aktualisiert:

LICHTENFELS

Johannisfeuer in diesem Jahr am Obermain?

Johannisfeuer in diesem Jahr am Obermain?
In Anbetracht der Trockenheit gilt in diesem Jahr besondere Vorsicht beim Abbrennen von Johannisfeuern. Foto: Monika Schütz

In Anbetracht der Trockenheit und der damit verbundenen Waldbrandgefahr stellt sich die Frage: Dürfen heuer Johannisfeuer oder Sonnwendfeuer angezündet werden? Zuständig für die Genehmigung eines Johannisfeuer sind die Kommunalverwaltungen, also die Städte und Gemeinden. Timm Vogler, Kreisbrandrat des Landkreises Lichtenfels, empfiehlt aber dringend die nachfolgenden Auflagen und Sicherheitsvorkehrungen zu beachten.

• Das Feuer sollte in einer der Anzahl der Zuschauer angemessenen, nicht überdimensionierten Größe abgehalten werden. Das Verbrennen ist nur außerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile erlaubt. Bei starkem Wind darf kein Feuer entzündet werden. Bereits brennende Feuer sind in diesem Fall unverzüglich zu löschen. Um die Brandfläche herum sind mindestens drei Meter breite Bearbeitungsstreifen zu ziehen, die frei von brennbaren Gegenständen sind.

• Folgende Abstände sind einzuhalten: 300 Meter zu Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen und vergleichbaren Einrichtungen und ebenso zu Gebäuden, deren Wände oder Dächer aus brennbaren Baustoffen bestehen oder in denen leicht entflammbare feste Stoffe, brennbare Flüssigkeiten oder brennbare Gase hergestellt, gelagert oder bearbeitet werden.

• 100 Meter zu sonstigen Gebäuden, zu Zeltplätzen, anderen Erholungseinrichtungen, Parkplätzen und zu Waldrändern. 75 Meter zu Schienenwegen und öffentlichen Straßen. 25 Meter zu Feldgehölzen, Hecken und anderen brandgefährdeten Gegenständen. Zehn Meter zu öffentlichen Feldwegen, beschränkt-öffentlichen Wegen und Eigentümerwegen sowie Privatwegen, die von der Öffentlichkeit benutzt werden

• Vorbereitet sein: Es wird empfohlen, ein mit Wasser gefülltes Güllefasses, sowie Waldbrandpatschen bereit zu halten, um ein Übergreifen des Feuers über die Verbrennungsfläche hinaus zu verhindern.

• Nach dem Abbrennen: Das Feuer ist bis zum Erlöschen von mit geeignetem Gerät ausgestatteten, leistungs- und reaktionsfähigen Personen über 16 Jahre ständig zu überwachen. Es empfiehlt sich, die zuständige Ortsfeuerwehr zu informieren beziehungsweise zum Überwachen und Ablöschen beizuziehen.

• Es ist sicherzustellen, dass die Glut beim Verlassen der Feuerstelle erloschen ist. Rechtsgrundlagen für diese Vorgaben seien die Verordnung über die Verhütung von Bränden (VVB), das Landesstraf- und Verordnungsgesetz (LStVG) und das Bayerisches Waldgesetz (BayWaldG).

Und was sagen verschiedene Komunalverwaltungen zu den Johannisfeuern in diesem Jahr?

Johannes Zeis vom Ordnungsamt der Stadt Lichtenfels, teilt mit, dass unter anderen am 24. Juni in Schönsreuth ein Johannisfeuer geplant ist. „Nach Rücksprache mit der örtlichen Brandschutzdienststelle sind wir zu dem Entschluss gekommen, vorerst keine einschneidenden Maßnahmen zu treffen. Es ist offenkundig bekannt, dass erhöhtes Brandrisiko aufgrund der Trockenheit herrscht. Wie in jedem Jahr wird der Brandschutz durch den jeweiligen Veranstalter sichergestellt. Die angemeldeten Johannisfeuer wurden im Vorfeld an die integrierte Leitstelle weitergegeben“.

Michael Zapf, Bürgermeister der Stadt Weismain: „Ich denke, wenn der Kreisbrandrat antwortet, ist alles gesagt. Wir in Weismain haben am vergangenen Wochenende ein angemeldetes Johannisfeuer absagen müssen. Die Freiwillige Feuerwehr Neudorf hat dann ein Feuerschalenfest an der Gemeinschaftshalle gefeiert. Wie sich die Lage weiter entwickelt, muss abgewartet werden“. Am 2. Juli ist in Kaspauer ein Johannisfeuer geplant.

Christine Frieß, Bürgermeisterin der Stadt Burgkunstadt: „Die Veranstaltung an sich darf ja stattfinden. Ob das Abbrennen des Feuers eventuell nicht erlaubt wird, werden wir unter anderem mit der Feuerwehr noch abstimmen, beziehungsweise auch, dass die Feuerwehr vor Ort anwesend sein muss. Grundsätzlich bestehen von Seiten der Stadt keine Bedenken gegen Feuerschalen, allerdings bei erhöhter Waldbrandgefahr, wird sicherlich auch eine Einschätzung der Feuerwehr eingeholt.

Hanni Fischer aus dem Rathaus Marktgraitz: „Da bei uns in Marktgraitz immer die Feuerwehr das Johannisfeuer abhält und die Feuerwehr aufgrund des Festes anlässlich des 150-jährigen Bestehens erst an diesem Wochenende voll eingespannt war und ihr großes Jubiläum gefeiert hat, wird in diesem Jahr ausnahmsweise gar kein Johannisfeuer in Marktgraitz stattfinden. Somit mussten keine Entscheidungen getroffen werden.“

Detlef Sperlich von der Gemeinde Michelau: „Nachdem ein Sonnwendfeuer ein öffentliches Vergnügen darstellt, werden im Rahmen der sicherheitsrechtlichen Vorfeldarbeiten verschiedene Sicherheitsbehörden angehört. Aufgrund der hohen Waldbrandgefahr, wird auch der Kreisbrandrat Vogler beteiligt. Untersagungsgründe wurden bisher nicht mitgeteilt. Daher wurden die Veranstalter bisher aufgefordert, die gesetzlichen Maßgaben einzuhalten. In manchen Fällen ist die Feuerwehr selbst der Veranstalter oder der Veranstalter forderte die Unterstützung der Feuerwehr an.“

Mario Schönwald, Bürgermeister von Bad Staffelstein: „Wir verbieten es nicht. Wir appellieren an die Vernunft, dass die Feuer nicht zu groß ausfallen“. Er empfiehlt dringend, 100 Meter Abstand zu Waldgebieten einzuhalten und sich auch mit der Feuerwehr abzustimmen. Am 24. Juni soll in Kaider und am 25. Juni in Stublang ein Feuer angezündet werden.

Bernhard Storath, Bürgermeister der Marktgemeinde Ebensfeld: „Wenn es möglich ist, genehmigen wir die Johannisfeuer. Gerade das Feuer auf dem Veitsberg oben ist ja immer ein Highlight!“ Allerdings könnte auch kurzfristig umentschieden werden. „Wir sind in engem Kontakt zu Kreisbrandrat Timm Vogler.“ Die Gemeinde hat Johannisfeuer geplant am 24. Juni am Badesee Ebensfeld, in Oberbrunn, Eggenbach und Kleukheim. Am 25. Juni in Oberküps, Döringstadt und am Veitsberg. Am 1. Juli in Pferdsfeld und am 2. Juli in Unterneuses.

Alexander Pfaff von der Gemeinde Altenkunstadt: „Diese Veranstaltungen müssen bei der Gemeinde rechtzeitig angezeigt werden. Bei diesen Brauchtumsveranstaltungen ist ein Genehmigungsverfahren ausdrücklich nicht vorgesehen. Ob die Feuer im Rahmen dieser Veranstaltungen dann auch tatsächlich stattfinden können, haben die Veranstalter zu entscheiden. In diese Entscheidung fließt die aktuell vorliegende Waldbrandgefahr mit ein. Sowohl der Landkreis Lichtenfels, als auch die Gemeinde Altenkunstadt, werden daher kein flächendeckendes Verbot der Johannisfeuer aussprechen.“ Es bliebe dem Veranstalter auch überlassen, ob er Feuerschalen anstelle von Bodenfeuern benutzt. Für den 24. Juni ist in Woffendorf und für den 25. Juni in Altenkunstadt am Bootshaus ein Johannisfeuer geplant.

Von Monika Schütz

Weitere Artikel