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LICHTENFELS / EBNETH

KJR-Ausflug in den Ebnether Wald

KJR-Ausflug in den Ebnether Wald
Ausruhen auf dem Holzfrauenstäffele. Foto: KJR

Was haben die Brüder Jakob und Franz, das Holzfraala und der Kreisjugendring Lichtenfels gemeinsam?

Auf den ersten Blick gar nichts. Aber am vergangenen Mittwoch wurde ein Gruppe Kinder aus dem Landkreis Lichtenfels von der Burgkunstadter Bürgermeisterin Christine Frieß und dem Wanderführer Dieter Schmiedel auf verschlungenen Pfaden durch den Ebnether Wald gesandt, um die dortigen Besonderheiten zu finden.

Ausgestattet mit Rucksack, im Zwiebellook gekleidet und mit festem Schuhwerk, tauchten die Mädels und Jungs bereits kurz hinter dem Wanderparkplatz in den neblig gespenstischen Wald ein und machten sich auf die Suche nach der ersten Sehenswürdigkeit. Mitten im Wald stand eine aus Holz gezimmerte Waldbibliothek, die Leseratten mit passendem Stoff zu versorgt.

Musikerfelsen, Jakobshöhle und Blutschüssel

KJR-Ausflug in den Ebnether Wald
Lesestoff im Wald bietet die Waldbibliothek. Foto: KJR

Doch dafür war leider keine Zeit, wollte man doch den Pfad folgen, auf dem die Räuber Jakob und Franz früher zu ihren Höhlen schlichen. Vorher allerdings bestieg man, mit Hilfe der in den Fels gehauenen Treppe, noch den Musikerfelsen, auf dem in früheren Zeiten die Musikanten ihr Publikum unterhielten.

Bald kam die Gruppe zu den besagten Behausungen der beiden finsteren Gesellen und zwängte sich durch die schmalen Wege der Jakobshöhle. Schmiedel berichtete von den Umständen, die vor über 500 Jahren diese Sage entstehen ließen. Nach einem kurzen Abstecher zur sogenannten Blutschüssel ging es weiter in den märchenhaft anmutenden Ebnether Wald, und nun spitzte auch endlich die Sonne durch die hohen Baumwipfel.

Holzfrauenstäffele und Teufelsgrabensteg

Nach dem Überqueren der Bundesstraße führte der Weg vorbei an bemoosten Steinen und Felsformationen zum Holzfrauenstäffele. In früheren Zeiten sammelten nämlich die Frauen im Wald Holz und ruhten sich auf diesem Stein aus, um die Aussicht zu genießen und Neuigkeiten auszutauschen. Klar, dass die teilnehmenden Kinder und ihre Betreuerinnen Hanna, Steffi, Marie und Uschi dies ebenfalls ausprobieren mussten.

KJR-Ausflug in den Ebnether Wald
Die verdiente Brotzeitpause legte die Gruppe am Pfersag-Wasserfall ein. Foto: KJR

Doch dann wurde es höchste Zeit für eine zünftige Brotzeitpause am angekündigten Wasserfall. Über den Teufelsgrabensteg marschierten alle gut gelaunt zu diesem Naturdenkmal und staunten über das idyllisch gelegene Geotop. Aus dem Bach Nassbrunnen bildet sich der hufeisenförmige, zwei Meter tiefe Pfersag-Wasserfall, wie er im Volksmund genannt wird. Dort machten die Kinder es den Bibern nach und bauten aus Totholz Bachüberquerungen, planschten im Wasser und erkundeten den umliegenden Wald. Diese Aktionen waren so spannend, dass während der ganzen Zeit niemand sein Handy vermisste!

Kurzer Stopp an der Schildkrötenwurzel

Auf dem Rückweg zum Ausgangspunkt wurde ein kurzer Stopp am Kugelbaum, der auch als Schildkrötenwurzel bekannt ist, eingelegt und schweren Schrittes auf die geplante „Pizza- und Getränketankstelle“ am Wanderparkplatz zugesteuert. Die von Familie Schmiedel gesponserte flüssige Stärkung stand schon bereit, und auch der Pizza-Bote war pünktlich zur Stelle.

Ab diesem Zeitpunkt war es plötzlich sehr ruhig und alle füllten ihre Energiereserven wieder auf, bevor die Eltern und Großeltern ihre müden, aber um viele Eindrücke reicheren Wandergesellen wieder abzuholen. (red)

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