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LICHTENFELS

Was die Tourismusregion am Obermain auszeichnet

Was die Tourismusregion am Obermain auszeichnet
Das Ehepaar Jungheim aus dem Rheinland, hier beim Kloster Banz, finden die fränkische Mentalität bewundernswert. Foto: Karin Sträßner

„Ich will zur schönen Sommerszeit ins Land der Franken fahren!“ So heißt es im allseits bekannten Frankenlied von Joseph Victor von Scheffel. Doch was genau zieht die Menschen von nah und fern denn so in die wunderschöne Region am Obermain?

Natürlich, und oft genannt, ruft der Staffelberg die Wanderer, Radfahrer und Naturliebhaber auf sein Plateau. Der herrliche Ausblick belohnt den tapferen Wandersmann für seine Strapazen beim Aufstieg. Die vielfältige Landschaft mit ihren Wanderwegen lässt den Alltagsstress vergessen. Die historischen Bauwerke, ob Kloster Banz oder Vierzehnheiligen oder auch das Bad Staffelsteiner Rathaus, beeindrucken die Besucher ebenfalls ungemein. Nicht zu verachten findet Familie Breitenbach aus Karlstadt auch, dass die Sehenswürdigkeiten alle nah beieinander liegen.

„Es ist wunderschön hier, die Leute sind freundlich und man kann eigentlich gar nichts verbessern!“
Tomas Hartman, Gast in der Region

Der Wanderweg von Vierzehnheiligen zum Staffelberg wird von Touristen wie Einheimischen häufig und gerne gelaufen. Ehrfürchtig stehen die Touristen dann vor der monumentalen Basilika, deren Anblick die Stimmen verstummen lässt.

Ein ganz besonderes Arrangement wird von Familie Hartman aus dem Steigerwald geschätzt. Es die unmittelbare Nähe eines Biergartens zur Wallfahrtskirche. Nach einer anstrengenden Wanderung wird freudig das Wellness-Angebot der Obermain-Therme genutzt. Ein junges Paar aus Würzburg ist fasziniert von der Größe und Anlage der Therme. Das Solbad ist bei allen Altersgruppen bekannt und beliebt. Der Erholungswert sei hoch, ein Aufenthalt sei besonders entspannend.

Weil gutes Essen in Franken einfach dazugehört

Nach einem vitalisierenden Bad in der Obermain-Therme müssen dem hungrigen Körper auch wieder Kalorien zugeführt werden. So ist es also nicht verwunderlich, dass die Gastronomie mit ihren hervorragenden Bieren, dem leckeren fränkischen Essen und dem Top-Preis-Leistungsverhältnis bei den Touristen punkten. „Wo kriegen Sie das noch? Einen halben Liter Bier für 2,70 Euro“, lautet der Tenor einer Gruppe von Arbeitskollegen aus Fulda.

Was die Tourismusregion am Obermain auszeichnet
Eine Gruppe von Arbeitskollegen bekundet ihre Sympathie an die Franken:“ Wir lieben die Franken!“ Foto: Karin Sträßner

Was einen alteingesessenem Franken freut (und vielleicht etwas wundert), ist die durchweg gute Meinung der Besucher zur Freundlichkeit und Gastfreundschaft der hier Lebenden. Auch Familienanschluss findet so manch ein Urlauber hier. So sagt ein Gast im Gespräch, dass der erst gefürchtete Hund der Gastgeber sich im Laufe des Aufenthaltes als treuer Spielgefährte für die Tochter erwiesen habe. Und mit den Gastgebern habe man sogar gemeinsam gegrillt. Das widerlegt das Vorurteil, dass Franken nicht gerade offen und gesellig gegenüber Fremder seien. Die befragten Urlaubsgäste halten dagegen: Die Menschen am Obermain seien zumeist freundlich, ruhig, gelassen und nett, ihre Lebensart werde hoch eingeschätzt. „Wir lieben die Franken,“ ist sich die Fuldaer Arbeitskollegengruppe einig.

Vom stressgeplagten Leben in der Bundeshauptstadt ins Naturidyll

Ein Berliner Ehepaar sitzt versonnen auf einer Bank unterhalb des Staffelbergs. Sie sind angereist, um dem Stress der Regierungsstadt mit ihren übervollen U- und S-Bahnen zu entfliehen. „ Hier in Bayern, da ist die Welt noch in Ordnung“, findet der Mitfünfziger. Auf den Hinweis des elementaren Unterschiedes zwischen Bayern und Franken wird hier ausnahmsweise verzichtet.

Was die Tourismusregion am Obermain auszeichnet
Die Zitzmanns aus Berlin auf dem Staffelberg. Die Landschaft und das Preis-Leistungsverhältnis beeindrucken sie. Foto: Karin Sträßner

Die Besucher der Region reisen aus verschiedenen Ländern und Landstrichen an. So kann man Englisch, Italienisch und Tschechisch hören. Von Tschechien, dem Rheinland, Unterfranken, Berlin und natürlich aus Coburg und Bayreuth ist alles dabei.

Besonders erwähnenswert ist auch die Treue der Touristen zur hiesigen Region. Wer einmal hier war, der kommt anscheinend nicht mehr davon los. Die meisten Befragten waren bereits mehrmals im einzigartigen Oberfranken. Zwei ältere Ehepaare, beide Mitte 80, waren bereits 40 Mal hier.

Wer einmal zu Besuch ist, der kommt gerne wieder

Fragt man die Junggebliebenen, so sind diese oft ursprünglich mit den Kindern angereist. Letztere sind inzwischen schon längst ausgezogen, und trotzdem wird die Tradition des Urlaubs am Obermain aufrecht erhalten. Wen wundert es da, dass von elf Interviewten zehn wiederkommen wollen? Da gab es auch kein Zögern bei der Antwort.

Doch auf welche Weise wird der Tourist denn auf die Region am Obermain aufmerksam? Die häufigste Antwort: durch Mund-zu-Mund-Propaganda. Bei manch einem ist es bereits so lange her, dass er oder sie sich gar nicht mehr erinnern konnte, wie er oder sie auf besagten Landstrich aufmerksam wurde.

Was die Tourismusregion am Obermain auszeichnet
Florian Müller aus Weiden in der Oberpfalz wurde beruflich auf die Obermainregion aufmerksam. Foto: Karin Sträßner

Andere hatten beruflich hier zu tun und entdeckten Oberfranken dann auch privat für sich. Manch Jüngerer war bereits mit den Eltern oder Großeltern hier und fährt nun mit dem eigenen Lebensgefährten her. H. Zitzmann, der als Kind mit den Großeltern anreiste und dann in Thüringen studierte, war zeitweise sogar zweimal im Jahr am Obermain. „Ich habe hier eine zweite Heimat gefunden“, sagt er gerührt.

Das Bieretikett machte neugierig auf die Region

Die Obermain-Therme mit ihrem guten Ruf macht ebenso auf die anderen Sehenswürdigkeiten im Landkreis aufmerksam. Eine ganz exotische Innovation holte sich Tomas Hartman aus dem Steigerwald. In einem Spezialgeschäft in Nürnberg, das nur regionale Biersorten anbietet, stieß er auf ein Bier der Brauerei Trunk. Und da auf dessen Etikett die Basilika Vierzehnheiligen abgebildet ist, weckte dies das Interesse des Bierliebhabers. Neugierig geworden, fuhr er mitsamt seiner Familie und seinem Bruder in den Landkreis Lichtenfels, um sich die wunderschöne Basilika Vierzehnheiligen in natura anzusehen.

Was die Tourismusregion am Obermain auszeichnet
Familie Breitenbach aus Karlstadt und Enkel Niklas im Kurpark Bad Staffelstein finden die zentrale Lage der Sehenswürdigkeiten am Obermain und die Spielplätze super. Foto: Karin Sträßner

Bei Fragen nach Kritik oder Verbesserungsvorschlägen kam, wie aus der Pistole geschossen: „Es ist wunderschön hier, die Leute sind freundlich und man kann eigentlich gar nichts verbessern!“ Einen kleinen Wermutstropfen bildeten jedoch die pandemiebedingten Preiserhöhungen in der Gastronomie, wobei dies natürlich überall der Fall sei und hier trotzdem noch faire Preise verlangt würden.

Wenn den Touristen die Touristen zu viel werden

Für manch einen sind inzwischen schon zu viele Touristen gerade an oder zu den Sehenswürdigkeiten unterwegs. Die Autobahn, die weithin sicht- und hörbar den herrlichen Gottesgarten durchschneidet, trübte die Urlaubsfreude der Befragten ebenso wie die ihrer Meinung nach oft lückenhafte Beschilderung der Wanderwege und der Mangel an Abfallkörben und Hundekotbeutelstationen.

Alles in allem aber waren die befragten Besucher aber begeistert von den bezaubernden Sehenswürdigkeiten und der wunderschönen Landschaft, der Freundlichkeit der Einheimischen und der günstigen und guten Gastronomie. Deshalb wollen fast alle auch erneut „zur schönen Sommerszeit ins Land der Franken fahren!“

Von Karin Strässner

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