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LICHTENFELS

Schulstart Landkreis Lichtenfels: Es gibt genügend Lehrer

Die Schule beginnt
Der große Tag, der so lange herbeigesehnt wurde: 470 Schulanfänger werden am Dienstag in die Grundschulen im Schulamtsbezirk Lichtenfels eingeführt. Foto: SymbolIdealo Internet GmbH/obs

Sinkende Schülerzahlen bedeuten kleinere Klassen – das freut die Mamas und Papas, stellt das Schulamt Lichtenfels aber vor Personalprobleme. Dennoch ist der Unterricht im neuen Schuljahr gesichert, wie die Verantwortlichen bei einem Pressegespräch im Vorfeld betonten. Zudem seien Lehrkräfte in Lehrgängen geschult worden, die technische Ausstattung wurde erweitert – in Hinblick auf ein möglicherweise erneutes Home-Schooling im Rahmen der Corona-Pandemie.

Den Lehrermangel bewältigt
Trotz großem Lehrermangel wird in jedem Klassenzimmer der Schulen im Landkreis Lichtenfels eine Lehrkraft stehen. Foto: SymbolArne Dedert/dpa

470 Schulanfänger werden am Dienstag in die Grundschulen im Schulamtsbezirk Lichtenfels eingeführt. Das sind 31 junge Menschen weniger als im Vorjahr. Somit drücken insgesamt 2106 Schüler die Schulbank in den Grundschulen, 929 sind es in den Mittelschulen im Landkreis.

Die Schülerzahlen im Landkreis sinken weiter

Der Trend sinkender Schülerzahlen zeichne sich seit Jahren ab, so Schulamtsdirektorin Stefanie Mayr-Leidnecker. Das führe zunächst zu kleineren Klassen, was viele Eltern freue. Auf der anderen Seite herrschen jedoch Probleme in der Personalversorgung.

„„Es wird auch in diesem Schuljahr vor jeder Klasse ein Lehrer stehen.“
Stefanie Mayr-Leidnecker, Schulamtsdirektorin
Für die Grundschulen im Landkreis (im Bild: die Ivo-Hennemann-Schule) verspricht die Schulamtsdirektorin Stefanie Mayr-Leidnecker Existenzsicherheit, solange alle Jahrgangsstufen dort unterrichtet werden. Foto: Corinna Tübel

Die Zuweisung von Lehrerstunden durch die Regierung von Oberfranken erfolge pro „Schülerkopf“, zugleich seien allein im Landkreis Lichtenfels zehn Lehrkräfte in den Ruhestand sowie 13 in andere Landkreise versetzt worden. Neben den neuen Zuweisungen sei das Schulamt jedoch auch zunehmend selbst gefordert, eigene Lehrkräfte auf Basis eines Arbeitsvertrags zu finden: für das neue Schuljahr sind dies beispielsweise zwölf an der Zahl – teilweise ausgebildete Mittelschul- oder Grundschullehrkräfte oder fachfremde Teamlehrkräfte etwa. Die Corona-Krise erschwere die Planungen zusätzlich durch Beschäftigungsverbote oder Zugehörigkeiten zur Risikogruppe und folglicher Abwesenheit von der Schule.

Weniger Pädagogen, weniger Klassen

„Es wird auch in diesem Schuljahr vor jeder Klasse ein Lehrer stehen“, so Stefanie Mayr-Leidnecker, aber die immer knapper werdende Lehrerversorgung bereite ihr Sorgen: Schon im Mai mussten bei der vorläufigen Klassenbildung Einsparungen vorgenommen werden. So wurden etwa die eCn-Klasse („extra Chance nutzen“) an der Johann-Puppert Mittelschule Michelau, zwei siebte Klassen und eine zusätzliche M9-Klasse im Mittelschulverbund Lichtenfels sowie eine zweite Klasse an der Ivo-Hennemann-Schule Bad Staffelstein gestrichen.

Für die Grundschulen versprach die Schulamtsdirektorin Existenzsicherheit, solange alle Jahrgangsstufen dort unterrichtet werden, nötigenfalls in „jahrgangskombinierten Klassen“. Aktuell sei aber keine derer im Landkreis Lichtenfels gefährdet.

Im Verbund sind die Mittelschulen stark

Für die Mittelschulen gebe es ein an der Schülerzahl orientiertes Stundenbudget, das zur Bildung der Klassen ausgeschöpft werden kann. Sollten Klassen oder Fachangebote wie Technik, Wirtschaft oder Soziales, wegen der gesunkenen Schülerzahlen nicht mehr angeboten werden, kann die Schule durch den Verbund bestehen bleiben. Der seit 2011/12 agierende Verbund Lichtenfels vereint die Herzog-Otto-Mittelschule Lichtenfels, die Johann-Puppert-Mittelschule Michelau, die Albert-Blankertz-Mittelschule-Redwitz und die Adam-Riese-Mittelschule Bad Staffelstein, die Mittelschule Altenkunstadt bildet seit 2015/16 einen eigenen Verbund.

An den Mittelschulen im Landkreis Lichtenfels existieren Mittlere-Reife-Klassen, Ganztagsklassen oder Modelle der offenen Ganztagsschule. In ihnen werden alle berufsbildenden Fächer wie Wirtschaft, Technik und Soziales gelehrt. Das individuelle Angebot regeln die Verbünde selbst.

Schulen auf möglicherweise neuen Lock-Down vorbereitet

Auch die Möglichkeit eines zweiten, coronabedingten Lockdowns wurde in den Schulen laut Mayr-Leidnecker vorbereitet: Sowohl Bundesregierung als auch Sachaufwandsträger haben die Mittel für die technische Ausstattung der Schulen erhöht. Leider deckten etwa die Tablet-Leihgeräte noch nicht den großen Bedarf der Schüler im Landkreis ab. Gleichzeitig seien die Lehrgänge für Lehrkräfte zur Planung und Konzeption des Home-Schoolings stets voll besetzt gewesen. Viele Schulen hätten zudem bereits eigene Strategien entwickelt um mit Schülern und Eltern schnell und digital in Kontakt treten zu können– ein Beispiel stellten Schul-Clouds dar.

Erfreulich sei laut Schulamtsdirektorin das breite Angebot an Sonderzuweisungen: Spezielle Vorkurse in Kindergärten und Deutsch-Förderkurse an Grund- und Mittelschulen seien zu einem wertvollen Teil der Deutschförderung für Migranten geworden. Ebenso werde es gebundene Ganztagsklassen an der Mittelschule Altenkunstadt sowie der Herzog-Otto-Mittelschule Lichtenfels geben. Zusatzstunden für Kombiklassen und Inklusion, wie sie etwa an der Ivo-Hennemann-Schule Bad Staffelstein praktiziert wird, und der Islamische Religionsunterricht an der Albert-Blankertz-Schule Redwitz sind ebenso gesichert, so Mayr-Leidnecker.

Erfolgreiche Inklusion an den Schulen: Beispiel Kunstädte

Ein besonderer Schwerpunkt der Schulen im Landkreis Lichtenfels stellt zudem die Inklusion dar: In Kooperation mit der Förderschule Regens-Wagner Burgkunstadt findet seit fünf Jahren die Arbeitsgruppe (AG) Inklusion an der Grundschule Altenkunstadt statt. Wöchentlich betätigen sich hier Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung gemeinsam gestalterisch und kreativ. Nicht minder erfolgreich arbeiten die Lehrkräfte der allgemeinen Einrichtung und Lehrkräfte für Sonderpädagogik an der Ivo-Hennemann-Schule Bad Staffelstein zusammen und gestalten für Kinder mit und ohne Beeinträchtigung das gemeinsame Lernen.

Trotz großem Lehrermangel wird in jedem Klassenzimmer der Schulen im Landkreis Lichtenfels eine Lehrkraft stehen. Foto: Corinna Tübel

Ebenso auf die Bedürfnisse der Kinder eingehend wird es auch in diesem Schuljahr die Flexible Eingangsstufe an den Grundschulen in Markzeuln, Lichtenfels in der Schney und Hochstadt am Main geben: Schüler der Jahrgangsstufen eins und zwei werden in einer jahrgangsgemischten Eingangsstufe unterrichtet – für die Dauer von ein, zwei oder drei Jahren.

Inklusionsberatungsstelle und der Förderstelle Rechenschwäche

Mit der Inklusionsberatungsstelle und der Förderstelle Rechenschwäche für den Schulamtsbezirk wird das spezielle Angebot für Kinder und Jugendliche abgerundet.

Zum Schluss dankte die Schulamtsleiterin den Bürgermeistern sowie Stadt- und Gemeinderäten für die konstruktive und offene Zusammenarbeit und die gute Unterstützung der Grund- und Mittelschulen. Ebenso zollte sie allen Schulleitern im Landkreis ihren Respekt: Sie müssten Sicherheits- und Hygienekonzepte ausarbeiten, hätten oftmals nicht die nötigen, beispielweise baulichen Voraussetzungen zur Umsetzung erforderlicher Maßnahmen und müssten praktikable Lösungen für ihre eigene Schule auf Basis fehlender Detailinformationen finden.

 

Von Corinna Tübel

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