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LICHTENFELS / REDWITZ

Regierung von Oberfranken: Grünes Licht für Ostbayernring

Regierung von Oberfranken: Grünes Licht für Ostbayernring
Die Regierung von Oberfranken hat den Planfeststellungsbeschluss für den Ersatzneubau des Ostbayernrings im Abschnitt zwischen Redwitz und Mechlenreuth erlassen. Foto: Red

Die Regierung von Oberfranken hat den Planfeststellungsbeschluss für den Ersatzneubau der 380-kV-Höchstpannungsleitung zwischen Redwitz und Mechlenreuth als Ersatz für die bestehende 380/220-kV-Höchstspannungsleitung einschließlich deren Rückbau erlassen. Das teilt die Regierung mit.

Vorhabenträgerin ist die zuständige Übertragungsnetzbetreiberin Tennet GmbH aus Bayreuth. Der Beschluss umfasse auch die Anpassungen der mitgeführten 110-kV-Stromkreise und deren Anschlüsse an andere 110-kV-Leitungen sowie an die 110-kV-Umspannwerke der Bayernwerk Netz GmbH.

Das planfestgestellte Leitungsbauvorhaben sei Teil des Ersatzneubaus der 380/110-kV-Höchststpannungsleitung zwischen Redwitz und Schwandorf, welche auch als Ostbayernring bezeichnet wird, so die Regierung von Oberfranken. Weiter heißt es: „Der Ostbayernring ist eine rund 185 Kilometer lange bereits bestehende Stromtrasse, die von Redwitz über Mechlenreuth und Etzenricht bis nach Schwandorf in der Oberpfalz führt.“

Die Trasse des etwa 51 Kilometer langen nun genehmigten Abschnitts erstrecke sich vom Umspannwerk Redwitz bis zum Umspannwerk Mechlenreuth und führe im Landkreis Lichtenfels durch die Gebiete von Marktzeuln, Redwitz und Burgkunstadt sowie durch die Landkreise Kronach, Kulmbach und Hof.

27 neue Masten im Landkreis Lichtenfels geplant

Im planfestgestellten Abschnitt würden insgesamt 130 Masten mit einer Höhe von 47 bis 98 Meter neu errichtet. „124 Masten sind der Hauptleitung zuzuordnen, sechs Masten werden darüber hinaus errichtet, um die 110-kV-Systeme in die Bestandsleitungen oder Umspannwerke einzubinden. 27 Masten werden im Landkreis Lichtenfels, fünf im Landkreis Kronach, 62 im Landkreis Kulmbach und 36 im Landkreis Hof neu errichtet. Nach Inbetriebnahme der neuen Leitung werden insgesamt 111 Masten (107 Masten der Bestandsleitung des Ostbayernrings und vier Masten der 110-kV-Zuleitungen) zurückgebaut.“

Im Planfeststellungsverfahren habe die Regierung die Stellungnahmen von Behörden und Kommunen, Vereinigungen, anderen Versorgungsträgern und privaten Einwenderinnen und Einwendern geprüft und soweit möglich berücksichtigt. Nach einer umfangreichen Prüfung der maßgeblichen öffentlich-rechtlichen Rechtsvorschriften und der betroffenen öffentlichen und privaten Belange sei die Regierung zu dem Ergebnis gekommen, dass der Leitungsbau planfestzustellen ist.

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Nach der Zulassung eines vorzeitigen Baubeginns für einige Maststandorten des neuen Ostbayernrings steht nun der allgemeine Baubeginn bevor. Foto: Red

Der Beschluss enthalte eine Vielzahl von Nebenbestimmungen, die sich zum Beispiel auf den Natur- und Artenschutz, den Immissionsschutz, Belange der Land- und Forstwirtschaft und des Gewässer- und Bodenschutzes beziehen. Er sei ferner in Kürze auf der Internetseite der Regierung von Oberfranken unter www.reg-ofr.de abrufbar.

Netzbetreiber Tennet mit Beschluss zufrieden

Zufrieden mit der Entscheidung zeigt sich der Netzbetreiber Tennet. Das Bayreuther Unternehmen schreibt unter anderem in einer Pressemitteilung: „Nachdem die ersten Arbeiten am neuen Ostbayernring schon im Juni im Rahmen eines vorzeitigen Baubeginns an einigen Maststandorten beginnen konnten, werden nun auch die Bauarbeiten an den übrigen Maststandorten aufgenommen.“ Auch während der Bauphase biete Tennet der Öffentlichkeit eine Vielzahl an Informations- und Austauschmöglichkeiten rund um den Ersatzneubau an.

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Der Ersatzneubau zwischen Redwitz und Mechlenreuth ist genehmigt und Tennet hat das Baurecht für die Umsetzung des Netzausbauprojekts. Foto: Red

Dieser sei dringend notwendig, so Tennet weiter. Schon heute komme die in den 1970-er Jahren in Betrieb gegangene Bestandsleitung regelmäßig an ihre Kapazitätsgrenzen. Ein Grund dafür sei vor allem, dass in der Oberpfalz und in Oberfranken schon heute sehr viel mehr an erneuerbaren Energien produziert werde, als dort vor Ort verbraucht werden könne.

Überschüssigen Strom zu Industriestandorten transportieren

„In den großen Industriestandorten Bayerns fehlt diese Energie hingegen. Um den überschüssigen Strom dorthin zu transportieren, wo er benötigt wird, und um die gewonnenen Ressourcen nicht zu vergeuden, braucht es einen gestärkten Ostbayernring. Gleichzeitig versorgt der neue Ostbayernring den Nordosten Bayerns mit Strom, wenn die vor Ort erzeugte Solar- und Windenergie bei entsprechenden Wetterlagen nicht ausreicht“, so Tennet.

Der gesamte Ersatzneubau solle bis zum Jahr 2025 fertiggestellt sein. Der Rückbau der gesamten Bestandsleitung soll 2026 abgeschlossen sein. (red)

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