernd sagt er, es gehe auch darum, ab 20 Uhr (Einlass ab 19 Uhr) „etwas Niveau nach Lichtenfels zu bringen.“ Mit dem Niveau ist es aber auf rein akustischer Ebene noch nicht getan, denn es kann noch gesteigert werden. Für die Konzertbesucher verspricht Bürgermeister Hügerich die Aussicht, das Konzert bei gutem Essen und Getränken zu genießen. Auch dafür wird gesorgt sein.

Kartenbestellung in der Tourist-Information der Stadt unter Tel. (09571) 79 51 01 oder online bei www.flecht-kultur-sommer.de.

Von Markus Häggberg

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