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LICHTENFELS

Waldbesitzer gegen Waldbesucher im Landkreis Lichtenfels

Waldbesitzer gegen Waldbesucher
Waldbesucher sollten solche Absperrungen wegen Waldarbeiten zu ihrer eigenen Sicherheit beachten. Foto: Christoph Hübner

Die Stimmung im Wald wird immer gereizter, das steht fest. Anscheinend vermag keiner mehr Rücksicht nehmen und Warnschilder oder Absperrungen werden allenfalls als Empfehlung verstanden. Immer mehr Beschwerden über uneinsichtige Menschen treffen in jüngster Zeit bei den Ämtern ein.

Aus diesem Grund hatte das Landratsamt Lichtenfels zu einem Pressegespräch mit Andrea Musiol, der Geschäftsführerin der Tourismusregion Obermain-Jura, Christoph Hübner, dem Bereichsleiter Forsten beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, und dem Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung Lichtenfels-Bad Staffelstein (WBV), Harald Quinger, eingeladen.

Waldbesitzer gegen Waldbesucher
Ein Forwarder im Einsatz. Foto: Christoph Hübner

Andrea Musiol berichtete über Waldbesitzer, die bei Fällarbeiten gezielt gestört und angepöbelt wurden, denen Waldbesucher bis hinter oder direkt vor die Harvester und anderen Maschinen liefen, die Absperrbänder ignorierten und damit nicht nur die dringend notwendigen Arbeiten im Wald behindern, sondern auch noch sich und andere in Gefahr bringen. Genau das konnte auch Christoph Hübner bestätigen: „Mancher Waldbesitzer sagt dann einfach, gut, dann mache ich jetzt keine Käferarbeiten mehr!“ Und weiter: „Es sind grad jetzt viele Leute im Wald: die Waldarbeiter, die den Käferbäumen zu Leibe rücken müssen - dazu sind sie sogar gesetzlich verpflichtet - plus die vielen Waldbesucher, die hinaus in die Natur möchten.“ Meist seien die Menschen einsichtig: treffen sie auf einen abgesperrten Weg, hinter dem Fäll- oder Aufräumarbeiten stattfinden, würden sie eben eine andere Route nehmen, oder umkehren.

Gegen jede Vernunft

Etliche aber würden auf ihr sogenanntes „freies Betretungsrecht“ pochen und sich unter den Absperrbändern durchzwängen, teils mit Rädern und Kinderwägen. „Ich darf das ja!“ sei deren Devise. Dabei sei eine kurzfristige Sperrung bei Waldarbeiten oder bei einer Jagd absolut rechtens und müsse befolgt werden, erklärte Christoph Hübner. „Viele Waldbesitzer arbeiten aktuell hart an der Grenze des Machbaren, um die Käfergefahr zu minimieren, und das meist noch nach Feierabend“, so Hübner. Das allgemeine Betretungsrecht dürfe und müsse für forstliche Maßnahmen aus Gründen der Unfallverhütung kurzfristig eingeschränkt werden.

100 Meter Abstand halten

Die Sperren seien in diesen Fällen vom Naturschutzgesetz abgedeckt. Auch wies er darauf hin, dass die Waldwege in erster Linie zur Bewirtschaftung des Waldes angelegt wurden und natürlich auch verschmutzt sein können. Sein dringender Appell an alle Waldbesucher lautet: „Mindestens 100 Meter Abstand halten bei Fäll- und Rückearbeiten, von Maschinen fern bleiben! Keinesfalls Holzpolderbesteigen oder gar Kinder darauf herumturnen lassen!“

Offizielle Trails für MTB-Fahrer

Waldbesitzer gegen Waldbesucher
"Durchgang verboten" heißt es zu aller Sicherheit. Foto: Christoph Hübner

Harald Quinger vom WBV: „Ein weiteres Problem sind Mountainbikefahrer“. An verschiedenen Stellen in den Wäldern sind ihm regelrechte Parcours aufgefallen. Etwa am Herberg - da hätten sie sogar eine eigene Abfahtspiste mit Schanzen gebaut. Dies sei auch an der Eisernen Hand und an der Friedenslinde der Fall, ergänzte Andrea Musiol. Sie stellte aber Abhilfe in Aussicht: bald sollen Trails für Mountainbikefahrer ausgewiesen werden, auf denen dann legal gefahren werden darf.

 

Von Monika Schütz

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