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LICHTENFELS

Wetter- und Bauernregeln im Oktober

Früher gingen die Holzsammlerinnen durch die Wälder, um für die beginnende kalte Jahreszeit rechtzeit für Feuerholz sorgen. Das zeigt das Motiv auf dieser alten Postkarte, welche vor hundert Jahren verschickt wurde. Foto: Repro: Motschmann

Im farbenprächtigen Herbst ist die Laubfärbung in vollem Gange. Bei sonnigem Wetter kommt der Farbenzauber der Blätter erst recht zur Geltung. Der goldene Oktober steht nicht nur für das Wetter, sondern auch für Veranstaltungen Pate. So finden in diesem Monat unter dem Titel: „Auf in den goldenen Oktober“ ein Bildungsangebot für Senioren in Vierzehnheiligen statt. Aktuelle Langfristprognosen prophezeien vor allem für den Oktober eine facettenreiche Witterung. Zu Beginn des zweiten Herbstmonats dürfen wir uns auf einen goldenen Oktober einstellen. Anfang Oktober ist ein Sturmtief über dem Atlantik und ein Hoch südöstlich von Deutschland. Damit könnte nochmal warme Luft zu uns strömen. Ein goldener und warmer Oktoberstart wäre die Folge.

Heute Langfristprognosen, früher Bauern- und Wetterregeln

Der Wunsch nach einer Wettervorhersage hatte immer bestanden. Auf Langfristprognosen konnten unsere Altvorderen nicht zurückgreifen. Deshalb werden seit vielen Generationen die Bauern- und Wetterregeln und ebenso der Hundertjährige Kalender dafür genutzt. Abt Knauers Kalender sagt keinen goldenen Oktober voraus: die ersten 13 Tage sollen unbeständig werden. Sollte schon der 1. Oktober mit einem Regentag beginnen, erfüllt sich womöglich folgender Wetterspruch: „Regen an Sankt Remigius bringt für den ganzen Monat Verdruss.“ Haben wir es ebenfalls am 9. des Monats mit Regen zu tun, müssen wir uns einer alten Bauernregel gemäß auf einen nassen Winter einstellen: „Regnets an Sankt Dionys, wird der Winter nass gewiß.“ Grundsätzlich braucht die Natur mehr Regen, denn dies war der dritte zu trockene Sommer in Folge.

„Sankt Wolfgang Regen, verspricht ein Jahr von Segen“

Vom 14. bis zum 22. Oktober soll es sogar ungewöhnlich kalt werden. An diesen Tagen wird es durchgehend Frost geben. Eine alte Wetterbeobachtung bestätigt: „Sankt Gallus (16.) treibt die Kuh in den Stall, den Apfel in den Sack und lässt den ersten Schnee fallen.“ Vier Tage Regen und Schnee werden folgen. Dazu passend der Spruch: „An Ursula (21.) muss das Kraut herein, sonst schneien Simon und Judas (28.) drein.“ Anschließend nochmals zwei frostige Tage, der letzte Oktobertag verabschiedet sich mit Regen. Da träfe dann der Lostagspruch zu: „Sankt Wolfgang Regen, verspricht ein Jahr von Segen.“ Bei diesen kalten Wettervorhersagen kommen wir auf das Thema Raupen; die waren schon immer eine Herausforderung. Eine alte Oktober-Wetterregel verspricht Hilfe: „Nichts kann mehr vor Raupen schützen als Oktober-Eis in Pfützen.“

Sollte der Oktober wie vorhergesagt frostig werden, könnte das kommende Jahr mild beginnen: „Bringt Oktober Frost und Wind, wird der Januar gelind.“ Die Erklärung dazu: Der Oktober zeigt oft einen gegenteiligen Witterungscharakter zum folgenden Januar. Überwiegt im Oktober der Zustrom kalter Luft, so dass sogar schon in tiefen Lagen nasser Schnee fällt, folgt mit großer Wahrscheinlichkeit ein milder Januar. In 83 Prozent der Fälle schneit es dann im Januar zu wenig.

Lassen wir uns überraschen, wer Recht hat: die Langfristprognosen oder der Hundertjährige Kalender. Hoffen wir auf ein schönes Herbstwetter mit der Möglichkeit zu herrlichen Wanderungen im bunten Blätterwald. Viele Anregungen haben wir dazu in den letzten Wochen bei den zahlreichen OT-Wandertipps bekommen. Ob eine Wanderung vorbei an den Kellerbäumen bei Prächting oder der große Walnussbaum am nördlichen Ortseingang von Niederau. Vielerorts stehen alte Bäume als Naturdenkmäler und reizvolle Zwischenziele.

Die Holzsammlerinnen in den Wäldern

Früher hatten die Menschen auf dem Land keine Zeit für Wanderungen. In die Wälder ging man, um rechtzeitig für die beginnende kalte Jahreszeit für Feuerholz zu sorgen. Vor allen für die arme Bevölkerung war das nicht leicht. Woher Holz nehmen, wenn man keinen eigenen Wald hat und kein Geld, Holz zu kaufen. Vor hundert Jahren noch konnte man Holzsammlerinnen im Wald sehen, die mühevoll das dürre Holz, welches durch den Wind von den Bäumen fiel, auf dem Waldboden aufsammelten und auf dem Rücken nach Hause trugen. Da gab es in Notzeiten oft Konflikte mit den Waldbauern oder dem Förster. Das war auch noch vor 75 Jahren nach den 2. Weltkrieg der Fall. Der Wald war wie „ausgekehrt“, sogar das Laub wurde herausgetragen und für das Vieh im Stall als Einstreu verwendet.

Kommen wir zu den Langfristprognosen zurück. Grundsätzlich deuten sie im Oktober durchschnittliches Wetter an. Insbesondere zum Monatsende kann es aber bereits stark abkühlen. Die sinkenden Temperaturen im Herbst sind unter anderem auf den abnehmenden Sonnenstand zurückzuführen: Im Oktober verkürzt sich der lichte Tag um rund zwei Stunden.

Oktober verkürzt den Tag um rund zwei Stunden

Wie schnell es abends dunkel wird, bekommen wir spätestens ab dem 25. Oktober zu spüren. An diesem Sonntag ist die Zeitumstellung. Dann werden die Uhren um eine Stunde zurückgestellt.

Goldene Ogdoobe

Wenne als

Schbäid-Summe

douhää kummd,

kaffd na des

kanne me ou.

Obe ve an

Allesiäln-Wäide

wöllme fei

aa nuch

niggs wissn.

Sigsdes, Ogdoobe,

edzed geddes su

wi uns imme widde:

Find amoll en

goldena Middlweech!

Josef Motschmann

Von Andreas Motschmann

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