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LICHTENFELS

Steffen Hofmann: Das Jahr fordert Flexibilität

Steffen Hofmann: Das Jahr fordert Flexibilität
In den kommenden Tagen beginnt der Rückbau des Anwesens Marktplatz 10 (Mitte vor dem Rathaus) in Lichtenfels. Hier entsteht die Stadtbücherei mit Touristinformation, Verwaltungsräumen und Makerspace. Damit soll die Innenstadt laut Citymanager Steffen Hofmann attraktiviert werden. Archivfoto: Steffen Huber

Bereits im Juli vergangenen Jahres durfte ich ein paar Zeilen für die Rubrik „OT verbindet“ schreiben. Damals über abgesagte Veranstaltungen und alternative Planungen, Maßnahmen, spontane Ideen und kreative Lösungen, die wir als Wirtschaftsförderung der Stadt Lichtenfels gemeinsam mit dem Stadtmarketingverein und der Aktionsgemeinschaft Treffpunkt geplant und umgesetzt haben.

„Wir werden weiterhin mit unserem Netzwerk alles dafür geben, um die Menschen und Unternehmen weiterhin zu unterstützen.“
Steffen Hofmann, Citymanager

Ehrlicherweise damals natürlich mit der Hoffnung, dass wir in diesem Jahr – 2021 – wieder voll in die Veranstaltungsplanung einsteigen können. Doch leider scheint auch das Jahr 2021 noch weit entfernt von der alt bekannten „Normalität“. Aufgrund der aktuell nicht abzuschätzenden Entwicklung des Pandemiegeschehens und der daraus resultierenden Planungsunsicherheit ist eine zuverlässige Veranstaltungsplanung schwer möglich. Daher fordert auch dieses Jahr Flexibilität und kurzfristige Anpassung der Planungen.

Aber wir müssen und wollen dennoch nach vorne blicken und Mut machen. Wir werden selbstverständlich versuchen, im Rahmen der Möglichkeiten und je nach Pandemiegeschehen, Veranstaltungen in diesem Jahr zu planen und auch kurzfristig etwas auf die Beine zu stellen, wenn es die Situation zulässt. Denn es sind vor allem auch die kulturellen Veranstaltungen, die Menschen zusammenbringen und eine Stadt liebens- und lebenswert machen.

Mit unseren Veranstaltungen und Aktionen verfolgen wir auch das Ziel, den Erlebniswert Innenstadt, den Zusammenhalt und den Bekanntheitsgrad unserer Stadt zu stärken, die Attraktivität und die Besucherzahlen zu steigern und damit auch Kaufkraft nach Lichtenfels zu ziehen.

Events gelten als bedeutender Wirtschaftsfaktor

Steffen Hofmann: Das Jahr fordert Flexibilität
Ein Bild aus Vor-Coronazeiten: Veranstaltungen wie verkaufsoffene Sonntage mit dem Hamburger Fischmarkt stärken die Innenstadt, weiß der Lichtenfelser Amtschef für Wirtschaft, Tourismus und Kultur, Steffen Hofmann. Wenn es das Pandemiegeschehen wieder zulassen sollte, soll es in der Innenstadt wieder Events geben, sagt Hofmann. Archivfoto: Markus Drossel

Events gelten also auch als bedeutender Wirtschaftsfaktor für Handel, Gastronomie und Hotellerie in Lichtenfels. Neben den vielen privaten Einschränkungen, mit der jeder Einzelne seinen Beitrag zur Pandemiebekämpfung leistet, sind es vor allem genau diese Branchen, die aufgrund der aktuell weiter andauernden Betriebsuntersagungen wirtschaftlich stark unter der Pandemie leiden und um ihre Existenzen kämpfen müssen.

Der stationäre Handel und die Gastronomie tragen maßgeblich zur Funktionsvielfalt und Attraktivität unserer Stadt bei. Diese müssen wir weiterhin erhalten, denn Lichtenfels soll auch nach der Corona-Krise eine lebendige Einkaufsstadt sein. Der lokale Einzelhandel bietet für den Kunden viele Vorteile: hochwertige Produkte, kompetente und persönliche Beratung sowie erstklassigen Service – ein echtes Einkaufserlebnis. Wir müssen unseren ortsansässigen Einzelhandel und unsere Gastronomie in dieser Ausnahmesituation daher weiterhin besonders unterstützen.

Wunsch, dass Angebote der Unternehmen angenommen werden

Jeder Einzelne kann mit seinen Einkaufsgewohnheiten ein Stück weit dafür sorgen, dass lokale Geschäfte auch weiterhin eine Zukunft haben, und ich wünsche mir, dass möglichst viele Bürgerinnen und Bürger von den Angeboten unserer Unternehmen Gebrauch machen. Wir haben unter anderem auf unserer Homepage eine Liste mit den uns bekannten „Click & Collect“ Angeboten erstellt.

Wir werden weiterhin mit vereinten Kräften versuchen, unsere Unternehmen zu unterstützen und Mut zu machen, denn mittelfristig stehen viele positive und wegweisende Entwicklungen in unserer Stadt an:

In den nächsten Tagen beginnen die Rückbauarbeiten am Marktplatz 10. Hier entsteht die neue Stadtbücherei und Tourist-Information. Damit wird ein Impuls und ein weiterer Baustein für die Belebung der Innenstadt gesetzt. Die neue Stadtbücherei wird zugleich Treffpunkt und Verbindung zwischen Marktplatz und Stadtschloss, denn mit der Baumaßnahme wird auch eine attraktive Wegeanbindung an das Stadtschloss realisiert.

Viel Platz für alle Zielgruppen

Steffen Hofmann: Das Jahr fordert Flexibilität
Veranstaltungen wie das Lichtenfelser Weinfest steigern die Anziehungskraft der Lichtenfelser Innenstadt. Sie soll es wieder geben, wenn das Pandemiegeschehen es wieder zulässt, so Citymanager Steffen Hofmann.Archivfoto: Markus Häggberg

Mit dem Umbau wird eine moderne und breit aufgestellte Bücherei entstehen, die viel Raum und Platz für alle Zielgruppen bieten wird. Im Mittelpunkt steht dabei auch ein großer und attraktiver Kinderbereich. Darüber hinaus entsteht, neben einem Dachgarten, auch eine Kreativwerkstatt, in der gemeinsames, kreatives und aktives Lernen im Mittelpunkt steht. Außerdem verfolgen wir das Konzept einer Open Library, das heißt dass Besucher mit ihrem Büchereiausweis auch außerhalb der mit Personal besetzten Öffnungszeiten die Bücherei nutzen können.

Damit hat das Bauvorhaben Potenzial, ein echter Magnet für unsere Innenstadt zu werden und damit einen Beitrag zur Multifunktionalität und einer hohen Aufenthaltsqualität der Innenstadt zu leisten.

Einkauf im stationären Handel ein Event geworden

Denn der Einkauf im stationären Handel ist heute auch Event geworden. Man möchte eine gute Beratung, eine Tasse Kaffee, etwas erleben. Der Handel ist auf Frequenz angewiesen, und die Menschen müssen ausreichend Gründe finden, die Innenstadt zu besuchen, und diese Gründe gibt es: Handel, Gastronomie, Bildung, Kultur und eine hohe Aufenthaltsqualität. Die Innenstadt braucht Multifunktionalität. Das Zentrum also als attraktiver Ort für Wohnen, Arbeiten, Wirtschaft und Kultur. Mit der neuen Stadtbücherei gehen wir aus meiner Sicht hier den absolut richtigen Weg.

Ein weiterer wichtiger und zukunftsweisender Stadtbaustein entsteht in der Coburger Straße mit der Umnutzung der ehemaligen Kirschbaummühle in ein Forschungs- und Anwendungszentrum für digitale Zukunftstechnologien (Fadz). Hier werden zukünftig auch Studierende der Hochschule Coburg einziehen. Bereits ab dem Sommersemester 2022 werden die ersten Studierenden in Lichtenfels mit dem Masterstudiengang „Additive Manufacturing and Lightweight Design“ beginnen. Zunächst noch in einem Übergangsgebäude, bis der Umbau der Kirschbaummühle erfolgt ist.

Nicht den Mut verlieren und nach vorne blicken

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Der Lichtenfelser Citymanager Steffen Hofmann. Foto: Red

Jede Menge Gründe also, um auch in diesen herausfordernden und schwierigen Zeiten positiv in die Zukunft zu blicken. Daher: Lasst uns nicht den Mut verlieren und mit aller Kraft nach vorne blicken. Wir werden weiterhin mit unserem Netzwerk alles dafür geben, um die Menschen und Unternehmen weiterhin zu unterstützen. Wir können diese Krise aber nur gemeinsam bewältigen. Mit den Worten des Obermain-Tagblatts in „OT verbindet“: Weil es nur gemeinsam geht!

Steffen Hofmann

• Citymanager und Leiter des Amtes für Wirtschaft, Tourismus & Kultur der Stadt Lichtenfels.

• Vorstand des Stadtmarketing Lichtenfels und der Aktionsgemeinschaft Treffpunkt.

Von Steffen Hofmann

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