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LICHTENFELS

Stadtrat Lichtenfels: Hohes Gras erzürnt die Gemüter

Die Blühwiesen im Ortskern von Klosterlangheim stoßen bei Ortssprecher Thomas Goller nicht auf große Begeisterung, wie er in der Stadtratssitzung am Montag erläuterte. Foto: Steffen Huber

Der Beschluss des Lichtenfelser Bauausschusses Ende Mai, die Mäharbeiten auf städtischen Flächen einzuschränken, sorgte in der Stadtratssitzung am Montag für erzürnte Gemüter. So schimpfte Roland Lowig (WLJ), dass die ungemähten Straßenränder einfach schlimm aussehen würden. Ferner seien deswegen Straßenbegrenzungspfosten oft kaum zu erkennen. „Ich habe nichts gegen Blühwiesen, aber wir reden hier von zu hohem Gras, das nicht gemäht wurde. Das sieht miserabel aus“, so Lowig.

Zustimmung gab es von Dr. Christopher Bogdahn (FW/FB), der monierte, dass manche Gehwege wegen des hohen Grases nicht zu benutzen seien. Und Ortssprecher Thomas Goller kritisierte die nicht gemähten Parkflächen im Ortskern von Klosterlangheim. Hier sei das Gras so hoch, dass man nichts mehr sehen könne. Außerdem sei der Spielplatz nicht gemäht, sodass hier Spielen unmöglich sei.

Dagegen freute sich Dr. Christine Schmidt (Grüne) über die nicht gemähten Flächen. „Bei der Wiese bei der Pietät Dinkel habe ich Beinwell, wilde Malve und Mohnblumen entdeckt. Die wachsen, weil zwei Jahre nicht gemäht worden ist“, so die Stadträtin. Kurzgemähte Rasenflächen hätten dagegen überhaupt keinen ökologischen Wert.

Wenig Gefallen an der Diskussion fand Erster Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD). Wer wünsche, dass die Wiesen wieder gemäht werden sollen, solle einen fristgerechten Antrag stellen, so das Stadtoberhaupt.

Die Blühwiesen im Ortskern von Klosterlangheim stoßen bei Ortssprecher Thomas Goller nicht auf große Begeisterung, wie er in der Stadtratssitzung am Montag erläuterte. Foto: Steffen Huber

Weil die Firma Lidl die Einkaufsfläche für ihre Filiale in der Mainau von 800 auf 1500 Quadratmeter vergrößern möchte, muss die Stadt im Rahmen der Bauleitplanung das Areal von einem Gewerbegebiet in ein Sondergebiet ändern. Dieser Regelung stimmte der Stadtrat zu. Auf Nachfrage von Roland Lowig informierte Bürgermeister Hügerich, dass die Firma Lidl einer Veränderung der Parkplatzeinfahrt offen gegenüber stehe, hier allerdings andere Grundstückseigentümer einbezogen werden müssten.

Träger öffentlicher Belange haben keine Einwände

Ebenfalls einstimmig votierte das Gremium für eine Änderung des Flächennutzungplans für die Einbeziehungssatzung „Hinter dem Ziegelrangen“ in Klosterlangheim. Hier waren zuvor die Einwände der Träger öffentlicher Belange vorgestellt worden. Stellungnahmen gab es vom Staatlichen Bauamt Bamberg, von Kreisbrandrat Tim Vogler sowie vom Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in Coburg. In keiner wurden Einwände gegen die Aufstellung der Einbeziehungssatzung geäußert.

Zum Hintergrund: Die Aufstellung dieser Satzung war notwendig geworden, weil hier ein Bauherr am Ortsrand außerhalb eines Bebauungsplanes ein Einfamilienhaus errichten will. Da dieser Bauherr Bürgermeister Andreas Hügerich ist, leitete diesen Punkt der Tagesordnung seine Stellvertreterin, die Zweite Bürgermeisterin Sabine Rießner. (hubi)

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