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Lichtenfels: Leuchtturmprojekt auf den Weg gebracht

Gearbeitet wird am Anwesen Marktplatz 10 schon eine ganze Weile, viele Bürgerinnen und Bürger konnten sich beim Flechtkultursommer einen Einblick über den Rückbau des Gebäudes verschaffen. In seiner Sitzung gab der Stadtrat nun endgültig grünes Licht für das Vorhaben, das nicht nur die Schaffung einer der modernsten Büchereien Bayerns vorsieht, sondern den seit Jahrzehnten erwünschten Anschluss des Stadtschlosses an den Marktplatz.

Die Gesamtkosten betragen voraussichtlich 11,7 Millionen Euro, wobei ein Großteil durch Fördermittel finanziert wird und für die Stadt Lichtenfels ein Eigenanteil von 3,9 Millionen Euro übrig bleibt. Davon hat die Stadt bereits 1,6 Millionen Euro für den Erwerb, die Planung und den Rückbau des Gebäudes 1,6 Millionen Euro investiert, aber auch 140 000 Euro Zuschüsse erhalten, sodass noch 10,1 Millionen Euro an Gesamtkosten mit einer Eigenleistung von 2,4 Millionen Euro zu stemmen sind.

Vorgestellt wurde das Bauvorhaben von Architekt Florian Kirfel vom ausführenden Architekturbüro „Studio Gründer Kirfel“. Detailliert ging er auf die baulichen Besonderheiten ein, unter anderem die Geothermie-Heizungsanlage oder die einzigartige Büchertreppe. Kirfel gab ferner den Zeitplan bekannt, nach dem das Gebäude mit Stadtbücherei und Touristinformation bis 2024 fertiggestellt sein soll.

Citymanager Steffen Hofmann berichtete im Anschluss von einem großen Zuspruch, den dieses Leuchtturmprojekt für Lichtenfels erfahre. Hier habe die Stadt eine Vorreiterrolle übernommen, und nicht nur die Städtebauförderung sei von dem Vorhaben überzeugt.

Die Stadträte zeigten sich durchweg begeistert. Bürgermeister Andreas Hügerich erinnerte an die vielen Vorarbeiten, die nötig gewesen waren, um das historische Projekt auf den Weg zu bringen. Großes Lob gab es von Philip Bogdahn (SPD), Uwe Held und Robert Gack (beide CSU).

Eine Nachbesserung in Sachen Barrierefreiheit wünschten sich Monika Faber (SPD) und Roland Lowig (FWJ), während Philipp Molendo, Dr. Christopher Bogdahn (FW) und Dr. Susann Freiburg (Grüne) anmahnten, die Kosten im Blick zu behalten. Dr. Christine Schmidt (Grüne) brachte den Aspekt der Grünflächen mit ein.

Hochwasserschutzkonzept für die Leuchse

Bereits im November 2019 hatte der Stadtrat einen Stufenplan für einen Hochwasserschutz an der Leuchse erarbeitet. Mirjam Meixner und Max Pöhlmann vom Wasserwirtschaftsamt Kronach stellten eine flächendeckende Berechnung des Hochwasserrisikos durch die Leuchse bei einem hundertjährigen Hochwasser sowie möglich Maßnahmen vor, die eine etwaige Katastrophe mindern könnten. Die bisherigen Vorhaben würden zwar Klosterlangheim schützen, doch seien auch Mistelfeld und die Kernstadt massiv gefährdet. Deshalb müsse beim Hochwasserschutz nachgebessert werden, beispielsweise durch Versickerung, Entsiegelung, Regenrückhaltebecken oder eine Neuplanung der Leuchse beim Bahndurchlass in Lichtenfels. Problematisch sei jedoch, dass die Leuchse als Gewässer dritter Ordnung eingestuft sei und damit der Gewässerlauf den Uferanliegern gehöre.

Nach einer Diskussion, bei der sich alle Stadträte der Dringlichkeit des Vorhabens bewusst waren, stimmte das Gremium einstimmig für ein integrales Hochwasserschutz- und Rückhaltekonzept für die Leuchse. (hubi)

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