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SCHNEY / BUCH AM FORST

Kirchengemeinden Schney und Buch am Forst gründen Pfarrei

Pfarrerin Tanja Vincent ist das verbindende Element der Kirchengemeinde in Buch am Forst und in Schney. Beide Gemeinden bilden am dem ersten Advent eine Pfarrei. Foto: Fotomontage: Klaus Gagel

Mit dem Beginn des Kirchenjahres am ersten Advent wird in der Geschichte der Kirchengemeinden von Schney und Buch am Forst ein neues Kapitel aufgeschlagen. Die beiden evangelischen Kirchengemeinden gründen eine Pfarrei. Beide Gemeinden teilen sich fortan eine Pfarrstelle und müssen deshalb in vielerlei Hinsicht kooperieren. Wichtig dabei ist, dass beide Kirchengemeinden selbstständig bleiben, sowohl in finanzieller Hinsicht als auch hinsichtlich ihres Kirchenvorstandes.

Vorausgegangen waren viele Diskussionen und langes Abwägen in den beiden Kirchenvorständen. Was die eigene Pfarrstelle anbelangt, ist man speziell in Buch am Forst Kummer gewohnt. „Wir hatten ja innerhalb von sechs Jahren mit der Verabschiedung von Pfarrerin Veronika Kaeppel Ende Februar 2019 bereits die dritte Vakanz. Schon zu diesem Zeitpunkt war die Pfarrerin Tanja Vincent zusätzlich zu ihrer Stelle in Schney als Vertretung in Buch am Forst eingesetzt“, heißt es von dort.

In Buch am Forst sind es 380 Kirchenmitglieder

Mit 380 Kirchenmitgliedern gehört der Lichtenfelser Stadtteil eben zu den kleinen Kirchengemeinden. Schney hat 1030 Mitglieder. Für den jeweiligen Pfarrer in Buch bedeutete dies nur eine halbe Pfarrstelle. Verständlich deshalb dass Geistliche, noch dazu mit einer Familie, dem Ort in der Regel nach zwei bis drei Jahren den Rücken kehrten.

„Die Liste der kleinen, unbesetzten Pfarrstellen ist sehr lang.“
Dekanin Ott-Frühwald zur Entscheidung

Und da in Bayern weniger junge Menschen die Ausbildung zu Pfarrer oder Pfarrerin machen, als in den kommenden Jahren Pfarrer in Ruhestand gehen, und zudem die finanziellen Mittel der Landeskirche rückläufig sind, war es notwendig, neu über die Verteilung der Stellen zu beschließen. Im Grunde wurde hier nur ein Schritt vorweggenommen. „Es kommt ja nächstes Jahr der neue Landesstellenplan, da müssen sich dann sowieso viele kleine Gemeinden zusammentun“, meint Beate Bauer. Sie ist die Vertrauensfrau für den Kirchenvorstand von Buch am Forst. Nicht nur sie, auch die allermeisten Gemeindemitglieder können sich mit der neuen Regelung gut arrangieren.

Die evangelische Kirche Buch am Forst in der Weihnachtszeit. Foto: ArchivMarkus Drossel

Schon seit einiger Zeit wird zusammengearbeitet

Zwar hätte man gerne den Pfarrer oder die Pfarrerin nur in der eigenen Gemeinde. Auf der anderen Seite wird die Zusammenarbeit im Bereich der Konfirmanden-, Kinder- und Jugendarbeit schon seit einiger Zeit gepflegt und für beide Seiten als Gewinn gesehen. Auch die Gottesdienste wurden bereits seit einiger Zeit zeitlich so gelegt, dass sie nacheinander von einer Person gehalten werden können.

Die Steuerungsgruppe hat gute Arbeit geleistet. „Wir arbeiten mit den Schneyern gut zusammen“, heißt es. Die Kirchenvorstände hatten schon eine Menge gemeinsamer Termine. Sie haben dabei gute Entscheidungen getroffen und sich gegenseitige Unterstützung für größere Feste zugesagt. Mit dieser Entscheidung werden beide Gemeinden zukunftsfähig gemacht.

Jede Kirchengemeinde verwaltet sich und die Gelder weiter selbst

Wichtig ist allen, dass beide Kirchengemeinden einen eigenen Kirchenvorstand behalten, auch die Gelder werden in der jeweiligen Gemeinde verwaltet. Diese beschließt auch selbstständig, wie es insgesamt in der Kirchengemeinde weitergehen soll.

Die beiden Kirchengemeinden, die nun zu einer Pfarrei „verschmelzen“ gehören, beide zum Dekanat Michelau. Für die Dekanin Stefanie Ott-Frühwald kam die Entwicklung nicht überraschend. „Die Liste der kleinen unbesetzten Pfarrstellen ist sehr lang.“ Innerhalb der Dekanatsbezirke entscheidet der Dekanatsausschuss, welche Pfarrstelle wo angesiedelt ist. Damit wird in Schney und Buch am Forst am ersten Advent ein Schritt vollzogen, den viele andere Kirchengemeinden noch vor sich haben.

Schney und Buch am Forst sind ihrer Zeit voraus

Und wie ergeht es der Hauptperson in der neuen Pfarrei? „Es geht mir ganz gut damit, weil sich die Entwicklung bereits am Horizont angezeichnet hat und weil ich die Bucher auf Grund früherer Vertretungen kenne“, antwortet Pfarrerin Tanja Vincent. Vorteilhaft wirkt sich die neue Konstellation etwa beim Konfirmandenunterricht aus wo die Gruppen im Lauf der Jahre deutlich kleiner geworden sind. Da lohnt sich das Zusammenlegen, zumal die Eltern sehr gut den Transport organisieren.

Ähnlich ist es bei den Gottesdiensten sieht man einmal davon ab, dass die Gemeinden hier Kompromisse machen müssen weil die Gottesdienste eben nacheinander abgehalten werden. Da die Vorbereitung des Gottesdienstes den größten Teil der Zeit in Anspruch nimmt lohnt es sich den Gottesdienst in zwei Gemeinden identisch zu halten.

Kirchengemeinde Schney bleibt Träger des Kindergartens

Eine Entlastung gibt es auch hinsichtlich der Trägerschaft für den Kindergarten in Schney. Tatsächlich bleibt die Kirchengemeinde Träger des Kindergartens. Jedoch wurde der operative Teil der Aufgabe an die Trägervertretung durch die Gesamtverwaltungsstelle im Dekanat Michelau abgegeben. Somit wir man in Schney bei Verwaltungsaufgaben, Baumaßnahmen und Trägeraufgaben, insbesondere im Bereich der Personalplanung entlastet.

„Zwei Gemeinden zu betreuen, heißt aber auch, dass ich nicht mehr alle Geburtstagbesuche mache. Ich besuche jetzt nur noch die runden und ,halbrunden' Geburtstage, zumal in beiden Gemeinden die Zahl der älteren Mitbürger recht groß ist“, sagt Pfarrerin Vincent.

Für Pfarrerin Tanja Vincent heißt es Abstriche machen bei Terminen

Auch die Gemeindebrief für Schney und der Kirchenbote für Buch wurden zusammengefasst. Im Bedarfsfall erfährt Tanja Vincent Unterstützung durch ehrenamtliche Mitarbeiter wie Thomas Gruber oder Dorothea Benecke sowie durch den Diakon Marco Schindler.

Die evangelische Kirche Sankt Maria spiegelt sich im teilweise zugefrorenen Weiher zu ihren Füßen. Archivfoto: Markus Drossel

Die Gründung der Pfarrei wird im Rahmen der aktuellen Möglichkeiten gefeiert: Am ersten Adventssonntag, 29. November, um 9.30 Uhr findet ein Festgottesdienst in der Sankt-Maria-Kirche in Schney statt. Dorothea Lintzmeyer an der Orgel und die Schneyer Band Glasklar werden die musikalische Ausgestaltung übernehmen. Die beiden Vertrauensfrauen der Kirchenvorstände werden jeweils ihre Gemeinde vorstellen. Pfarrerin Tanja Vincent hält die Predigt.

Früh ein Gottesdienst in Schney, am Nachmittag eine Andacht in Buch

Am Nachmittag um 16 Uhr findet eine musikalische Adventsandacht in der Maria-Magdalenen-Kirche in Buch am Forst statt. Die Dekanin Stefanie Ott-Frühwald übernimmt den offiziellen Teil. Susanne Thaler an der Orgel und weitere Musiker gestalten die Andacht aus. Zwei Kirchenvorsteherinnen sprechen über weitere Details zu den beiden Gemeinden.

Dem Feiertag entsprechend, werden auch adventliche Geschichten vorgetragen. Die Kirchenvorstände bedauern es, dass es aktuell nicht möglich ist, die Pfarreigründung mit einem gemütlichen Beisammensein zu feiern. Sie weisen ausdrücklich auf die Maskenpflicht während beider Veranstaltungen hin. Die Hygiene- und Schutzmaßnahmen werden eingehalten.

 

kag

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