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Wort zur Besinnung von Pfarrer Geyer aus Burgkunstadt

Pfarrer Heinz Geyer. Foto: red

Wort zur Besinnung

König Friedrich II. von Preußen, so wird erzählt, besuchte einmal eine kleine Schule in Berlin. Dort unterrichtete ein alter Feldwebel für sechs Groschen in der Woche. Der König erwartete, hier nicht viel Gutes zu finden, rief einen der Schüler nach vorne und begann, ihn auszufragen.

„Wo sind wir?“ - „In der Schule.“

„Wo ist die Schule?“ - „In Berlin.“

„Wo liegt Berlin?" - In Brandenburg.“

„Wo liegt Brandenburg?“ - „In Preußen.“

„Wo liegt Preußen? - „In Europa.“

„Wo liegt Europa? - „In der Welt.“

„Wo liegt die Welt?“ - „In Gottes Hand.“

Der König lächelte und strich dem Kind über dem Kopf. Zu dem Feldwebel sagte er in knappem Befehlston: „Er hat recht unterrichtet, mach er weiter so!“ Dann ging er befriedigt von dannen.

„Wo liegt die Welt?“ Eine ganz andere Antwort als Friedrich der Große erhielt ein Schulrat auf die gleiche Frage: „Wo liegt die Welt?“ - „Im Argen!“

Ja, vieles in unserer Welt liegt im Argen: Klimakrise, Coronakrise und seit elf Wochen der Ukrainekrieg mit den Schreckensmeldungen von Massengräbern, blindem Hass und zerstörten Städten und den Bildern der verzweifelten Menschen, die leiden und fliehen,

rufen Ratlosigkeit, Unsicherheit und Angst hervor – gerade auch bei jungen Menschen. Doch auch wenn unsere Welt aus den Fugen scheint - sie bleibt in der Hand Gottes, der spricht: „Ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung!“ (Jeremia 29,11).

Als Christen vertrauen wir darauf: Gottes Gedanken der Liebe und des Friedens sind letztlich stärker als aller Hass, alle Machtgier und alle Gewalt von Menschen. In dieser Hoffnung können wir eintreten für den Frieden mit unserem Gebet und unserem Handeln. Wir können mit unseren Kräften Leid lindern, die Flüchtlinge, die bei uns Schutz suchen, mit offenen Herzen und Händen aufnehmen und sie begleiten.

Aller Mutlosigkeit und allem bangem Fragen „Wo liegt die Welt?“ können wir die Zuversicht entgegenstellen: „In Gottes Hand!“

Pfarrer Heinz Geyer,

evangelische Kirche Burgkunstadt

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