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LICHTENFELS

Lichtenfelser Stadtschloss wird zum Stadtmuseum

Im Stadtschloss sind ab nächstem Frühjahr die Exponate des Stadtmuseums zu sehen. Auch im Roten Turm (li.), der zurzeit noch nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist, sollen künftig Ausstellungsstücke zu sehen sein.Archivoto: Markus Drossel Foto: Drossel

Das Stadtschloss wird aufgewertet: Ab dem Frühjahr ist das aus der Mitte der 16. Jahrhunderts stammende Gebäude über den Dächern der Altstadt nicht mehr nur ein beliebter Veranstaltungsort, sondern beherbergt auch noch die Exponate des Stadtmuseums. Das Konzept stellte Stadtmarketingchef Steffen Hofmann am Montag dem Stadtrat in der Stadthalle vor.

Der Grund für den Umzug liegt im anstehenden Umbau des Hauses Marktplatz 10. Während der Arbeiten sollen die Tourist-Information und Teile der Stadtverwaltung im Stadtmuseum in der Bamberger Straße 3 untergebracht werden. Dieses schließt zum 31. Oktober. Künftig werden die Ausstellungsstücke im Oberen Torturm und im Stadtschloss untergebracht.

Im bisherigen Lichtenfelser Stadtmuseum werden die Mitarbeiter der Touristinformation und der Stadtverwaltung Platz finden. Die Exponate sind ab nächstem Jahr im Stadtschloss zu sehen. Foto: Steffen Huber

Laut Hofmann ist für die Sammlungen „Korbhandel“, „Eisenbahnerstadt“ und „Schneyer Porzellan“ im Dachgeschoss Platz. Der Freskenraum soll wegen der wertvollen Wandgemälde nicht mehr als Umkleide benutzt werden, sondern als eigene Attraktion. Sonderausstellungen können im Rittersaal und Foyer präsentiert werden.

Als Vorteile des Umzugs im Frühjahr 2021 nannte Hofmann feste Öffnungszeiten und dass das Personal Besuchern Kaffee und kalte Getränke anbieten kann. Mit weiteren Trägern sei auch der Betrieb eines Inklusionscafés möglich. Außerdem soll mittelfristig der Rote Turm für Besucher geöffnet werden und Platz für Exponate bieten.

Hofmann erwartet sich vom Umzug eine große Aufwertung des touristischen Angebots und hofft durch die Ausstellungen im Oberen Stadtturm, im Stadtschloss und im Roten Turm auf steigende Besucherzahlen.

Ein lang ausgesprochener Wunsch der Lichtenfelser wird erfüllt

Vom Winterlicht wunderbar in Szene gesetzt: Das Stadtschloss Lichtenfels zur Stunde des Sonnenuntergangs.Archivfoto: Heike Günther Foto: Heike Günther

Die Pläne stießen auf breite Zustimmung. Dr. Susann Freiburg (Grüne) sprach von „ganz tollen“ Plänen und regte an, den Gewölbekeller auszubauen. Laut Hofmann finden in diesem eigentlich Flechtkurse statt, diese werden aber wegen der Corona-Pandemie derzeit nicht angeboten. Emmi Zeulner (CSU) dankte der Stadtverwaltung für das „tolle Konzept“, mit welchem den Bürgern von Lichtenfels ein lange ausgesprochener Wunsch erfüllt werde. Auf ihre Nachfrage erläuterte Hofmann, dass das Inklusionscafé entweder im Garten oder im Foyer betrieben werden soll.

Des Weiteren führte der Stadtmarketingchef aus, dass wegen den weiterhin stattfindenden Veranstaltungen und des Personalbedarfs die Ausstellungen nicht tätlich geöffnet seien. Außerdem sagte er auf einen Vorschlag von Roland Lowig (WLJ), dass mittelfristig eine multimediale Ausstattung im Foyer angedacht sei. Auf Frage von Heike Kunzelmann (AfD) nach einem Führer, der Touristen das Stadtschloss vorstellen soll, erklärte Hofmann, dass tatsächlich Führungen durchs Gebäude geplant seien. Lob für das Konzept gab es außerdem von Sven Eisele und Monika Faber (beide SPD) sowie Eduard Meixner (FW/FB).

Ebenso viel Zustimmung gab es vom Gremium für die Erhöhung der Nutzungsgebühren. Vereine zahlen demnach künftig 200 statt 180 Euro. Kulturveranstaltungen kosten den Betreiber 300 statt 180 Euro. Wer eine privat-gastronomische Feier (Hochzeit) veranstalten möchte, zahlt für den Festsaal 975 Euro. Bisher waren 240 Euro fällig. Begründet wurde die Anhebung zum einen mit der Kündigung des Pachtvertrags mit dem Bewirtungsbetrieb und der damit freien Wahl der Veranstalter, einen eigenen Caterer zu engagieren. Zum anderen seien die Preise fürs Stadtsschloss bisher viel zu günstig gewesen.

Dr. Christopher Bogdahn (FW/FB) begrüßte die Erhöhung und regte an, das Stadtschloss stärker zu bewerben, damit auch künftig genügend Veranstaltungen stattfinden. Ebenso gab es Zustimmung von Philip Bogdahn (SPD) und Heike Kunzelmann, die sich die Möglichkeit von Online-Buchungen wünschte.

WLJ gegen zu viele Bäume auf Baugrundstücken

Hier läuten bald die Hochzeitsglocken: Im Oberen Torturm können sich demnächst Paare trauen lassen. Foto: Steffen Huber

Eine Diskussion gab es zu den Änderungen der Bebauungspläne B 4 „Schlesierstraße“ und B 5 „Zur Heide“. Der Grund war die Vorgabe des Landratsamtes an die Bauherren, zur Schaffung von Ausgleichsflächen pro 200 Quadratmetern Fläche einen Baum auf ihrem Grund zu pflanzen. Dies kritisierten Johannes Oppel und Roland Lowig (beide WLJ), die einen Baum je 300 Quadratmetern für ausreichend hielten.

Dr. Susann Freiburg regte an, die Kriterien für die grüne Hausnummer in den Bebauungsplan „Zur Heide“ aufzunehmen, was aber mehrheitlich vom Stadtrat abgelehnt wurde. Dafür stimmte das Gremium gegen die Stimmen der WLJ der Änderung der Bebauungspläne zu, wonach ein Baum je 200 Quadratmetern zu pflanzen ist.

Aus dem Stadtrat

• Heiratswillige Paare können sich künftig über den Dächern von Lichtenfels trauen lassen – und zwar im Oberen Torturm. Dafür gab es grünes Licht vom Stadtrat. Damit hat die Stadt neben dem historischen Sitzungssaal im Rathaus und der ehemaligen Synagoge einen weiteren besonderen Trauungsort. Ein vierter könnte demnächst hinzukommen, wie Erster Bürgermeister Andreas Hügerich auf Nachfrage von Frank Rubner verriet: Derzeit arbeitet nämlich die Stadtverwaltung ein Konzept aus, das Stadtschloss für Eheschließungen zu öffnen.

• Bürgermeister Hügerich gab folgende, in nichtöffentlicher Sitzung beschlossenen Vergaben bekannt:

• Bauleistungen für die Sanierung der Döritzquelle an die Firma STL Sonneberg GmbH für 240 338,33 Euro.

• Bauleistungen für die Verbesserung der Trinkwasserversorgung von Buch, Zubringerleitung für Zusatzeinspeisung, an die Firma Vstr AG, Rodewisch, für 469 556,02 Euro.

• Lieferung des Fahrgestells für einen Kanalreinigungswagen an die Firma MAN Truck und Bus Deutschland GmbH, Würzburg, für 159 460 Euro.

• Lieferung des Aufbaus für einen Kanalreinigungswagen an die Firma Müller Umwelttechnik GmbH & Co. KG, Schieder-Schwalenberg, für 485 520 Euro.

• Auftrag für die Planungsleistungen der technischen Gebäudeausstattung für das Bauvorhaben Marktplatz 10 an das Büro TechnoPlan GmbH, Marktrodach, für 338 076 Euro.

• Vergabe des Auftrags für die Tragwerksplanung für das Bauvorhaben Marktplatz 10 an das Büro Mittnacht beratende Ingenieure, Würzburg, für 254 563 Euro.

• Keine Einwände hatte der Stadtrat gegen die von Trägern öffentlicher Belange vorgetragenen Vorschläge zur Änderung des Bebauungsplanes B 39 II „An der Robert-Koch-Straße“.

Von Steffen Huber

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