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Wetterregeln und Volksglaube im Juli: Kommt eine Hitzewelle?

Wetterregeln und Volksglaube im Juli: Kommt eine Hitzewelle?
Reife Getreidefelder mit Blick zur Adelgundiskapelle auf dem Staffelberg. Foto: Erik berkenkamp

Nach monatelangen corona-bedingten Einschränkungen genießen wir am Obermain wieder die Freiheiten in der Natur. Gerade auf den Besuch eines Biergartens am Obermain haben sich viele gefreut. Umso mehr richtet sich der Blick auf die Wetterprognosen.

Nach dem Hundertjährigen Kalender soll das Wetter im Juli wechselhaft werden: Regen, Gewitter und viele heiße Tage. Trotzdem können wir noch keinen Supersommer erwarten. Die ersten drei Tage beginnen mit einem trüben und regnerischen Wetter. Vom 4. bis zum 9. Juli kann uns große Hitze bei schönem Wetter verwöhnen oder auch plagen. Ob wir dabei Hitzerekorde erwarten können, wird sich zeigen.

Danach müssen wir zwei Tage den Sonnenschirm mit dem Regenschirm tauschen, denn nach den Prognosen von Abt Knauer aus Langheim soll es am 10. und 11. Juli Regenwetter geben.

Längere Hitzewelle ab dem 12 Juli?

Anschließend soll bis zum 27. Juli eine längere Hitzewelle ohne Regen folgen. Diese kann bis zum Monatsende anhalten, auch wenn wir an den letzten Tagen mit täglichem Regenwetter rechnen müssen. Hoffentlich kommt kein Hagel hinzu und zerstört die Getreideernte, denn ein Spruch sagt: „So selten wie ein Kopf ohne Nagel, so selten ein Juli ohne Hagel“ und ein weiterer sagt: „Hört der Juli mit Regen auf, geht leicht ein Teil der Ernte drauf.“

Auf jeden Fall können sich die Landwirte über einen schönen St. Anna-Tag (26.) freuen, denn eine Wetterregel sagt zu diesem bekannten Lostag: „Anna warm und trocken, macht den Bauern frohlocken.“ Ein anderer Spruch weist schon auf den Winter hin, und dafür ist das Tierverhalten schuld: „Werfen die Ameisen an St. Anna höher auf, so folgt ein strenger Winter drauf.“ Dagegen zeigt das Verhalten der Bienen den nächsten Regen an, denn eine Wetterregel sagt: „Wenn am Stock die Bienen bleiben nah, ist der Regen schon bald da.“

Gewitter und Wetterläuten

Obwohl wir mitten im Sommer sind, verlassen uns bald die ersten Zugvögel: „Ist Jakob (25.) am Ort, ziehen die Störche bald fort.“ Sollten sich auch schon die Schwalben sammeln, dann könnte folgende Wetterprognose dahinter stehen: „Wenn die Schwalben Ende Juli schon ziehen, sie vor der baldigen Kälte fliehen.“

Ebenso müssen wir in diesem Sommermonat immer wieder mit einem Gewitter rechnen. Der Brauch des Wetterläutens bei einem Gewitter ist seit langem in unserer Gegend ausgestorben. Ja, er wurde sogar 1783 als Aberglaube verboten. Doch der Volksglaube hielt sich noch über Generationen in den katholischen Gegenden. Der Schall einer geweihten Glocke sollte jedes Unwetter vertreiben.

In diesem Brauch klingen noch die Ängste aus jenen Zeiten durch, in denen die Bauersleute den Naturmächten hilflos ausgeliefert waren und das Wetterläuten oft die letzte Hoffnung verhieß, die Vernichtung der Ernte oder den Blitzeinschlag in den Häusern abzuwehren. Die Angst vor Gewittern war in der Bevölkerung stark vertreten, es gab ja noch keinen Versicherungsschutz und keine Blitzableiter. In ihrer Not wurden bis vor wenigen Jahrzehnten geweihte schwarze Wetterkerzen angezündet. Daran kann sich noch der Autor dieser Zeilen erinnern.

Besondere Gäste in der lauen Sommernacht

Im gesamten Juli können wir in einer lauen Sommernacht besondere Gäste beobachten, die Glühwürmchen. Bei Tageslicht sehen die kleinen braunen Käfer, die gerade mal zehn Millimeter lang sind, ziemlich unscheinbar aus. Das ändert sich, wenn es dunkel wird: Sie knipsen ihr Licht im Hinterleib an und beflügeln als Glühwürmchen mit ihrem leuchtenden Tanz in der Dunkelheit auch so manche romantischen Gefühle bei uns Menschen.

Wenn Sie Glühwürmchen entdecken wollen, suchen Sie am besten offenes Gelände auf: feuchte Wiesen, Waldränder, aber auch Gewässer. Das Leuchten in der Dunkelheit hilft den Leuchtkäfern bei der Partnersuche. Wobei nicht nur die Männchen leuchten, sondern ebenso die Weibchen.

Glühwürmchen haben es oft nicht leicht in unseren modernen Gärten: Nächtliche Beleuchtungen erschweren die Partnersuche, Schneckenkorn raubt ihnen die Nahrungsgrundlage. Wer Glühwürmchen in seinen Garten locken will, sollte auf nächtliche Beleuchtung und Gift verzichten und stattdessen einer naturbelassenen Wildwiesenecke Platz einräumen.

Walnussbaum und Balkonpflanzen gegen Stechmücken

Lästige Stechmücken und Fliegen stören oft in warmen Sommernächten den Schlaf bei offenem Fenster. Auf natürliche Weise kann Abhilfe geschaffen werden. Kleine Balkontomaten, rechts und links Basilikum und Studentenblumen passen nicht nur gut zusammen. Gemeinsam in einem Balkonkasten hält dieses Trio auch die Stechmücken davon ab, ins Schlafzimmerfenster zu fliegen.

Auch Stangenbohnen mit Bohnenkraut und bunten Ringelblumen sehen nicht nur gut aus: Ihr Duft lenkt Mücken davon ab, ins Schlafzimmer zu fliegen. Ein Walnussbaum bietet im Sommer nicht nur einen wunderbar schattigen Platz in den heimischen Gärten und Biergärten am Obermain. So sieht man oft bei alten Bauernhäusern Walnussbäume stehen - nicht ohne Grund, denn Bremsen, Fliegen und Stechmücken mögen den Duft des Baumes gar nicht gerne.

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Josef Motschmann

Von Andreas Motschmann

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