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Wetterregeln für Oktober: Wütendes Wetter am Monatsende?

Wetterregeln für Oktober: Wütendes Wetter am Monatsende?
Schenkt uns der Oktober einige schöne Tag zum Spaziergang im herbstlichen Wald? Foto: Andreas Motschmann

Der erste Sonntag im Oktober ist traditionell das Erntedankfest. Vereine schmücken mit Früchten von Feld und Garten die Kirchen in unserem Landkreis. Leider vergammelt erschreckend viel von der alljährlichen Ernte, während anderswo Menschen hungern. Nach Aussage der Naturschutzorganisation WWF bleibt etwa 20 bis 30 Prozent der Gemüseproduktion ungenutzt auf dem Acker liegen.

Der in Deutschland junge Brauch der Halloween-Nacht beschließt in diesem Jahr am fünften Sonntag den Oktober. Gruselige ausgeschnitzte Kürbisse sind in Vorgärten und Hauseingängen zu sehen. Einige Jahrzehnte vorher, als Halloween in unserer Gegend noch nicht bekannt war, sah man stattdessen ausgehöhlte Futterrüben mit einer Kerze darin.

Zeitumstellung am 31. Oktober

Wie schnell es abends dunkel wird, bekommen wir spätestens ab dem 31. Oktober zu spüren, dem Tag der Zeitumstellung. Die Uhren werden von drei auf zwei Uhr zurückgedreht. Wir gewinnen eine Stunde. Ab diesem Zeitpunkt gilt die Winterzeit, die Normalzeit.

Der Name Oktober stammt von den Römern, der 8. Monat, denn die Zahl Acht heißt in Lateinisch octo. Gilbhart ist eine deutsche Bezeichnung. Gilb bedeutet gelb und hart steht für viel. Also ein Monat, in dem es viel gelbes Laub gibt. Der Gilbhart zelebriert seinen eigenen Untergang in der fröhlichsten Buntheit, denn er ist ein Herbstmonat. Vielleicht trifft heuer der Spruch zu: „Fällt das Laub recht bald, wird der Herbst nicht alt.“

Traditionell wurde in manchen Kulturen jedem Vollmond ein Name zugeordnet. Alte deutsche Monatsnamen zeugen davon, dass dies auch in Mitteleuropa der Fall war. Für Oktober geht die alte deutsche Bezeichnung „Weinmond“ auf den Zeitpunkt der Weinlese zurück. Außerdem wird der Oktober-Vollmond als Jägermond bezeichnet.

Was prophezeit der Hundertjährige Kalender?

Abt Knauer, der den Hundertjährigen Kalender schrieb, prophezeit für den Oktober viele Regentage. Unsere Altvorderen liebten das: „Oktoberregen verspricht ein Jahr voller Segen.“ Die ersten drei Tage, so Abt Knauer, würden hell und windig, der Boden sei am Morgen hart gefroren. Danach komme bis zum 9. Oktober Regen und starker Sturm: „Regen an Pelagius (8.) bringt dem Winzer viel Verdruss“ und „Regnet?s an Sankt Dionys (9.), regnet?s den ganzen Winter g?wiss.“ Nur zwei sonnige Oktobertage verspricht der Hundertjährige Kalender. Danach sei bis zum 26. Oktober eine längere Regenperiode zu erwarten. Goldener Oktober? Fehlanzeige.

Für die letzten Oktobertage wird Frühnebel vorhergesagt mit kalten Winternächten (im Oktober!): Sturmwind und dickes Eis zum Monatsende. Ob dies schon ein Fingerzeig auf einen baldigen Winter ist? Eine Bauernregel sagt: „Im Oktober Sturm und Wind, uns den frühen Winter kündt.“

„Im Oktober Sturm und Wind, uns den frühen Winter kündt.“
Bauernregel

Sollte der Oktober wie vorhergesagt frostig werden, könnte das kommende Jahr mild beginnen: „Bringt Oktober Frost und Wind, wird der Januar gelind.“ Die Erklärung dazu: Der Oktober zeigt oft einen gegenteiligen Witterungscharakter zum folgenden Januar. In 83 Prozent der Fälle schneit es dann im Januar zu wenig.

Es kann im Oktober oft schon Frost und sogar Schnee geben. Mitte Oktober 2015 fiel sogar so viel Schnee, dass der Bahnverkehr vereinzelt eingestellt wurde; belaubte Bäume hatten den Schneemassen nicht standgehalten. Ob es für den diesjährigen Oktober ebenfalls Anzeichen für winterliche Allüren gibt? Das wird sich zeigen. Auf Winterreifen sollten wir ab Oktober ohnehin umstellen. Bei kühlen Temperaturen haben Winterreifen große Vorteile gegenüber Sommerreifen.

Giftige Schönheit mit leuchtend purpurner Farbe

Blühende Blumen und Stauden ziehen sich im Herbst zurück, die Herbstzeitlose erscheint. Im Oktober prahlen die zirka 20 Zentimeter großen Blumen in leuchtenden purpurnen Farbtönen mit der Herbstsonne um die Wette. Mit ihrer verschwenderischen Blütenfülle täuscht die Herbstzeitlose über ihren hohen Giftgehalt hinweg. Von den Herbstblumen geht eine gesundheitliche Bedrohung für Mensch und Tier aus. Der absichtliche oder unabsichtliche Verzehr bereits kleiner Mengen kann tödlich sein.

Fatalerweise sehen die Blumen Krokussen zum Verwechseln ähnlich. Besonders deren Blätter im Heu können Probleme für die Tiere bereiten: Das Gift ist auch im getrockneten Zustand wirksam. Werden die Pflanzenbestandteile über das Futter aufgenommen, kann es bei Pferden zu einer Reihe von Vergiftungssymptomen kommen, so zu Koliken, Krämpfen, Schweißausbrüchen und Kreislaufstörungen.

Die Herbstzeitlose wird von Bienen und anderen Bestäubern gerne angeflogen. Diese Blumen sind ideale Energielieferanten in der späten Jahreszeit. Obwohl Colchicin hochgiftig ist, wird der Stoff zur Herstellung von Medikamenten verwendet. Er wird hauptsächlich aus den Samen der Herbstzeitlose gewonnen und zum Beispiel bei der Behandlung von Gicht angewendet.

Haamkumma

Haamkumma

und di Annen

zwischben sich zuu:

„Den kenna me doch!“

Haamkumma

und übe fünf Eggn

ze höen griing:

„Dä koo fei

widde fodd!“

Dehamma bleim,

groud edzed

öschd rächd.

Josef Motschmann

Von Andreas Motschmann

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