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LICHTENFELS

Mehr Sonnenkraft, mehr Bäume für Lichtenfels

Mehr Sonnenkraft, mehr Bäume für Lichtenfels
In Lichtenfels sollen die Dächer städtischer Liegenschaften wie der Kläranlage oder des Bauhofs mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden. Foto: Marion Nikol

Mehr Solaranlagen auf den Dächern städtischer Gebäude – das wünscht sich die SPD-Stadtratsfraktion. Wie es in einem Antrag an die Stadtverwaltung heißt, sollen dabei insbesondere die Dach- und Freiflächen im Bereich der Herzog-Otto-Mittelschule, des Merania-Hallenbads und der angrenzenden Freiflächen berücksichtigt werden.

Dass die Stadtverwaltung dem Thema durchaus aufgeschlossen gegenübersteht, es aber in diesem Zusammenhang noch bautechnische wie auch energetische Aspekte zu berücksichtigen gibt, wurde bei der jüngsten Sitzung des Bauausschusses in der Stadthalle deutlich.

Erst sanieren, dann Solaranlagen planen

„Wenn es um Photovoltaikanlagen auf städtischen Liegenschaften geht, haben wir auf jeden Fall die Dächer des Schul- und Sportzentrums im Auge“, führte Bürgermeister Andreas Hügerich an, fügte aber ergänzend hinzu: „Allerdings dürfen wir nicht vergessen, dass das Dach der Mittelschule mittlerweile 50 Jahre alt und sanierungsbedürftig ist. Ähnlich verhält es sich beim Hallenbad. Deshalb macht es Sinn, die Errichtung einer Solaranlage auf diesen Dächern erst nach einer energetischen Sanierung anzugehen.“

Wie Stadtbaumeister Gerhard Pülz darüber hinaus erläuterte, laufe aktuell eine energetische Analyse des Schul- und Sportzentrums im Rahmen des Netzwerks KEENO II. „Wir sollten zunächst die Ergebnisse der Studie abwarten, die im Herbst vorgestellt werden, und dann die Planung möglicher Photovoltaik- und Solarthermieanlagen anstoßen“, so Pülz.

Als wesentlich besser geeignete Gebäude nannte er die Kläranlage, deren bestehende PV-Anlage erweitert werden soll, und den Bauhof. Dort könne die erzeugte Energie für den Eigenverbrauch einschließlich der künftigen Flotte an E-Fahrzeugen genutzt werden. Dem entsprechenden Beschlussvorschlag stimmte der Bauausschuss einstimmig zu.

Ein Baum für jedes Neugeborene im „Geburtswald“

Ebenfalls einstimmig sprach sich das Gremium für einen sogenannten „Geburtswald“ aus, der von der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen beantragt wurde. Der Beschlussfassung ging eine lebhafte Diskussion voraus, bei der vor allem die Frage nach geeigneten Flächen im Mittelpunkt stand.

Frank Rubner (CSU) zeigte sich unzufrieden mit den von der Stadt vorgeschlagenen Grundstücken unweit des BRK-Pflegeheims und in Rothmannsthal: „So, wie ich es verstanden habe, soll mehr Grün in die Kernstadt gebracht werden. Die aktuell vorgeschlagenen Flächen befinden sich aber bereits neben einem bestehenden Wald, und wir würden daneben nochmals einen eigenen Wald pflanzen, der uns Geld kostet. Ich bitte darum, besser geeignete Grundstücke zu finden.“

„Für einen Geburtswald ist es aktuell schwierig, stadtnah geeignete Flächen zu finden.“
Andreas Eberlein, Sachgebiet Städtische Liegenschaften und Einrichtungen

Johannes Oppel (WLJ) wies in diesem Zusammenhang auf das Waldsterben auf dem Jura hin: „Dort besitzt die Stadt Flächen, wo wir Totalausfälle bei den Fichten haben. Können diese in Verbindung mit einem Geburtshain nicht einfach wieder aufgeforstet werden?“ Andreas Eberlein, Leiter des Sachgebiets Städtische Liegenschaften und Einrichtungen, versicherte daraufhin, dass im Jura bereits eine Aufforstung mit resistenten Bäumen wie Ahorn und Kirschen vorgesehen sei. „Für einen Geburtswald wiederum ist es aktuell schwierig, stadtnah geeignete Flächen zu finden“, so Eberlein weiter.

Uwe Held (CSU) schlug eine Geburten-Allee vor, die in Verbindung mit Straßensanierungen entstehen könnte: „Dort, wo Straßen neu gemacht werden, beispielsweise am Grabenweg, in der Kronacher oder Bamberger Straße, werden doch sicherlich auch Bäume gepflanzt, die ohnehin gepflegt werden müssen. Damit würden wir zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.“

Wie Gerhard Pülz erklärte, könne man Straßenbäume definitiv mitberücksichtigen, doch würden diese angesichts der aktuellen Geburtenraten nicht ausreichen. „Noch haben wir keine Erfahrungen, wie das Ganze angenommen wird“, so Pülz. „Wir haben dazu aber immer wieder Anfragen aus der Bevölkerung und wollen nun einfach mit ein oder zwei Flächen anfangen.“

Bürgermeister Andreas Hügerich schlug vor, mit der Fläche in Rothmannsthal zu starten und bei künftigen Straßenbau- und Dorferneuerungsmaßnahmen weitere Möglichkeiten für Pflanzungen von Geburtsbäumen zu schaffen.

Historische Wegverbindung in Mistelfeld soll erhalten bleiben

Grünes Licht gab der Bauausschusses an jenem Nachmittag auch für die Sanierung eines Teilstücks der Gemeindeverbindungsstraße Lichtenfels-Trieb und beauftragte die Stadtverwaltung, die Maßnahme zur Förderung bei der Regierung von Oberfranken anzumelden.

Darüber hinaus beschäftigten sich die Mitglieder des Gremiums mit einem Forstweg in Mistelfeld, von dem bei Starkregen Schlamm und Schotter ins Wohngebiet gespült wird und von den Bayerischen Staatsforsten nun aufgelöst werden soll. Da es sich dabei jedoch um eine historische Wegverbindung von Mistelfeld nach Vierzehnheiligen handelt und viele private Wiesen- und Waldgrundstücke darüber erschlossen werden, hält die Stadt Lichtenfels einen Rückbau für nicht sinnvoll.

Um den Forstweg zu erhalten, will die Stadt Lichtenfels nun mit den Bayerischen Staatsforsten in Verhandlungen gehen und die Widmung des Weges als öffentlichen Feld- und Wanderweg vorbereiten – ein Vorschlag, der einstimmig angenommen wurde.

Einbahnregelung mit Zone 30 für Wallachei

Bernd Krauß (CSU) dankte in diesem Zusammenhang der Verwaltung für ihren Einsatz. „Wir bekommen so viel Regenwasser in den örtlichen Kanal, dass es wirklich wichtig ist, hier etwas zu machen.“ Auf seine Nachfrage erläuterte Stadtbaumeister Gerhard Pülz, dass auch ein Regenrückhaltebecken vorgesehen sei. „Erst einmal müssen wir aber den Weg in unsere Baulast bekommen, und erst dann können wir die nächsten Schritte einleiten.“

Erste Schritte für die Umgestaltung des Grabenwegs und der Wallachei wiederum werden laut Stadtverwaltung Anfang August eingeleitet. Dann soll mit den Bauarbeiten für den ersten Bauabschnitt begonnen werden. Wie Bürgermeister Hügerich die Mitglieder des Bauausschusses abschließend informierte, wurde bei einem Ortstermin Anfang Juli von der großen Mehrheit der Anwohner eine „Einbahnstraße mit Zone 30“ favorisiert. Dies biete künftig die meisten Parkmöglichkeiten, die höchste Sicherheit für Fußgänger, die Möglichkeit zum barrierefreien Ausbau des Zugangs zur Gaststätte „Wallachei“ sowie eine angemessene Begrünung zur Aufwertung des Straßenbildes.

Mehr Sonnenkraft, mehr Bäume für Lichtenfels
Ein Baum für jedes Neugeborene: Nach einer lebhaften Diskussion gab der Bauausschuss schließlich grünes Licht für die Vorbereitungen eines Geburtenhains in Lichtenfels. Foto: pixabay

Von Marion Nikol

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