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Lichtenfels: Sicherheitskonzept für den Ortswiesensee

Lichtenfels: Sicherheitskonzept für den Ortswiesensee
Der Steg am Ortswiesensee in Oberwallenstadt wird demnächst aus Sicherheitsgründen mit einem Geländer versehen Foto: Alfred Thieret

Beim wichtigsten Tagesordnungspunkt des Ausschusses für Stadtentwicklung, Tourismus und Wirtschaft ging es um die Umsetzung des Sicherheitskonzeptes für den Ortswiesensee Oberwallenstadt und den Badeplatz am Main (Flussbad).

Das im vorigen Jahr von einem Anwaltsbüro erstellte Sicherheitskonzept besteht aus einem zweistufigen Beschilderungskonzept, nämlich aus allgemeinen Informationstafeln an sämtlichen Eingangsbereichen zum Ortswiesensee mit Sicherheitshinweisen zu Gefahrenquellen sowie aus bildlich dargestellten Verboten und Warnungen (Piktogrammen) an konkreten Gefahrenstellen. Als Gefahrenquelle wird unter anderem der Badesteg genannt, der mit einem Geländer versehen werden muss.

Für das Flussbad am Main gelten ähnliche Regeln

Über den sicherheitstechnischen Aspekt der Gewässer hinaus wurde ein Gesamtkonzept für Badesee, Campingplatz und Zufahrt erarbeitet. Im vergangenen Jahr strömten neben den üblichen Badegästen viele Tagestouristen zum Badesee, was zu einer erheblichen Verkehrsproblematik in der Krößwehrstraße führte, berichtete Bürgermeister Andreas Hügerich. In die Bresche sprangen Feuerwehrleute, die kurzfristig an den Wochenenden die Verkehrsregelung übernahmen.

Da die Feuerwehr nicht regelmäßig eingesetzt werden kann, wurde ein Security-Dienst für die bevorstehende Saison beauftragt, um die Badegäste geordnet zu den Parkplätzen zu leiten und auch Kontrollen am See durchzuführen. Ein weiteres Problem stellte die Müllentsorgung aufgrund des hohen Besucherandrangs dar. Da auch in der Badesaison 2021 mit einem hohen Besucheraufkommen zu rechnen ist, wird der Bauhof wieder die Mülltonnen entleeren. Um den weiter nördlich gelegenen zu schützenden Badebereich von Badegästen und Tretbooten abzugrenzen, werden Bojen in den See gesetzt.

Zum Schutz der sanitären Einrichtungen des Campingplatzes vor dem Betreten Unbefugter, sollen Schlösser mit Chips angebracht werden. Außerdem ist für das Frühjahr 2021 eine Hundebadestelle vorgesehen. Die Maßnahmen sollen möglichst bis zum Beginn der Badesaison umgesetzt werden.

„Wir haben die Maßnahmen, die wir machen müssen, als Sicherheitskonzept, da ist Gefahr in Verzug, die müssen wir umsetzen, über alles andere können Sie entscheiden“, so der Bürgermeister zu den Ausschussmitgliedern.

Zweiter Rettungsweg durch die Unterführung

Die Diskussionsrunde begann Frank Rubner (CSU) mit vielen Punkten. Zunächst sprach er den im Fall einer Überlastung der Krößwehrstraße in der Vorlage angesprochenen zweiten Rettungsweg an. Andreas Eberlein stellte klar, dass die Stadtverwaltung mit den Blaulichtorganisationen abgeklärt habe, dass der zweite Rettungsweg über Unterwallenstadt durch die Unterführung führen soll. Rubner schlug außerdem vor, den Badesee in drei Segmente zu unterteilen (etwa A, B, C), damit in einem Notfall ein Ortsunkundiger leichter seinen Standort gegenüber einem Rettungswagen beschreiben kann. Die Hundebadestelle sah er als nicht sehr weitläufig und daher nicht ideal an, da ganz in der Nähe ein Weg vorbeiführt.

Er bat auch darum, den Naturschutzbereich, der sich an den See anschließt, großzügig mit Bojen abzuriegeln, der See sei dann immer noch groß genug für die Tretbootfahrer. Sein Vorschlag für die Krößwehrstraße an den Wochenenden eine Geschwindigkeitsreduzierung zu erreichen oder eine Spielstraße einzuführen ist laut Susanne Hellmuth von der Stadtverwaltung nicht umsetzbar.

Konfliktsituationen an der Hundebadestelle vorprogrammiert

Auch Dr. Christopher Bogdahn (FW/FB) sah die Lage der Hundebadestelle als sehr ungünstig an. An dieser Nadelöhrstelle seien Konfliktsituationen vorprogrammiert, und zwar nicht nur zwischen Mensch und Tier, sondern auch zwischen Tier und Tier. Wie er schon in einem Antrag an die Verwaltung festhielt, möchte er, dass das Verhältnis zum Karibischen Eck überdacht wird. Es sei schwer einen Blitzer aufzustellen, antwortete ihm Susanne Hellmuth auf seine Frage nach der Aufstellung eines stationären Blitzers. Zwei Geschwindigkeitsmesser seien aber in der Krößwehrstraße vom Bauhof aufgestellt worden.

Als ob es keinen gesunden Menschenverstand mehr gäbe

Mathias Söllner (Bündnis 90/Die Grünen) sprach die vorgeschriebenen Geländer an einigen Einrichtungen am Badesee an wie etwa beim Badesteg. „Ist das der Anfang vom überbordenden Sicherheitsdenken, dass überall Zäune hinmüssen, am Schluss noch an der Straße oder auf dem Staffelberg“, meinte er. Was er möchte wäre einfach ein unkomplizierter Badeplatz. Er weiß natürlich auch, dass die Stadt sich absichern muss, um Haftungsschäden zu vermeiden, wie der Bürgermeister und der Stadtbaumeister noch einmal klarstellten. Söllner fragte noch nach den Kosten. Andreas Eberlein bezifferte die Kosten für die reinen Sicherheitsmaßnahmen mit 60 000 bis 70 000 Euro und für weitere Ausgaben auf 10 000 bis 15 000 Euro.

„Erhohlung pur“ unter den Augen der Security

Philip Bogdahn (SPD) schwärmte regelrecht davon, dass er seine Freizeit gerne im Bereich zwischen Ortswiesensee und Flussbad verbringe, das sei Erholung pur. Er hatte auch mehrere Fragen hinsichtlich Security, Zufahrt und Parkplatzüberwachung. Der Security-Einsatz müsse variabel gestaltet werden mit zwei Personen, wenn nötig auch mit vier, stellte der Bürgermeister klar. Auf Basis des letzten Jahres müssten 1600 Einsatzstunden realistisch sein.

Anrainer und Sportler würden natürlich bei der Krößwehrstraße durchgelassen werden, das habe schon im letzten Jahr gut geklappt, bemerkte Gerhard Pülz. Ansonsten lasse die Security keine Besucher mehr zum See fahren, wenn die Parkplätze voll sind. Es bestehe dann immer noch die Möglichkeit kostenfrei in der Nähe der Gastwirtschaft Wichert zu parken. Sollte allerdings der Rettungsweg von einem Fahrzeug verstellt werden, werde dies abgeschleppt.

Ob wirklich jeder neben den Hunden baden will?

Philip Bogdahn hätte außerdem den Hundebadeplatz lieber an die Nordseite des Sees verlagert und er machte den Vorschlag, die besagten Geländer mit Geflecht etwas aufzuwerten. Zudem möchte er, dass das Flussbad stärker in das ganze Konzept eingebunden wird. Christian Bauer (JB) sah den geplanten Parkplatz am Weidenlabyrinth bei einem möglichen Einsatz des Rettungsdienstes durch die Unterwallenstadter Unterführung beim TVU eventuell als hinderlich an.

Uwe Held (CSU) befasste sich besonders mit dem Flussbad und fand es wichtig, dass dies nicht aus den Augen gelassen wird. Man könnte den Spielplatz auffrischen und eventuell einen Parkplatz in OBI-Nähe ausweisen. Um der Problematik am Ortswiesensee zu entgehen, könnte man den Hundebadeplatz an das Flussbad verlegen. Dagegen wandte sich aber sofort Dr. Christopher Bogdahn, der das Flussbad zu klein fand, um den Hundebadeplatz genügend von den anderen Badegästen abzutrennen.

Schließlich wurde der ursprüngliche Beschlussvorschlag in fünf Beschlüsse aufgeteilt. Die Beschlüsse für den Security-Dienst im Hinblick auf den Parkraumservice, für die Müllentsorgung mit Überwachung, für den Badebereich mit Bojenabgrenzung und für die Abgrenzung der Sanitäreinrichtungen des Campingplatzes wurden einstimmig gebilligt, ein knappes Votum mit sechs zu fünf gab es für die Einrichtung einer Hundebadestelle am Ortswiesensee.

Von Alfred Thieret

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