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COBURG / LICHTENFELS

Neue Server und Rechner für Integrierte Leitstelle Ebersdorf

Neue Server und Rechner für Integrierte Leitstelle Ebersdorf
Notrufzentrale: Bei der Integrierten Leitstelle am Ebersdorfer Frankenring (vorne im Bild) kommen nichtpolizeiliche Notrufe aus den Landkreisen Coburg, Kronach und Lichtenfels zusammen. Nach zehn Jahren in Betrieb steht jetzt die Erneuerung der technischen Ausstattung an. Foto: ILS Coburg

Gut zehn Jahre nach ihrer offiziellen Inbetriebnahme wird es bei der Integrierten Leitstelle in Ebersdorf (ILS) allmählich Zeit für die erste technische Runderneuerung. Die Zentrale für alle nichtpolizeilichen Notrufe aus den Landkreisen Coburg, Kronach und Lichtenfels wird betrieben vom Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF). Bei dessen Verbandsversammlung im Coburger Landratsamt ist jetzt der Zeitplan für die Anpassung der technischen Infrastruktur vorgestellt worden.

Erneuerung der Hardware

Was die Sache die vier Beteiligten Kommunen (neben den drei Landkreisen auch die Stadt Coburg) kosten wird, vermochte ILS-Leiter Peter Kunzelmann noch nicht zu prognostizieren. Zentrales Projekt wird dabei die Erneuerung der Hardware – im Falle der Integrierten Leitstelle heißt dies: Server, Rechner und auch Mobiliar.

Im Jahr 2022 könnte die Runderneuerung beginnen, beim Ende ließ Kunzelmann lieber mal ein Fragezeichen. Auf eines müsse man sich dabei aber schon einstellen, sagte Zweckverbands-Geschäftsführer Sebastian Sonnauer: „Wir müssen mit nicht unerheblichen Kosten rechnen.“ Da fällt die vermutlich schon im kommenden Jahr stattfindende Ersatzbeschaffung neuer Akkus für die Notstromversorgung der Integrierten Leitstelle im Vergleich dazu eher günstig aus – wobei nach Angaben Sonnauers vielleicht sogar Zuschüsse dafür fließen. Wie wichtig die Notstromversorgung des Gebäudes in Ebersdorf ist, betonte Peter Kunzelmann: „Nichts wäre für uns schlimmer, als wenn die Stromversorgung im Katastrophenfall nicht funktioniert.“

100 000 Telefonate in einem Jahr

Die neue technische Ausstattung ist nicht das einzige Großprojekt, das der ILS sowie den Rettungsdiensten und den Feuerwehren bevorsteht. Auch die digitale Alarmierung steht beim Freistaat Bayern weit obenauf der To-do-Liste. Geht diese in Betrieb, was vor den Jahren 2023 oder 2024 kaum der Fall sein dürfte, ist die Zeit der augenblicklich bei den Feuerwehren im Einsatz befindlichen und übers analoge Funknetz laufenden „Piepser“ vorbei. Das heißt: Sämtliche Endgeräte, die im Besitz von Feuerwehr-Aktiven sind, müssen bei einer Umstellung ausgetauscht werden. Die Kosten dafür sind Sache der Kommunen. Billig wird das nicht, das wusste auch Kunzelmann: „Wir reden hier von mehreren Tausend Meldern.“

Eindrucksvoll war die Jahresbilanz 2019, die ILS-Chef Kunzelmann den Verbandsräten präsentierte. 26 festangestellte sowie zwölf Mitarbeiter der Unterstützungsgruppe gewährleisten, dass in den drei Landkreisen die Kommunikation der Rettungsdienste und Feuerwehren funktioniert. Dabei geht es nicht nur um die gut 50 000 Anrufe, die 2019 über die „112“ in Ebersdorf aufgelaufen sind – im Paket mit der Notfallnummer „19222“ und weiteren ILS-Dienstleistungen kamen fast genau 100 000 Anrufe zusammen. Fast 42 000-Mal war der Einsatz der Rettungsdienste gefragt. Das war ein bisschen weniger als 2018, aber immer noch deutlich öfter als in den Jahren zuvor. An Feuerwehr und THW gingen 3500 Alarmierungen, was im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre liegt.

Wichtiger Bestandteil des Rettungssystems

Die Statistik der First Responder/Helfer vor Ort (also der Ehrenamtlichen, die einen lokalen Ersthelfer-Dienst gewährleisten) nahm Kunzelmann zum Anlass, um sich bei all den Freiwilligen zu bedanken, die sich im Rettungsdienst oder den Feuerwehren engagieren: „Sie sind ein wichtiger Bestandteil unseres Rettungssystems.“ Die First Repsonder/Helfer vor Ort in den drei ZRF-Landkreisen kamen im vergangenen Jahr auf 2680 Einsätze, manche davon waren lebensrettend.

Auch Dr. Joachim Goller, der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes, blickte auf das vergangene Jahr zurück. Sein Fazit: Was die Qualität und Schnelligkeit der ärztlichen Hilfe bei Notfällen angeht, kann sich die Bevölkerung in den Landkreisen Coburg, Kronach und Lichtenfels durchaus sicher fühlen. Freilich: Nicht überall könne rund um die Uhr garantiert werden, dass die Frist von zwölf Minuten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes eingehalten werde, räumte der Rettungsdienst-Verantwortliche ein. Aber das liege nun einmal hauptsächlich in der Topografie der Region begründet, erklärte Goller: „Je städtischer das Gebiet, desto kürzer ist die Zeitspanne bis Hilfe kommt.“

Landrat Christian Meißner bleibt Stellvertreter

Begonnen wurde die Sitzung mit einer Personalie. Bei der Wahl zum Stellvertreter des Verbandsvorsitzenden, Coburgs Landrat Sebastian Straubel (CSU), stellte sich auf Vorschlag der ZRF-Geschäftsführung der Lichtenfelser Landrat Christian Meißner (CSU) zur Wahl.

Bei elf gültigen Stimmen der Verbandsräte kam der Lichtenfelser Landkreischef auf volle Zustimmung. Meißners Statement dazu: „Ich vertrete Sebastian Straubel gerne. Aber hoffentlich nicht oft.“ (red)

13 Ersthelfer gemeldet

13 Ersthelfer-Gruppen sind als „First Responder“ oder Helfer vor Ort gemeldet. Standorte sind Neustadt, Bad Rodach, Weismain, Weidhausen, Sonnefeld, Nordhalben, Tettau, Lauenstein, Ebersdorf bei Coburg, Untersiemau, Mitwitz Küps und Hafenpreppach.

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