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BAYREUTH / MÜNCHEN

Zukunftsstiftung Ehrenamt würdigt digitale Projekte

Umgang mit Verlust: Wohin wende ich mich mit meiner Trauer?
Auch die Hospizarbeit wird durch die Zukunftsstiftung Ehrenamt unterstützt. Foto: Christin Klose

Unsere Demokratie lebt davon, dass sich Menschen einbringen und anstehende Aufgaben freiwillig übernehmen. Ihr Einsatz für die Gesellschaft ist unverzichtbar und verdient besondere Anerkennung. Deshalb unterstützt die Zukunftsstiftung Ehrenamt Bayern Strukturen und neue Ideen für ein gelingendes Ehrenamt. „Wer sich engagiert, ist in bester Gesellschaft. Sie, liebe Ehrenamtliche, machen Bayern wärmer, sicherer und bunter. Wir, als Zukunftsstiftung Ehrenamt Bayern, unterstützen Sie dabei. Auch in diesem Jahr erhalten 35 herausragende Beispiele für Bürgerschaftliches Engagement zum Thema ,Ehrenamt 4.0: Teilhabe an der digitalisierten Welt' aus Bayern eine finanzielle Starthilfe. Dafür investiert die Zukunftsstiftung Ehrenamt Bayern in 2021 rund 150 000 Euro“, so Bayerns Sozialministerin und Vorstandsvorsitzende der Zukunftsstiftung Ehrenamt Bayern Carolina Trautner.

Die gesellschaftlichen Themen und Herausforderungen, denen sich die geförderten Projekte widmen, sind vielfältig. Eine Übersicht der Projekte finden Interessenten unter: www.ehrenamtsstiftung.bayern.de.

Durch zukunftsweisende Konzepte und Ideen wird das Ehrenamt in Bayern nachhaltig gestärkt. Die Zukunftsstiftung Ehrenamt Bayern unterstützt sieben spannende Projekte in Oberfranken.

Das Seniorenbüro der Stadt Rödental hat mit Unterstützung der Zukunftsstiftung Ehrenamt Bayern in Kooperation mit der Bürgerstiftung Kerscher aus Nürnberg und deren zusätzlicher Förderung die digitale Initiative „Auch im Alter Online“ gestartet und unterstützt ältere Menschen bei der Nutzung digitaler Angebote. Für diese Idee erhält das Seniorenbüro eine Fördersumme von 5000 Euro. Dem Ausbau zum digitalen Lernort steht nun nichts mehr im Wege.

Ab sofort stehen den Rödentaler Senioren und Seniorinnen Smartphones und Tablets zum Ausleihen zur Verfügung. Unter Anleitung von Jugendlichen der Mittelschule werden erste Schritte in die digitale Welt gewagt.

Verantwortungsvoller Umgang mit den Medien lernen

Viele Eltern und auch Aufsichtspersonen haben Probleme beim Umgang ihrer Kinder mit digitalen Medien (Handy, Tablet, Laptop etc.). Wie kann man Kinder und Jugendliche der verschiedenen Altersstufen zum „vernünftigen“ Umgang mit diesen Medien anleiten? Der Kinderschutzbund Kreisverband Bayreuth bildet ein regionales Netzwerk mit vielen Partnern, die im Bereich Jugendschutz und Cybergrooming, Medienpädagogik und Medienkompetenz aktiv sind.

Gleichzeitig ist er eine professionelle Anlaufstelle für alle Ratsuchenden, gibt relevante Erziehungsberatung und vermittelt zu Partnern im Netzwerk. Unterstützt durch die Zukunftsstiftung Ehrenamt Bayern soll eine Tagesveranstaltung mit geladenen Rednern sowie mit Netzwerkpartnern (Behörden, andere Vereine, Stadtbibliothek etc.) durchgeführt werden, die über ihre speziellen Angebote zum Thema „Medienkompetenz“ und „Medien-Jugendschutz“ berichten. Kontakt: www.kinderschutzbund-bayreuth.de.

Ehrenamtliche Trauerbegleitende

Die ehrenamtlichen Trauerbegleitenden der Verwaisten Eltern gehen neue digitale Wege: Online-Trauerbegleitung zu jeder Zeit, von jedem Ort aus und für alle Betroffenen – in ganz Bayern. Trauer ist Schwerstarbeit für Körper und Seele, vor allem in Familien nach dem Tod eines Kindes. Die bayernweit tätigen, ehrenamtlichen Trauerbegleitenden des Vereins Verwaiste Eltern und trauerden Geschwister München sollen zukünftig den Betroffenen die Trauerbegleitung auch online anbieten: einfach, zeitnah und kostenfrei – in ganz Bayern. Dafür entwickelt der Verein durch die Förderung der Zukunftsstiftung Ehrenamt Bayern ein Buchungssystem für Online-Meetings. Ein Schwerpunkt des Projekts ist zudem die Schulung der Ehrenamtlichen im Bereich der Online-Beratung. Mehr Infos unter www.ve-muenchen.de.

Hilfe bei Suizidgedanken

Suizide sind die zweithäufigste Todesursache junger Menschen in Bayern. Das Programm YAM. Mental Health Initiative (MHI), ein junges Social Impact Startup aus München, will das ändern und bereitet die Umsetzung des Programms Youth Aware of Mental Health (YAM) in Bayern vor. YAM richtet sich an Jugendliche4 im Alter von 13 bis 17 Jahren. Wissenschaftliche Studien konnten zeigen, dass YAM Suizidversuche und ausgeprägte Suizidgedanken um 50 Prozent und Neuerkrankungen an Depressionen um 30 Prozent senkt. Grundlage für die Durchführung von YAM ist das Engagement von geschulten Ehrenamtlichen. Mehr Informationen unter www.mental-health-initiative.org und www.y-a-m.org.

Corona-Tagebuch: Das große Schnattern
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Frauen Mut für das Ehrenamt machen

Die Hospizbewegung ist eine ehrenamtliche Bürgerbewegung, die zum Großteil von Frauen getragen wird. In den Vorstandsämtern sind Frauen jedoch stark unterbesetzt, weshalb der Bayerische Hospiz- und Palliativverband Landshut mit dem durch die Zukunftsstiftung Ehrenamt Bayern geförderten Seminar „Vorständinnen gesucht! Ein Führungsseminar von Frauen für Frauen“ Frauen in ihrer Durchsetzungskraft und Führungskompetenz coachen und Wissen über die Vereinsführung und das Vereinsrecht vermittelt möchte. Damit soll Frauen Mut gemacht und ihnen die Sicherheit gegeben werden, ein Vorstandsamt zu übernehmen. Angesprochen werden alle ambulanten Hospizdienste in Bayern. Mehr Informationen unter www.bhpv.de.

Welche gemeinsamen Werte brauchen wir? Hier diskutieren wir digital über unsere Werte und wie wir unser Leben gestalten. Welche gemeinsame politische Kultur ist erforderlich, um eine Demokratie zu leben? Im Mittelpunkt stehen hierbei Frauenthemen, Integration, Kinderrechte, Antisemitismus, Extremismus oder Verschwörungserzählungen. Das Projekt „Gemeinsam 2.1!“ der AIPSO Akademie und Institut für Politik- und Sozialwissenschaften München, wird von der Zukunftsstiftung Ehrenamt Bayern unterstützt. Kontakt: www.aipso.de.

Diversität prägt nicht nur das Zusammenleben in unserer Gesellschaft, sie ist ebenso beliebter Erzählgegenstand in der aktuellen Kinder- und Jugendliteratur. Ziel des Projektes „Vielfalt Lesen! Diversität in Kinder- und Jugendbüchern entdecken“ des Sankt Michaelsbundes, Landesverband Bayern, ist es, den ehrenamtlich Tätigen in kostenfreien Online-Fortbildungen mit Überblicksveranstaltungen zur Darstellung von Diversität in der aktuellen Kinder- und Jugendliteratur zur Seite zu stehen und dies weiterführend in der Begegnung mit Autorinnen wie zum Beispiel Kirsten Boie, Andrea Karimé oder Karin Schnebel zu vertiefen.

Vorgesehen sind derzeit 15 Veranstaltungen darunter in Bamberg (17. November/26. Januar). Informationen unter www.michaelsbund.de.

Zukunftsstiftung Ehrenamt

Die Zukunftsstiftung Ehrenamt Bayern wurde am 1. Februar 2018 vom Freistaat Bayern gegründet, um Freiwilligen vor Ort das Bürgerschaftliche Engagement zu erleichtern. Die gemeinnützige Stiftung öffentlichen Rechts fördert Projekte, Initiativen, Organisationen und Vereine, die mit zukunftsweisenden Konzepten und Ideen durch ehrenamtlichen Einsatz das Gemeinwohl nachhaltig stärken und unterstützen. Vorstandsmitglieder der Stiftung sind Bayerns Sozialministerin Carolina Trautner, Professorin Dr. Doris Rosenkranz und Geschäftsführerin Jusra Al-Kaisi.
 

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