aktualisiert:

LICHTENFELS

Stadtrat Lichtenfels: Traumergebnis für Sabine Rießner

Abstand halten ist die erste Stadtratspflicht. Bei der konstituierenden Sitzung des Lichtenfelser Bürgergremiums am Montagabend im Stadtschloss legten sie erstmals den Amtseid ab: (v. li.) Andrea Dinkel (WLJ), Heike Kunzelmann (AfD), der neue Dritte Bürgermeister Mathias Söllner (Grüne), Dr. Christopher Bogdahn (FW/FB), Zweite Bürgermeisterin Sabine Rießner (CSU), Dr. Christine Schmidt (Grüne), Ina Dorsch (SPD), Erster Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD), Uwe Held (CSU), Philip Bogdahn (SPD und Dr. Susann Freiburg (Grüne).Fotos: Steffen Huber Foto: Steffen Huber

Es war eine Mischung aus erleichtertem Stöhnen und einem Seufzer der ungläubigen Freude. Jedenfalls war Sabine Rießners Freudenlaut im ganzen Saal des Lichtenfelser Stadtschlosses zu hören, als Erster Bürgermeister Andreas Hügerich bei der konstituierenden Sitzung des Stadtrats am Montag gegen 18.45 Uhr das Ergebnis der Wahl der Zweiten Bürgermeisterin vorlas. Seine alte und neue Stellvertreterin erzielte mit 31 von 31 abgegebenen Stimmen ein Traumergebnis, die 53-Jährige erhielt also von allen Mitgliedern der Lichtenfelser Bürgervertretung, von Grün bis AfD, das Vertrauen ausgesprochen.

„Ich bin sprachlos, das Ergebnis ist der Wahnsinn“, kommentierte eine sichtbar bewegte Sabine Rießner ihre Wahl und dankte allen Stadträten. Dankesworte gab es von der Zweiten Bürgermeisterin auch für die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die sie in den vergangenen sechs Jahren immer unterstützt hätten.

Chance, etwas an die Bürger zurückzugeben

Dieses Trio steht an der Spitze der Stadt Lichtenfels: Erster Bürgermeister Andreas Hügerich (Mi.) mit seiner Stellvertreterin Sabine Rießner (re.) und dem neuen Dritten Bürgermeister Mathias Söllner. Foto: Steffen Huber

Das Bürgermeister-Trio komplettiert Mathias Söllner. Für den Grünen-Vertreter stimmten bei der ersten Sitzung des Stadtrats 28 Gremiumsmitglieder, eines votierte für Robert Gack, zwei Stimmzettel waren ungültig. „Die Lichtenfelser haben meine Familie und mich gut leben lassen. Jetzt habe ich die Chance, mich zu bedanken und etwas an die Bürger zurückzugeben“, sagte Söllner nach seiner Wahl.

Diese stand wie die ganze Sitzung unter dem Zeichen der Corona-Pandemie. Das Virus hatte nicht nur dafür gesorgt, dass das Gremium zu seiner Konstituierung erstmals im Stadtschloss statt im Sitzungssaal des Rathauses tagte. Auch saßen die Stadträte jeweils an einem eigenen Tisch und in gehörigem Abstand zueinander. Zur Wahl schritten die Stadträte dann jeweils in Dreiergruppen und mit Mundschutz. Auch die 30 Zuhörer, die der Sitzung beiwohnten, mussten Abstand halten und Masken tragen.

Die konstituierende Sitzung des am 15. März gewählten Lichtenfelser Stadtrates fand am Montag im Stadtschloss statt. Wegen der Corona-Pandemie saßen die 30 Bürgervertreter jeweils an einem eigenen Tisch und mit großem Abstand zueinander. Foto: Steffen Huber

Und so nahm natürlich bei der Ansprache von Erstem Bürgermeister Andreas Hügerich der Covid-19-Erreger einen großen Raum ein. „Ein Virus stellt unsere Stadt auf den Kopf“, stellte der Rathauschef fest und dankte allen Menschen, die in der Krise „mit einer bewundernswerten Disziplin und hohem persönlichen Einsatz unser aller Leben ermöglichen“. Aber man dürfe erleben, wie Menschen sich gegenseitig helfen und wie ein erzwungener Wandel „uns vielleicht auch Positives beschert. Ich möchte Ihnen allen Danke sagen, dass Sie füreinander da waren und sind“.

Auf die eigenen Stärken vertrauen

Das Stadtoberhaupt betonte, dass die Coronakrise die Menschen vor Herausforderungen stelle, die es in dieser Dimension seit dem Zweiten Weltkrieg nicht gegeben habe. Deswegen werde auch manches, was sich die Kandidaten bei der Kommunalwahl auf die Fahnen geschrieben haben, länger dauern, als zu Beginn des Jahres gedacht. Hügerich bat deswegen um Geduld, appellierte aber gleichzeitig an alle, auf die eigenen Stärken zu vertrauen: „Unsere Stadt hat Kraft! Unsere Stadt ist in Bewegung!“

Erstmals im Lichtenfelser Stadtrat: (v. li.) Uwe Held (CSU), Heike Kunzelmann (AfD), Andrea Dinkel (WLJ) und Dr. Christine Schneider (Grüne) legen vor Erstem Bürgermeister Andreas Hügerich ihren Amtseid ab. Foto: Steffen Huber

Der Bürgermeister verwies auch auf die anstehenden Projekte wie das Fadz, den Neubau der Stadtbücherei, bezahlbare Wohnungen für Familien oder die Ziele der Vision 2030. „2000 Menschen setzen ihre Hoffnungen in unsere Anstrengungen“, sagte das Stadtoberhaupt.

Hügerich erinnerte daran, dass er ein parteiübergreifendes Miteinander lebe. Er habe es stets als großes Gut empfunden, über Parteigrenzen hinweg Lösungen zu finden und einen für alle Beteiligten annehmbaren Kompromiss erzielen zu können. „Und dabei ist es mir wichtig, dass wir eine gute, konstruktive Diskussionskultur vorleben“, betonte der Bürgermeister. Zwar liege es in der Natur der Sache, dass es unterschiedliche Auffassungen gebe, trotzdem solle mit Fairness und Respekt diskutiert werden. „Für Polemik, persönliche Angriffe oder gar Hassreden war und ist in diesem Gremium kein Platz!“, hob der Rathauschef abschließend hervor.

Philip Bogdahn (SPD), Dr. Christopher Bogdahn (FW/FB), Ina Dorsch (SPD) und Dr. Susann Freiburg (Grüne) legten vor Erstem Bürgermeister Andreas Hügerich (v. li.) ihren Amtseid ab. Foto: Steffen Huber

In der Stadtratssitzung wurden auch die Fraktionssprecher bekanntgegeben: SPD Dr. Arnt-Uwe Schille; CSU: Frank Rubner; Grüne: Dr. Susann Freiburg; FW/FB: Eduard Meixner; JB: Philipp Molendo; WLJ: Roland Lowig. Des Weiteren wurde die Aufwandsentschädigung für die Stadträte auf 179,09 Euro im Monat festgelegt. Das Sitzungsgeld beträgt 89,54 Euro.

Die Ausschüsse des Lichtenfelser Stadtrats

In der konstituierenden Sitzung des neuen Stadtrats stimmten die Mitglieder über die Zusammensetzung der verschiedenen Ausschüsse des Gremiums ab. Ebenfalls gewählt wurden die Verbandsräte der Zweckverbände und die Mitglieder des Strategieteams der Vision 2030.

Hauptausschuss:

Robert Gack, Sabine Rießner, Dr. Andrea Starker (alle CSU); Dr. Arnt-Uwe Schille, Sven Eisele, Monika Faber (alle SPD); Dr. Susann Freiburg (Grüne); Eduard Meixner (FW/FB); Philipp Molendo (JB); Roland Lowig (WLJ).

Bau- und Umweltausschuss:

Frank Rubner, Uwe Held, Otto Dinkel (alle CSU); Dietmar Heinkelmann, Ina Dorsch, Elke Werner (alle SPD); Siegbert Koch (Grüne); Rudolf Panzer (FW/FB); Christian Barth (JB); Johannes Oppel (WLJ).

Ausschuss für Stadtentwicklung, Tourismus und Wirtschaft:

Frank Rubner, Uwe Held, Dr. Andrea Starker (alle CSU); Philip Bogdahn, Günter Reinlein, Ina Dorsch (alle SPD); Mathias Söllner (Grüne), Dr. Christopher Bogdahn (FW/FB); Christian Bauer (JB); Andrea Dinkel (WLJ).

Werkausschuss:

Otto Dinkel, Robert Gack, Bernd Krauß (alle CSU); Sven Eisele, Günter Reinlein, Monika Faber (alle SPD); Dr. Christine Schmidt (Grüne); Dr. Christopher Bogdahn (FW/FB); Christian Bauer (JB); Andrea Dinkel (WLJ).

Rechnungsprüfungsausschuss:

Robert Gack (CSU); Philip Bogdahn (SPD); Dr. Susann Freiburg (Grüne).

Beirat des Stadtmarketingvereins:

Ina Dorsch (SPD); Uwe Held (CSU); Siegbert Koch (Grüne); Dr. Christopher Bogdahn (FW/FB); Philipp Molendo (JB); Roland Lowig (WLJ).

Strategieteam der Vision 2030:

Dr. Arnt-Uwe Schille (SPD); Frank Rubner (CSU); Siegbert Koch (Grüne); Eduard Meixner (FW/FB); Christian Barth (JB); Roland Lowig (WLJ).

Zweckverband Konventbau Klosterlangheim:

Monika Faber (SPD); Bernd Krauß (CSU); Bernhard Christoph (Grüne); Johannes Oppel (WLJ).

Zweckverband Sparkasse Coburg-Lichtenfels:

Bernd Krauß (CSU); Dietmar Heinkelmann (SPD).

Zweckverband zur Wasserversorgung der Rothmannsthaler Gruppe:

Martha Schütz, Otto Dinkel; Oswald Schütz; Udo Lieb.

Zweckverband zur Wasserversorgung der Banzer Gruppe:

Eduard Meixner (FW/FB).

Zweckverband Kindergarten Schönbrunn:

Andreas Hügerich (SPD).

Schulverband Untersiemau:

Dr. Andrea Starker (CSU).

Erster Bürgermeister Andreas Hügerich mit grünem Mundschutz bei der konstituierenden Sitzung des Lichtenfelser Stadtrates. Foto: Steffen Huber
Urnengang mit Mundschutz: Neu-Stadträtin Heike Kunzelmann bei der Wahl der Zweiten Bürgermeisterin. Vorne Andreas Schönwald vom Wahlausschuss. Foto: Steffen Huber

Von Steffen Huber

Weitere Artikel