aktualisiert:

LICHTENFELS

Neue Besucher in den Hausgärten am Obermain

Neue Besucher in den Hausgärten am Obermain
Mit ihren knapp 2,5 bis 3 cm Größe, ihrer schwarzen Behaarung und ihren in der Sonne schwarzviolett schimmernden Flügel ist die Blaue Holzbiene kaum zu verwechseln. Foto: Thomas Neder

Im Zeichen des Klimawandels stellen sich in blütenreichen Hausgärten auch neue Besucher ein. Wenn sich jetzt im Spätsommer das letzte leuchtende Blütenfeuerwerk entfaltet, lässt sich öfter die ursprünglich in Mittel- und Südeuropa beheimatete Blaue Holzbiene zum Beispiel an Wandelröschen oder Salbeiarten beobachten.

Mit ihren knapp 2,5 bis drei Zentimetern Größe, ihrer schwarzen Behaarung und ihren in der Sonne schwarzviolett schimmernden Flügeln ist die Blaue Holzbiene (Xylocopa violacea) kaum zu verwechseln. Dank ihrer kräftigen Mandibeln und dem kräftigen Saugrüssel finden sie schnell den kürzesten Weg zum Nektar. Sind die Blüten für ihren Körper zu klein, können sie Blütenröhren auch einfach durchstoßen. Im Allgemeinen schätzt die große Wildbiene vor allem große Schmetterlings- und Lippenblütler.

Die Biene braucht Totholz und blütenreiche Areale

Um sich entwickeln zu können, benötigt das stolze Insekt Totholz und blütenreiche Areale. Wenn der Nektar- und Pollenvorrat der Blütenpflanzen zu Ende geht, die Temperaturen sinken und der Winter näher rückt, suchen sich die Holzbienen einen geschützten Überwinterungsort in Mauernischen oder Ähnlichem. Es überwintern männliche und weibliche Tiere.

Neue Besucher in den Hausgärten am Obermain
Die Blaue Holzbiene. Foto: Thomas Neder

Ihre Hochzeit findet im Frühling statt. Für die Ablage ihrer Eier nagen sie mit ihren Mandibeln teils verzweigte Gänge in mürbes Totholz. Die Brutzellen mit jeweils einem Ei liegen jeweils hintereinander und werden durch Zwischenwände getrennt angelegt. Eine Mischung aus Pollen und Nektar dienen als Proviant für die heranwachsenden Larven. Die jungen Holzbienen schlüpfen aus ihren Puppen im Laufe des Sommers und verlassen dann der Reihe nach ihre Kinderstube.

Die Wärme liebenden Holzbienen können zwar stechen, sind aber in der Regel sehr friedliche und dankbare Beobachtungsobjekte.

Von Thomas Neder

Weitere Artikel