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MICHELAU / ALTENKUNSTADT

MGH Michelau bis Jugendtreff: Es wird Zeit für mehr Leben

Wenn nicht gerade Corona einen Strich durch die Rechnung macht: Beliebt bei Senioren ist der PC-Kurs (Archivbild). Foto: MGH

Das BRK betreibt im Landkreis Lichtenfels zwei – bald drei – offene Einrichtungen für Besucher jeden Alters: Das Mehrgenerationenhaus in Michelau (MGH), den Jugendtreff „PINS“ in Altenkunstadt und bald auch den Elterntreff „Neue Mitte“ in Altenkunstadt.

Seit November vergangenen Jahres jedoch sind das MGH und das PINS wie ausgestorben. Zumindest denkt das der aufmerksame Fußgänger, wenn er an den beiden Einrichtungen vorbeiläuft. Doch dem ist nicht so. „Was den Jugendtreff betrifft, haben wir bereits im Mai letzten Jahres angefangen unser Programm teilweise online zu ergänzen und sind seit dem zweiten Lockdown komplett online für unsere Jugendlichen da“, so Gerstner.

Zu den normalen Öffnungszeiten (dienstags von 15.30 bis 19.30 Uhr und samstags vo 17 bis 21 Uhr) sind die beiden Jugendarbeiterinnen Britta Klett und Anna-Lena Püls online und machen Spielangebote, geben Tipps und Tricks weiter oder sind einfach nur zum Quatschen und Austauschen da.

„Gerade dieses Angebot ist wichtig, um auf individuelle Problemlagen der Jugendlichen eingehen zu können, die in Zeiten von Corona und Lockdown bekanntermaßen nicht weniger geworden sind.“, so Gerstner weiter. Auch das Mehrgenerationenhaus in Michelau hat viele seiner Angebote umgestellt und ist für Fortbildungen, Qualifizierungen und verschiedene Erwachsenbildungsangebote für seine BesucherInnen da.

Auch die Vorplanungen für den Jugendtreff „Elevate Club“ laufen seit Anfang des Jahres online. Ganz real vor Ort dagegen arbeitet die Kindertagespflege „Kunterbunt“, die die ganzen Monate über eine Notbetreuung für die Kinder des Landkreises, die in Tagespflege betreut werden, durchgeführt hat.

„Aber es wird nun Zeit, dass wir nach und nach wieder normal arbeiten dürfen. Online- Angebote sind eine gute Ergänzung, und wir werden auch viele Möglichkeiten, die wir in den letzten Monaten entwickelt haben, beibehalten – aber das menschliche Miteinander bleibt auf der Strecke. Der Mensch braucht nun mal andere Menschen, ohne sie vereinsamt er. Dieses Miteinander findet bei uns sowohl im MGH, also auch im PINS im ,Offenen Treff' statt – somit gelten für uns die Regeln für die Innengastronomie. Darf sie wieder aufmachen, sind wir auch wieder am Start; denn für die zweite Jahreshälfte ist so einiges geplant“.

Mehrgenerationenhaus Michelau

Im MGH werden im Zuge der Neustrukturierung nach dem Lockdown die Öffnungszeiten angepasst. Bisher hatte das Haus immer nachmittags geöffnet. Ab 1. September ist das anders: Montag, Dienstag und Donnerstag vo 13 bis 17 Uhr sowie Mittwoch und Freitag von 8 bis 12 Uhr. „Damit decken wir den zukünftigen Bedarf besser ab. Da wir unser Programm mit mehr Eltern- Kind-Angeboten ergänzen konnten, die vormittags laufen, war es für uns sinniger, dass zu diesen Zeiten auch Ansprechpersonen des Hauses anwesend sind“, erklärt Gerstner. So finden neu ein „Kanga- Training“, sowie der Kurs „Fit mit Kind“ statt. Die bisherigen Kurse „Geburtsvorbereitung“ und „Rückbildung“ bleiben bestehen und werden im Laufe des Jahres noch durch das Angebot „Aerial Yoga“ ergänzt.

Auch das beliebte Eltern-Kind-Frühstück sowie die Krabbelgruppen werden wieder aufgenommen, sobald es erlaubt ist. Im Bereich Senioren werden die Tanz- und Gymnastikangebote wieder aufgenommen. Auch die Sprach- und PC-Kurse starten wieder. Für alle, die ihren Geist und Körper auch im hohen Alter fit halten wollen, werden die Angebote „Gedächtnistraining“ und „Motorische Übungen“ durch eine „Gesunde Ernährung“-Kochgruppe ergänzt.

Seit vielen Jahren werden im MGH in Michelau Teenager zu Babysittern ausgebildet (Archivbild). Foto: MHG

Auch die Kinder im Haus können sich wieder auf zahlreiche Angebote freuen. So werden wieder jeden Freitagnachmittag die „MGH- Kids“ stattfinden. Die beliebten Kindergeburtstagsfeiern wurden neu konzipiert und die Kids können nun aus unterschiedlichen Mottopartys auswählen. Neu wird das Angebot „Kinderdisco“ sein.

Für die etwas Älteren, also die Jugendlichen, ändert sich im Angebot am meisten. Wie schon erwähnt startet der Jugendtreff „Elevate Club“. Er wird einer von zwei Standorten in Michelau sein, der zu einer gemeinsamen Jugendarbeit von BRK und evangelische Kirchengemeinde gehört. Gerstner dazu: „Die Kirchengemeinde und wir haben uns Anfang des Jahres darüber verständigt, dass wir nicht zwei konkurrierende Jugendangebote in Michelau schaffen wollen, sondern vielmehr eine gemeinsame Jugendarbeit, verteilt auf zwei Standorte anstreben.“

Zur Gründung des Jugendtreffs sucht das BRK noch Jugendliche, die ihre Ideen mit einbringen wollen. Neben dem Jugendtreff wird sich noch ein anderes Jugendangebot ändern: Der Babysitterkurs. Dieser wurde bisher immer in den Pfingstferien als Blockveranstaltung angeboten. Zukünftig soll er modular aufgebaut und öfter im Jahr stattfinden.

Jugendtreff „PINS“

Auch in Altenkunstadt soll das Online-Programm baldmöglichst wieder in einen Präsenztreff umgewandelt werden. Hier hat Gerstner mit seinen Mitarbeiterinnen auch einige Neuerungen geplant: „Über ein Jahr (mehr oder weniger) Schließung ist eine lange Zeit für einen Jugendtreff. Die Jugendlichen werden älter und orientieren sich um. Jüngere SchülerInnen kommen hinzu, mit ihren ganz eigenen Vorstellungen. Daher werden wir, wie zu Beginn des Jugendtreffs, mit einem neuen Kennenlernen starten.“ Konkret möchte Gerstner auch die Jugendlichen von Altenkunstadt dazu einladen „ihren“ Jugendtreff neu zu gestalten, mit neuen Ideen zu füllen und das Programm dahingehend neu ausrichten. „Wer bis zur Öffnung nach dem Lockdown schon jetzt dazu kommen möchte, kann sich über unsere Internetseite über Möglichkeiten informieren.“, so Gerstner weiter.

Elterntreff „Neue Mitte“

Das neueste Projekt unter den offenen Einrichtungen des BRK ist der Elterntreff „Neue Mitte“ in Altenkunstadt. Im Bereich der neu zu schaffenden Ortsmitte entsteht ein offener Treff für Eltern mit ihren Kindern. Der Treff soll alle ansprechen, die sich mit dem Thema Elternschaft und Kinderbetreuung identifizieren. Das schließt auch engagierte Freiwillige mit ein, die zwar selbst keine Kinder oder Enkel haben (beziehungsweise deren Kinder oder Enkel bereits erwachsen sind), sich aber für Familien in der Region engagieren wollen. Da das Projekt noch 2021 auf die Beine gestellt werden soll, lädt Gerstner Interessierte zu einem ersten Infoabend ein, um es vorzustellen und Möglichkeiten zu erörtern. Der Termin findet online am kommenden Donnerstag, 10. Juni, um 17 Uhr statt. Zugang über die Videoplattform Jitsi Meet unter meet.jit.si .

„Alles in allem stehen wir bereit für eine Wiedereröffnung. Uns ist klar, dass wir unser Angebot nicht von 0 auf 100 hochfahren können. Aber nach und nach – je nach Pandemielage – kommen wir zurück für die Besucherinnen und Besucher des Landkreises Lichtenfels“, so Gerstner abschließend.

Alle Informationen finden Interessenten auch unter www.generationennetzwerk.eu oder unter Tel. (09571) 959031.

 

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