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LICHTENFELS

Lichtenfels plant Sommerprogramm statt Korbmarkt

Ein Korbmarkt mit – wie zuletzt – 150 000 Besuchern ist während einer Pandemie schwer vorstellbar. Es soll aber ein attraktives Alternativprogramm geben. Foto: Wibke Gick

Dass Bürgermeister Andreas Hügerich zur Ausschusssitzung für Stadtentwicklung, Tourismus und Wirtschaft auch die Korbstadtkönigin Alicia I. als Gast begrüßen konnte, hatte einen einfachen Grund: An diesem Donnerstag sollte geklärt werden, ob der Korbmarkt 2021 heuer stattfinden kann. Der Ausschuss entschied sich dagegen – beschloss aber eine Corona-konforme Alternative.

Der Bürgermeister machte eingangs auf die Empfehlung der bayerischen Regierung aufmerksam, aufgrund des Pandemiegeschehens große Volksfeste in Bayern abzusagen. Der Korbmarkt sei zwar in der üblichen Art mit zuletzt 150 000 Besuchern nicht durchführbar. Es sei aber gelungen, ein buntes Programm in kleinerem Rahmen zusammenzustellen. Korbstadtkönigin Alicia I. habe sich bereit erklärt, ihre Regentschaft um ein weiteres Jahr zu verlängern.

Flecht-Großprojekt und Flechtkursprogramm

Steffen Hofmann, Leiter des Amtes für Wirtschaft, Tourismus und Kultur, stellte den „Lichtenfelser Flechtsommer“ als Alternativprogramm vor: Einzelne Projekte und Veranstaltungen sollten dezentral und zeitlich entzerrt über mehrere Wochen verteilt mit entsprechenden Hygienemaßnahmen umgesetzt werden. So seien schon ab Ende Juli ein Flecht-Großprojekt vor der Stadtpfarrkirche sowie ein neues Flechtkursprogramm im Stadtschlossgarten und wenn möglich auch indoor geplant. Zudem sollen wieder große Ausstellungen im Stadtschloss stattfinden.

Regelmäßig sollen kleinere Open-Air-Konzerte veranstaltet werden, bevorzugt mit dem Rathaushof als Veranstaltungsort. Wie im Vorjahr wolle man Aufführungen des Korbtheaters Büttner sowie Stadtführungen anbieten. Zu den bereits aufgestellten Weidenfiguren, die unter Umständen temporär illuminiert werden sollen, kommen noch weitere hinzu. Momentan sei man dabei, eine neue Stadtrallye-App für Familien zu erstellen.

„Lebende Werkstätten“, Pop-up-Store und Flechtwarenmarkt

Vorgesehen sei auch, dass sich den ganzen Sommer über an Wochenenden auf öffentlichen Plätzen wie dem Säumarkt Flechter gleichsam als „lebende Werkstätten“ präsentieren, um ihre Flechtkunst zu zeigen. Das Projekt „Lichtenfelser Einkaufskorb“ soll realisiert werden.

Einen Flechtwarenmarkt mit Produkten von heimischen Flechtwerkgestaltern möchte die Stadt anbieten. Foto: Till Mayer

Es gebe auch die Überlegung, einen Pop-up-Store mit Korbwaren und Flechtprodukten in gemieteten Ladenflächen (gefördert durch die Städtebauförderung) zu starten. Zudem wolle man einen Flechtwarenmarkt mit Produkten von Flechtern aus der Region veranstalten. Entsprechend den sich aus dem Pandemiegeschehen ergebenden Möglichkeiten möchte die Stadt über den ganzen Sommer hinweg ihren Bürgern und den Gästen ein umfangreiches kulturelles Angebot präsentieren, unterstrich Steffen Hofmann.

Anregungen für die Vermarktung des Programms

Obwohl sich alle Räte sehr angetan von dem vorgestellten Programm zeigten, hatten doch einige noch Fragen beziehungsweise Anregungen. So schlug Uwe Held (CSU) vor, von den Veranstaltungen ein Video zu machen, um es dann zu vermarkten. Steffen Hofmann stellte dazu fest, dass vor allem von der Ausstellung eine ausführliche Dokumentation geplant sei, die man auch auf andere Ereignisse ausdehnen könne.

Ein Großprojekt an der Stadtpfarrkirche ist bereits für Ende Juli geplant. Foto: Wibke Gick

Dr. Andrea Starker (CSU) sah in den fortlaufenden Events eine Superchance, regionale Besucher zu erreichen und die Innenstadt zu beleben. Sie sprach sich auch für eine Vermarktung beispielsweise über Social Media aus. Monika Faber (SPD) hob neben den Vorteilen für die Innenstadt besonders die Chancen für die heimischen Flechter hervor.

Wanderung mit Stationen, an denen Flechter ihre Waren präsentieren

Dr. Christopher Bogdahn (FW) regte an, auch etwas für die Ortsteile zu organisieren. Steffen Hofmann stimmte ihm zwar zu, dass das für die Belebung der Dörfer gut wäre. In den Ortsteilen veranstalteten aber meist die Vereine die Feste. Unter den aktuellen Gegebenheiten hätten sie kaum eine Möglichkeit, einen vernünftigen Umsatz zu machen.

„Lebende Werkstätten“ mit Vorführungen von Flechtern sind auch geplant. Foto: Wibke Gick

Philip Bogdahn (SPD) wollte wie sein Bruder zwar auch die Ortsteile einbinden, dachte aber explizit nur an kulturelle Aspekte. Da manche Orte auch eine lange Flechttradition haben, könnte er sich beispielsweise eine Art Flechtwanderung vorstellen unter Beteiligung von Flechtern, die auf unterschiedlichen Plätzen ihre Waren präsentieren. Zudem schlug Christian Bauer (JB) als Veranstaltungsorte für Open-Air-Konzerte den Platz hinter der Stadthalle oder die Innenstadt vor.

Von Alfred Thieret

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