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LICHTENFELS

Lichtenfels: Hausordnung für Ortswiesensee und Flussbad

Für den Ortswiesensee in Oberwallenstadt hat der Hauptausschuss eine neue Hausordnung erlassen. Foto: ArchivGerhard herrmann

Mehr Raum für die Kinderbetreuung – genau das braucht die Stadt Lichtenfels, wie sich bei der Sitzung des Hauptausschusses am Mittwoch im Sitzungssaal des Rathaus II herausstellte. So stehen derzeit 24 Kinder auf der Warteliste für einen Krippenplatz, weshalb zwei provisorische Krippengruppen im Erdgeschoss des ehemaligen Pflegeheims in der Nordgauer Straße eingerichtet werden sollen. Damit das Vorhaben zeitnah umgesetzt werden kann, erteilte der Hauptausschuss grünes Licht für erste bauliche Vorbereitungsmaßnahmen während der Sommerferien. Auch der Trägerschaft durch den BRK-Kreisverband Lichtenfels wurde zugestimmt. Der Baudurchführungsbeschluss soll im September durch den Stadtrat erfolgen, so dass im Herbst mit den Bauarbeiten begonnen werden kann. Die Eröffnung der provisorischen Krippe sei laut Stadtverwaltung zum 1. April 2021 geplant.

Hortkinder dürfen schon in die Schule gehen

Benutzung des Gewässers auf eigene Gefahr warnen Schilder am Ortswiesensee in Oberwallenstadt. Foto: Von Gerhard Herrmann

Darüber hinaus wird auch im Kindergarten Klosterlangheim mehr Platz benötigt, um die für das kommende Schuljahr angemeldeten Hortkinder angemessen betreuen zu können. Da das bislang genutzte Dachgeschoss nicht mehr ausreicht, will die Stadt in die ehemalige Schule ausweichen, die sich direkt nebenan befindet. Wie Stadtkämmerer Dominik Först erläuterte, biete sich die Verlegung in das untere Stockwerk an, da die Baumaßnahmen hierfür im Vergleich zu einer Erdgeschoss-Lösung weniger aufwändig seien und dort auch weniger Vereinsaktivitäten stattfinden würden. Der Hauptausschuss sprach sich einstimmig für die vorgeschlagene Lösung aus, so dass der Umbau im Herbst starten und der Hort die Räumlichkeiten voraussichtlich im November nutzen kann.

Erlass der Hausordnungen für Badesee und Flussbad

Reichlich Anmerkungen gab es von Seiten der Bürgervertreter, als die Hausordnung für den Ortswiesensee Oberwallenstadt auf der Agenda stand. Hier wies Andreas Eberlein, verantwortlich für die städtischen Einrichtungen, zunächst darauf hin, dass die in der letzten Sitzung angeregten Änderungen in die jetzige Vorlage übernommen wurden. Lediglich der Begriff „Badeplatz“ sei geblieben, da damit zum Ausdruck gebracht wird, dass es sich nicht um ein Naturbad oder eine Badestelle handle.

Feiern ohne Anmeldung möglich

Ein etwa 80 Meter langer provisorischer Zaun sperrt das Mainufer am Flussbad ab. Foto: Peter Lachner

Weiterhin Vorbehalte gegen die vorliegende Fassung der Hausordnung brachte Dr. Susann Freiburg (Grüne) vor, die das Regelwerk als zu umfangreich und teilweise nicht praktikabel bewertete. Sie sehe unter anderem das Abhalten von Festen skeptisch. In diesem Punkt stimmte ihr Philipp Molendo (JB) zu und pflichtete ihrem Vorschlag bei, Feiern nur nach vorheriger Anmeldung zuzulassen. Nichtsdestotrotz wurde der Erlass der Hausordnung schließlich mit neun zu zwei Stimmen beschlossen. Auch dem Erlass einer Hausordnung für das Flussbad Lichtenfels, welches nun als Flussbadeplatz Lichtenfels bezeichnet werden soll, stimmte der Hauptausschuss mehrheitlich zu.

Toiletten am Flussbad wieder aufgestellt

Unabhängig von der Hausordnung wies Andreas Eberlein darauf hin, dass aufgrund der Anregung durch den Stadtrat die mobilen Toiletten am Flussbad wieder aufgestellt worden seien und die Reinigungsfrequenz Corona-bedingt erhöht werde. Des Weiteren werde der Bauhof die Abfallbehälter an den Wochenenden häufiger leeren, während die kommunale Parküberwachung künftig für eine Überwachung der Parksituation sorge, auch an Samstagen und Sonntagen. Monika Faber (SPD) begrüßte diese Maßnahmen, regte aber gleichzeitig an, ein Desinfektionsmittel in den Toiletten bereit zu stellen, die Parküberwachung auch am Flussbad durchzuführen und dort grundsätzlich mehr Parkplätze zu schaffen.

Die Region mit Technologie und Flechtkultur voranbringen

Von „tollen Entwicklungen trotz Coronapandemie“ sprach Dr. Andrea Starker (CSU), nachdem erster Bürgermeister Andreas Hügerich und Prof. Markus Stark von der Hochschule Coburg den derzeitigen Stand des Forschungs- und Anwendungszentrums für Digitale Zukunftstechnologien (FADZ) erläutert hatten. So wolle man baldmöglichst das sogenannte „FADZ Lab“ auf den Weg bringen und damit digitale Technologien der Bevölkerung zugänglich zu machen. Das Angebot soll insbesondere für Schulen aber auch für Vereine und sämtliche interessierte Bürger nutzbar sein und im Rahmen eines „Maker Space“ Gelegenheit zum Tüfteln sowie für Digitalisierungsprojekte aller Art geben.

Schulungsräume kommen vorerst in die Innenstadt

Derzeit nutzt nur eine Entenfamilie den aus Haftungsgründen gesperrten Bootssteg am Badesee Oberwallenstadt. Der Stadtrat hat am Montag die Benutzungssatzung der dortigen städtischen Anlagen aufgehoben, um das Haftungsrisiko bei Unfällen zu minimieren. Demnächst soll aber nach Auskunft der Stadt am Steg beiderseits ein Geländer angebracht werden. Foto: Steffen Huber

Damit die geplanten kostenfreien Bildungs- und Schulungsangebote des FADZ zeitnah umgesetzt werden können, ist die Gründung einer gemeinnützigen GmbH vorgesehen. Diese soll mit ihren Schulungsräumen in der Innenstadt von Lichtenfels verortet werden, da die Kirschbaummühle nicht so schnell fertig werden wird. Auf Nachfrage von Robert Gack (CSU) zur künftigen Finanzierung des Umbaus wies Bürgermeister Andreas Hügerich darauf hin, dass derzeit noch Prüfungen zu den möglichen Kostenbeteiligungen seitens der Stadt und des Landkreises laufen.

Mit der Flechtkultur punkten

Abschließend setzte sich das Gremium mit dem Thema Kultur auseinander, genauer gesagt der Bewerbung der Stadt Nürnberg als Kulturhauptstadt Europas 2025. Da das Konzept eine Einbeziehung der gesamten Metropolregion vorsieht und bereits 40 Gebietskörperschaften ihre Beteiligung zugesagt hätten, wolle sich auch die Stadt Lichtenfels einbringen und mit einem Programm im Bereich der Flechtkultur punkten, so Steffen Hofmann, Leiter des Amtes für Wirtschaft, Tourismus und Kultur.

Monika Faber, Dr. Arndt-Uwe Schille (beide SPD) und Dr. Andrea Starker (CSU) zeigten sich sehr angetan und bewerteten das Konzept als sinnvoll, da die finanzielle Beteiligung der Stadt nur dann zum Tragen kommt, wenn Nürnberg den Zuschlag erhält und Projekte in Lichtenfels umgesetzt werden. Weniger überzeugt war Philipp Molendo (JB), der den Mehrwert für die Korbstadt als „überschaubar“ bezeichnete. Letztlich gab es aber einstimmig grünes Licht für die Absichtserklärung der Stadt zur Beteiligung am Projekt „Kulturhauptstadt Europas 2025“ und man darf gespannt sein, wie sich der Bewerbungsprozess weiterentwickelt.

Von Marion Nikol

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