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KULMBACH

Photovoltaik lässt es in Kulmbach lecker bruzzeln

Mitarbeiter Julian Hansen bedient die Dosenpresse, mit der Blechbehälterauf engstem Raum verdichtet werden, um Volumen einzusparen. Foto: Red

Nachhaltigkeit in einer Küche, die täglich rund 3.000 Kundinnen und Kunden mit Speisen versorgt? Kann das gelingen? „Ja, man muss nur kreativ sein“, verrät Martina Lofink, Betriebsleiterin der Menüfaktur. Das gemeinnützige Unternehmen beweist mit großen und scheinbar kleinen Maßnahmen Umweltbewusstsein und Verantwortung für die Ressourcen. Das beginnt schon bei der Energiegewinnung für das große Gebäude in der E.-C.-Baumann-Straße in Kulmbach. Durch die 2013 installierte, eigene Photovoltaik-Anlage mit 124kW auf dem Gebäude und dem Carport deckt die Menüfaktur einen großen Teil des Eigenbedarfs an Strom selbst ab.

Regional, saisonal, modern Möglichst viele regionale Zutaten zu verarbeiten ist das Ziel der Menüfaktur. Die Gewürze für die Gerichte bezieht das Unternehmen direkt aus Kulmbach, Kartoffeln etwa aus dem Landkreis und Wurstwaren aus ganz Oberfranken. „Leider ist es nicht immer möglich, die gewünschten Waren in der erforderlichen Qualität aus der Region zu beziehen“, verrät Verena Distler, stellvertretende Küchenleitung. „Wir achten besonders darauf, Speisepläne der jeweiligen Saison von Obst und Gemüse anzupassen.“

Porzellan und Transportboxen kommen zurück

Angerichtet und ausgeliefert werden die Speisen ebenfalls unter nachhaltigen Gesichtspunkten: Während Kinder-, Schul- und Senioren- und Kantinenessen in hochwertigen Edelstahl-Behältern zu den Verbrauchern gelangt, erhalten die Kundinnen und Kunden des Angebotes „Essen auf Rädern“ die Menüs von Beginn an auf hochwertigem Porzellan angerichtet und in besonderen Transportbehältern verpackt.

„Wir möchten bewusst, auf möglichst viel Plastik verzichten“, betont Verena Distler. Beide Transportverpackungen der Menüfaktur werden regelmäßig wieder in das Unternehmen zurückgeführt, aufwendig gesäubert und wiederverwendet. Unabdingbar für die Lieferkette, die mit drei Fahrzeugen zu Kunden durch ganz Oberfranken führt, ist eine fachmännische Planung der Routen, um effektiv zu bleiben.

Anspruch des Umweltschutzes

Der Anspruch auf Ressourcen- und Umweltschutz betrifft auch die Kalkulation des Wareneinsatzes, damit möglichst wenige Lebensmittel übrig bleiben. Diese Aufgabe erledigt Verena Distler gemeinsam mit ihrem erfahrenen Team. Das moderne „Cook & Chill“-Kochverfahren, bei dem die frisch zubereiteten Speisen auf zwei bis drei Grad Celcius abgekühlt, gelagert, transportiert und erst beim Kunden wieder regeneriert werden, garantiert außerdem nicht nur den Erhalt von Vitaminen und Nährstoffen: Durch die längere Lagerung und Haltbarkeit der Speisen ohne Qualitätseinbußen findet keine Lebensmittelverschwendung statt.

Durch regelmäßige Umfragen ermittelt die Menüfaktur zudem regelmäßig die Zufriedenheit der Kundinnen und Kunden. Abfälle und Verpackungen zudem werden sorgfältig getrennt und so für Recycling vorbereitet. Mit einer eigenen Dosenpresse werden Blechbehälter auf engstem Raum verdichtet, um Volumen einsparen und an den Wertstoff weiterverkauft. Eine ebensolche

Komprimierung wird bei Papier- und Plastikabfällen angewandt.

Die Betriebsleiterin Marina Lofink ist stolz auf die bisherigen Maßnahmen rund um Nachhaltigkeit und Umweltschutz, aber noch nicht zufrieden: „Wir werden immer weiter nach alternativen Möglichkeiten suchen, um Ressourcen noch besser zu schützen und mehr Müll zu vermeiden oder wiederzuverwerten.“

Die Menüfaktur DIAKO-Oberfranken gemeinnützige GmbH ist ein Integrationsbetrieb und bietet Arbeitsplätze für Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen. Informationen auch unter die-menuefaktur.de. (red)

Durch die 2013 installierte, eigene Photovoltaik-Anlage mit 124kW auf demGebäude und dem Carport deckt die Menüfaktur einen großen Teil des Eigenbedarfs anStrom selbst ab. Foto: Red

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