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LICHTENFELS

Lichtenfelser Grüne wollen lebenswerte Orte schaffen

Lichtenfelser Grüne wollen lebenswerte Orte schaffen
Die Stadtratsfraktion der Grünen wird sich in der nun startenden Amtsperiode für mehr Stadtgrün in Lichtenfels einsetzen. Ganz oben auf der Agenda steht die Schaffung von Streuobstwiesen und Selbstpflückgärten. Foto: Michael Strobel/Pixabay)

Der Klimawandel macht auch in Corona-Zeiten keine Pause, genauso wenig wie das politische Agieren der Grünen auf Kommunalebene. Aus diesem Grund fand sich die neue Stadtratsfraktion kürzlich zu einer Fraktionssitzung zusammen, bei der die kommende Amtsperiode in Lichtenfels thematisch vorbereitet wurde.

Fraktionssprecherin Dr. Susann Freiburg zeigte sich sehr erfreut darüber, dass mit ihr und Dr. Christine Schmidt zwei Frauen für die Grünen in den Stadtrat gewählt wurden, so dass die Fraktion gemeinsam mit Mathias Söllner und Siegbert Koch nun paritätisch belegt sei.

Ein wichtiges Thema stellt für die Fraktion die Begrünung der Stadt dar. „Es dürfte parteiübergreifendes Einvernehmen bestehen, dass lebenswerte Orte in sozialer wie in baulicher Hinsicht ansprechend gestaltet werden müssen. Für uns gehört hierzu unbedingt auch attraktives Stadtgrün. Es ist nachgewiesen, dass sich eine angemessene Begrünung positiv auf das körperliche und psychische Wohlbefinden auswirkt. Das Stadtgrün dient zudem der Erhaltung der Artenvielfalt“, so Dr. Freiburg. Bei Hitzeperioden, zu denen es in Folge des Klimawandels öfter kommen werde, würden zudem mehr Bäume und Sträucher in der Stadt für Abkühlung sorgen.

Man ist sich einig, dass das in der Vision 2030 der Stadt Lichtenfels festgelegte Grünflächen-Konzept verstärkt vorangetrieben werden soll. Die Fraktion wird sich für ein Gesamtkonzept einsetzen. Dabei sollten zunächst vor allem die im Siedlungsgebiet vorhandenen öffentlichen Grünflächen erfasst werden. Diese Phase läuft bereits. Im nächsten Schritt sollte eine Bewertung der Flächen stattfinden, etwa nach ihrer städtebaulichen Funktion und ihrer Bedeutung für die Natur, für den Artenschutz und für den Wasserhaushalt, aber auch hinsichtlich möglicher Belüftungskorridore in den immer heißer werdenden Sommern. Sodann seien für die Grünflächen Steckbriefe zu verfassen, in denen unter anderem auch die Pflegemaßnahmen beschrieben werden. Wichtig sei, die Grünflächen nicht einzeln, sondern im Zusammenhang zu begreifen. Wünschenswert wäre ein solches Grünflächen-Konzept auch als Grundlage für künftige Bebauungspläne.

Baumpatenschaften, Begrünung von Fassaden und Dächern und mehr

Zusätzlich sollen beispielsweise Baumpatenschaften, die innovative Begrünung von Fassaden und Dächern, oder auch Urban Gardening-Projekte möglichst bald zur Umsetzung gebracht werden. Außerdem wollen die Grünen anregen, eine Streuobstwiese anzulegen. Hier könnte für jeden neugeborenen Lichtenfelser ein Baum gepflanzt werden. Alternativ oder ergänzend wäre auch ein „Hochzeitswald“ denkbar.

Darüber hinaus wurde vor dem Hintergrund des Bauvorhabens auf dem ehemaligen Janson-Gelände über die Lage an der Leuchse im Allgemeinen gesprochen. So kam die Frage auf, ob bei fortschreitender Versiegelung des Burgberges das Fassungsvermögen der Leuchse bei Starkregen-Ereignissen hinreichend wäre. Angesichts der Hochwasserproblematik möchte die Fraktion die Leuchse attraktiver gestalten. Angedacht sei der Renaturierung des Gewässers ein Fuß- und Radweg in Richtung Mistelfeld, nahe der Leuchse, zur Verbesserung des Naherholungsraumes im Süden der Kernstadt. (mani)

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