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Lichtenfels: Gottesdienst feiern, aber nur mit Abstand

Lichtenfels: Gottesdienst feiern, aber nur mit Abstand
Ein Blick auf die etwas hinter Bäumen versteckte Martin-Luther-Kirche von der Kirchenrat-Friedrich Straße aus: links ist die Kinderkrippe St. Christophorus zu sehen. Foto: Alfred Thieret

Aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie mussten im Laufe des März durch das weitreichende Kontaktverbot alle Versammlungen, Veranstaltungen und Feste einschließlich der öffentlichen Gottesdienste abgesagt werden. Die einzelnen Pfarreien ließen sich viel einfallen, um das christliche Leben wenigstens einigermaßen aufrechtzuerhalten.

Tägliche Online-Gottesdienste aus Bamberg bei Youtube

So fanden in einigen Pfarreien Online-Gottesdienste statt. Dabei feierte der Pfarrer die heilige Messe nur mit wenigen Personen wie dem Mesner, einem Lektor und einem Organisten, wobei die Christengemeinde den Gottesdienst zuhause am Bildschirm verfolgen konnte. Regelmäßig wurden auch aus der Nagelkapelle des Bamberger Doms vom Erzbischof oder einem Mitglied des Domkapitels zelebrierte Eucharistiefeiern ohne öffentliche Beteiligung im Livestream gesendet. Diese Gottesdienste werden nach wie vor täglich um 8 Uhr und am Sonntag um 9.30 Uhr übertragen (www.youtube.com/erzbistumbamberg).

Selbstverständlich waren alle größeren Kirchen im Landkreis täglich zum Gebet und zur persönlichen Andacht geöffnet. Gebetsvorschläge lagen in den Kirchen aus oder man konnte sie über die Homepage der Pfarrei erhalten.

Mit den mittlerweile in Kraft getretenen Lockerungen sind seit dem 10. Mai wieder öffentliche Gottesdienste unter Beachtung der gebotenen Vorschriften möglich. So müssen sich die Gottesdienstbesucher telefonisch anmelden, oder ihre Telefonnummer an der Kirchentür angeben, falls sie unangemeldet kommen. Sie müssen ferner in der Kirche einen Sicherheitsabstand von 1,5 bis zwei Meter einhalten, außer es handelt sich um Familienangehörige, und einen Nasen- und Mundschutz tragen, der nur bei der Kommunion kurz abgenommen werden darf, wie Evi Klump, die Pfarrsekretärin der Pfarrei „Heilige Familie“ berichtete. Die Sitzplätze seien markiert, lediglich jede zweite Bankreihe ist mit drei bis vier Personen besetzt.

Viele Christen bleiben aus Sicherheitsgründen zu Hause

In der großen Kirche in der Konrad-Adenauer-Straße, die normalerweise mehreren hundert Gläubigen Platz bietet, stehen auf diese Weise immerhin etwa 70 Plätze zur Verfügung. Dies reiche auch aus, da viele Christen aus Sicherheitsgründen momentan zu Hause bleiben und einen Gottesdienst über Livestream oder im Fernsehen verfolgen würden, stellte Evi Klump fest.

Durch die Masken sei der Gesang ebenfalls eingeschränkt, neben einem Eingangs- und einem Schlusslied würden nur noch zum Gloria und zum Gabenbereich Lieder gesungen. Zudem bereichere die Kirchenmusikerin Jitka Maisel als Organistin und mit Zwischengesängen musikalisch die Messe.

Natürlich falle auch der übliche Friedensgruß weg, und jeder Gläubige müsse sein eigenes Gotteslob mitbringen. Die bisherige Regelung gelte bis Pfingsten, wahrscheinlich aber noch darüber hinaus. Am Feiertag Christi Himmelfahrt und am Pfingstsonntag werden die Gottesdienste zur üblichen Zeit um 10.30 Uhr stattfinden.

Taufen würden zurzeit keine stattfinden, und auch Trauungen werden verschoben. Bei den Bestattungen habe es eine Änderung gegeben. Durften bisher nur die engsten Familienangehörigen den Verstorbenen bei seinem letzten Gang begleiten, so seien jetzt bei der Trauerfeier unter freiem Himmel bei Einhaltung der Abstandsregel und Maskenpflicht bis zu 50 Personen erlaubt. Bei einem Requiem würden die gleichen Regeln wie bei einem Gottesdienst in der Kirche gelten.

Am Sonntag wird in der größeren Kirche „Heilige Familie“ gefeiert

Finden normalerweise die Samstagabendgottesdienste abwechselnd in den beiden katholischen Lichtenfelser Pfarrkirchen statt, so hat man sich in Corona-Zeiten auf eine gemeinsame Lösung abgestimmt. Der Gottesdienst am Sonntag wird um 10.30 Uhr in der größeren Kirche „Heilige Familie“ von Pfarrer George Thottankara zelebriert, während den Samstagabend-Gottesdienst Pfarrer Roland Neher um 18 Uhr in der Stadtpfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ hält.

Auch die lediglich 28 markierten Plätze in der Stadtpfarrkirche, auf denen einschließlich von Familienangehörigen, für die untereinander keine Abstandsregelung gilt, etwa 40 Gläubige Platz nehmen können, würden ausreichen, da wegen der aktuellen Umstände viele Leute den Gottesdienst nicht besuchen, unterstrich Pfarrer Neher. Er gab auch bekannt, dass bei schönem Wetter der Gottesdienst an Christi Himmelfahrt um 9.30 Uhr auf dem Kirchenvorplatz unter Einhaltung der Abstands- und Hygienevorschriften stattfinden werde, bei schlechtem Wetter in der Kirche. Natürlich müsse auch die Fronleichnamsprozession entfallen.

In Martin-Luther-Kirche finden bis zu 86 Gläubige Platz

In der Martin-Luther-Kirche finden aktuell an den Sonntagen zur üblichen Zeit um 9.30 Uhr Gottesdienste unter den bekannten Einschränkungen statt, erläuterte die evangelische Pfarrerin Anne Salzbrenner. Je nach Besucher, ob Einzelpersonen oder Familien, würden in der Kirche unter Beachtung der entsprechenden Vorschriften zwischen 42 und 86 Gläubige Platz finden.

Sie verwies auch auf einen Gottesdienst an Christi Himmelfahrt um 20 Uhr mit Orgelmusik der Komponisten-Familie Bach, interpretiert vom Kirchenmusikdirektor Klaus Bormann.

An Pfingsten findet am Sonntag um 9.30 Uhr und am Montag um 10 Uhr ein Gottesdienst statt. Überlegt werde auch, ob man ab Juli eventuell Gottesdienste im Freien halten könnte.

Lichtenfels: Gottesdienst feiern, aber nur mit Abstand
Die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt prägt die Lichtenfelser Innenstadt. Foto: Alfred Thieret

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