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LICHTENFELS

Schulgarten der Dr.-Roßbach-Schule ausgezeichnet

Schulgarten der Dr.- Roßbach-Schule ausgezeichnet
Zwei Ki9nbder aus dem Schulhort mit der von Doris Erle verliehenen Plakette. Foto: red

Ein wunderschönes neues Schild ziert das Eingangstor des Schulgartens der Dr.-Roßbach-Schule. „Natur im Garten“ ist darauf zu lesen. Nun könnte man ja meinen, dass eigentlich jeder Garten Natur enthält und sich somit jeder dieses Schild aufhängen könnte. Allerdings müssen für diese Auszeichnung einige Kriterien erfüllt sein, und um das zu überprüfen, kam Dorle Engels extra aus Freudenberg (Nähe Amberg) nach Lichtenfels, um zu schauen, ob der Schulgarten diesen Anforderungen der Gartenplakette auch entspricht.

„Die Kernkriterien müssen von allen ausgezeichneten Gärten erfüllt werden. Diese sind: Verzicht auf Pestizide, Verzicht auf chemisch-synthetische Dünger und Verzicht auf Torf“, erläutert Engels. Diese Punkte werden im Schulgarten schon seit vielen Jahren beachtet. Nur der eigene Kompost kommt zum Einsatz, Mulchen mit Grasschnitt und Laub beflügelt die Bodenlebewesen und sorgt für Feuchtigkeit. Auch Gifte werden nie angewendet. „Damit sollen die Kinder gar nicht in Berührung kommen, und wir wollen unsere Ernte jederzeit essen können. Außerdem ist das in einem Naturgarten nicht nötig. So verwenden wir kein Schneckenkorn, sondern haben eine Glühwürmchenburg gebaut. Die Larven dieser Käfer brauchen schattige, feuchte Totholzhaufen – und fangen jede Menge Schnecken. Sind diese mit Gift belastet, können auch die Glühwürmchenlarven nicht davon leben – das haben meine Schülerinnern und Schüler sofort verstanden“, erzählt die derzeitige Betreuerin des Schulgartens, Christine Schmidt. Statt Torf haben die Kinder einen Laubkompost angelegt – in diese Erde können dann sogar Heidelbeeren gepflanzt werden, ohne das wertvolle Naturmoore zerstört werden – denn so viel Naturschutz kann im eigenen Garten gar nicht geleistet werden, wie dafür andernorts verschwindet.

Gesund halten, was uns gesund hält

Außerdem erfülle der Schulgarten auf engstem Raum alle der weiteren benötigten Punkte für die Urkunde, die vom Verband Wohneigentum Bayern nach dem Vorbild der österreichischen Gartenplakette „Natur im Garten – gesund halten, was uns gesund hält“ verliehen wird, so die Gartenfachberaterin Engels. Der Teich und die von den Stadtgärtnern neu angelegten Magerbereiche bieten vielen einheimischen Pflanzen und damit Tieren einen Lebensraum, zusätzlich sind besondere Nützlingsunterkünfte wie Käferkeller, Eidechsenburg oder ein Sandarium für Wildbienen vorhanden.

Ein Garten für Kinder und Tiere

Schulgarten der Dr.- Roßbach-Schule ausgezeichnet
Ein Teil des Magerbeets mit stehendem Totholz – ein Tummelplatz für zahllose Insekten. Foto: red

Das Regenwasser wird zum Gießen genutzt, es gibt einen Obstgarten, Gemüse- und Kräuteranbau und eine Wildstrauchhecke, die sowohl für Tiere als auch für die Schüler Blüten, Früchte und immer wieder neue Erlebnisse bietet. „Ein naturnaher Garten verändert sich im Laufe der Jahreszeiten und macht sie mit allen Sinnen erfahrbar. Die Wiese sieht im Frühling komplett anders aus als im Sommer, immer wieder suche ich mit den Kindern der Arbeitsgemeinschaft Schulgarten nach Blüten und Tieren und wir entdecken stets etwas Neues – das kann ein Rasen mit ein paar Koniferen einfach nicht bieten“, so die Lehrerin.

Das Gartenkonzept aus dem Hortus-Netzwerk (www.hortus-netzwerk.de) liefert dafür den Rahmen und immer wieder neue Impulse, welche Naturgartenelemente oder Wildsträucher für die Pufferzone geeignet sind. Ein Garten für Kinder und Tiere – nach diesem Motto wird dort schon lange gearbeitet. Nun auch ausgezeichnet mit der Gartenplakette „Natur im Garten“!

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