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OBERLANGHEIM

Wie Richard Galla seine Berta eroberte

Richard und Berta Galla. Foto: Heinz Fischer

Das seltene Fest der Eisernen Hochzeit, das 65-jährige Ehejubiläum, feierten in diesen Tagen die allseits beliebten Eheleute Berta und Richard Galla aus Oberlangheim.

Berta, geborene Mack, erblickte am 11. Januar 1934 in Oberlangheim das Licht der Welt, Richard wurde am 29. Mai 1934 in Misslitz (Südböhmen) geboren. Nach Vertreibung und Flucht gelangte er 1946 mit Eltern und Geschwistern nach Isling, wo er aufwuchs und auch die Schule besuchte. Eine Schreinerlehre in Klosterlangheim bestimmte seine berufliche Laufbahn. Berta Mack lernte Näherin in Lichtenfels.

So traf der Richard als junger Bursche eines Tages die Berta in Oberlangheim. Nachdem er zunächst von ihren hübschen Riemchensandalen fasziniert war, gefiel ihm schon bald die ganze Oberlangheimerin und auch ihr Herz schlug heftig für den charmanten Jüngling. Sie trafen sich in der Flur und als man auf einen großen Eichenstamm Platz nehmen wollte, lehnte die Berta dies ab, damit ihr Kleid nicht mit Harz verschmutze. Richard schlug galant vor, sie möge sich doch auf seine Beine setzen. Der Beginn einer großen Liebe, die bis heute dauern sollte.

So schritten sie am 28. Juli 1956 in der kleinen Filialkirche von Oberlangheim zum Traualtar. Der Alltag fand Richard Galla wieder in seinem Schreinerberuf, Berta kümmerte sich um Haushalt und die Kinder, welche nach und nach die Familie vergrößerten. Ende der 1960-er Jahre zogen sie in das schmucke Eigenheim in der Abt-Candidus-Straße ein. Eine kleine Landwirtschaft mit Kühen, Schweinen und Kleinvieh betrieben die Eheleute lange Jahre nebenbei.

Von 1974 bis zu seinem Ruhestand 1992 war Richard Galla beim Landkreis angestellt, er verwaltete umsichtig die damalige Mülldeponie Oberlangheim. Bis heute versorgen sich die Eheleute bei relativ guter Gesundheit selbstständig, wobei der Part des Kochens meist an den Ehegatten fällt, ist dies doch sein liebstes Hobby. Der Garten ist das Revier der Hausfrau.

Neben den Gratulationen von Freunden und Nachbarn kamen zum 65-jährigen Ehejubiläum auch Grußadressen von Stadt und Landkreis Lichtenfels sowie von Ministerpräsident Markus Söder. Gefeiert wurde, wie heute üblich, im kleinen Kreis. Mit Berta und Richard Galla freuen sich zwei Söhne, vier Töchter, neun Enkel und sieben Urenkel. Das Obermain-Tagblatt schließt sich den guten Wünschen an.

Von Heinz Fischer

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