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Standpunkt: Damoklesschwerter über dem Landkreis

Die finanzielle Lage des Landkreises ist seit Jahren auch aufgrund des Klinikneubaus extrem angespannt. Und auch die Baustellen vor der Haustüre – leider verstärkt durch die Auswirkungen der Pandemie – werden nicht kleiner. An Schulen stehen große und wichtige Baumaßnahmen an oder sind im Gange, das Lichtenfelser Landratsamt muss ebenfalls dringend generalsaniert werden und auch die Feuerwehren brauchen Ausrüstung.

Über all dem schweben aber zusätzlich seit etlichen Jahren gut sichtbar zwei Damoklesschwerter: neueren Datums die Frage, für welchen Anteil der Millionenschulden des Regiomed-Klinikverbunds der Landkreis als Gesellschafter noch gerade stehen muss.

Andererseits der Altbau des Lichtenfelser Klinikums. Hohe Fördergelder für einen – wirtschaftlich wohl seit Baubeschluss des neuen Klinikums unausweichlichen Abriss – scheinen hier nun die letzte Hoffnung.

So oder so, bezahlen wird der Steuerzahler, auch über die Kreisumlage.

Nebenbei bemerkt: ein städtisches Sanierungsgebiet am Lichtenfelser Stadtrand? Das dürfte gerade beim Lichtenfelser Bürgermeister große Fragezeichen aufwerfen!

Mittelfristig steht aber die Frage wieder lauter im Raum, ob sich der Landkreis so nicht eines Tages selbst abschafft. Die Diskussionen über die Zusammenlegung einiger Kreise in unserer Region leben in verschiedenen Varianten immer wieder auf. Und Lichtenfels ist der kleinste Landkreis in ganz Bayern. Klinikverbund – Landkreisverbund. Hoffentlich heißt es nicht irgendwann: Der Landkreis Lichtenfels, in dessen Gottesgarten seit Jahrhunderten Vierzehnheiligen und Kloster Banz bewundert wurden, ist auch wegen eines lange zum Abriss geweihten Klinikaltbaus verschieden.

Von Stefan Lommatzsch

stefan.lommatzsch@obermain.de

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