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LICHTENFELS

Wort zur Besinnung: Corona–Pandemie: Das Beste daraus machen – immer wichtig!

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Wort zur Besinnung

Im Frühjahr, mitten im „Shut Down“, erinnere ich mich gelesen zu haben, dass ein Soziologe prophezeite: Im Herbst werden wir befreit aufatmen und uns abstandslos frei bewegen, mehr denn je das ungezwungene Miteinander genießen und auf diese Corona-Krise zurückschauen als eine Lehrstunde der Menschheit.

So viele teilten im Frühling diese Hoffnung, dass - wenn auch noch kein wirksames Medikament oder ein vorsorgender Impfstoff auf dem Markt sei - sich im Herbst unser Leben wieder weitest gehend normalisiert hätte. Auch in unseren Pfarreien, in unserer Diözese, wurden Termine und Veranstaltungen abgesagt und verschoben mit dem Stichwort

„Nach den Sommerferien“. Tja nun: „nach den Sommerferien“ ist jetzt. Und jetzt kommt er, dieser Corona-Herbst 2020, mit weiteren Absagen von großen und kleinen Festen: Denken wir an den Lichtenfelser Korbmarkt, an die Kirchweih – und Erntedankfeste. Kindertagesstätten-Leitungen und Pfarrgemeinden zucken ratlos mit den Schultern: Was wird aus den vielen Martinszügen für Groß und Klein? Gar nicht daran zu denken, wie es eine Winterzeit geben kann ohne Adventsmärkte und Weihnachtsfeste, ohne die in dieser Zeit gut besuchten Gottesdienste und Konzerte.

Wir werden uns vorerst auf unbestimmte Zeit an die bekannten Grundregeln halten müssen: sich mit Fremden nicht zu nahe kommen, Maske ins Alltagsgepäck und immer überall Hygiene walten lassen.

Mitten in dieser Corona Zeit-hat sich da aber auch eine Volksweisheit entwickelt und bewährt: „Das Beste daraus machen!“ – „Das Beste daraus machen“, da denke ich an die Bilder und Posts von Freunden und Bekannten aus diesem Corona-Sommer: Eine Familie, die gemeinsam unsere schöne Landschaft mit dem Rad neu entdeckt, an die Freunde, die in den bayerischen Bergen mit Mundschutz am Rucksack die Aussicht genießen, und an die, die am Strand liegen mit wahrlich ausreichend Abstand. Oft versehen waren diese Bilder mit der Unterschrift: „Wir machen das Beste daraus!“

Ich denke auch an die, die im Biergarten, mit vereinzelten Essensbuden, in Freizeiteinrichtungen und Angeboten auch unter diesen Auflagen für sich und für uns das Beste herausholten. Ich denke an die Open Air-Gottesdienste, die eine neue Art von im Glauben freier Gemeinschaft vermittelten.

Ja, das ist wohl das, was in der andauernden Corona-Krise hilft zu leben und für manche sogar existenziell zu überleben: „Das Beste daraus machen!“ Eigentlich ist es immer wichtig. Denn Leben ist nicht perfekt, wird es nie sein. Gerade der christliche Glaube sieht und erkennt die Fallstricke, die Schwächen des menschlichen Lebens, weiß, dass dies hier nicht das Paradies ist. Daher gilt aus dem Glauben die Vorgabe, ja Ermahnung: Mach das Beste aus deinem Leben! Auch wenn dein Leben nicht perfekt ist: Mach das Beste daraus! Auch wenn die Zeiten schlechter sind: Mach das Beste daraus! Auch wenn die Zukunft unsicher ist: Mach, dass das Beste daraus wird. Es ist, wie es ist. Aber es ist das, was du daraus machst! Und du kannst es zum Besten hin verändern im Vertrauen auf Gott, der das Beste für dich und diese Schöpfung will!

Machen wir um Gottes Willen das Beste aus diesem Herbst 2020 für uns und für unsere Mitmenschen!

Birgit Janson,

Pastoralreferentin,

Seelsorgebereich Lichtenfels - Obermain

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