aktualisiert:

Mainblick: Vom Schnee und dem inneren Kind

Mainblick: Der Kampf um einen PCR-Test
_

Welche Jahreszeit mögen Sie am liebsten? Den Frühling, wenn die Vögel zurückkommen, jeden Tag irgendwo anders eine neue Knospe aufbricht und das junge Grün aussieht wie frisch gewaschen? Den Sommer mit seinem Geruch nach Sonnencreme und Gegrilltem, mit Grillengezirpe und warmen Sternschnuppen-Nächten? Den Herbst, wenn die Sonne das bunte Laub zum Leuchten bringt, Federweißer und Zwiebelkuchen locken und das Saftmobil durch den Landkreis tourt? Oder den Winter mit gemütlichen Nachmittagen mit Buch und Tee auf dem Sofa, mit langen Spaziergängen über knirschenden Schnee und glitzernden Eiskristallen? Ganz ehrlich: Ich möchte mich nicht entscheiden müssen. Jede Jahreszeit hat ihre schönen Seiten, auch der oft so stiefmütterlich behandelte Winter. Gerade der: Wenn es draußen schneit, dann weckt das immer noch das Kind in mir, und das will dann am liebsten sofort raus in den Schnee.

Manchmal denke ich dann zurück an meine Jugendzeit, elfte Klasse. Es war ein warmer Sommertag, die Sonne schien, ich saß in der Schule, und sonderlich spannend war der Unterricht wohl nicht, denn ich hatte offensichtlich den Kopf schon ausgeschaltet. Da flüsterte meine Freundin am Tisch hinter mir plötzlich: „Pst, Annette, es schneit!“

Was ich gemacht habe? Sofort aus dem Fenster geschaut natürlich. Was denken Sie denn?

Von Annette Körber annette.koerber@obermain.de

Weitere Artikel