aktualisiert:

LICHTENFELS

Jörg Mausolf leitet Lichtenfelser Wirtschaftsschule

Jörg Mausolf leitet Lichtenfelser Wirtschaftsschule
Begrüßung in Coronazeiten: Dabei stehen sich der neue Schulleiter Jörg Mausolf (re.) und sein Stellvertreter Christian Koch inhaltlich näher als es der Corona-Gruß vermuten lässt. Foto: Klaus Gagel

Der nahtlose Übergang ist geglückt. Seit Beginn des Schuljahres hat die Private Wirtschaftsschule in Lichtenfels eine neue Leitung. Jörg Mausolf wurde der Nachfolger des scheidenden Schulleiters Thomas Kaiser. Unterstützt wird er dabei von seinem Stellvertreter Christian Koch. Beide bilden ein eingeschworenes Gespann. Das wird auf den ersten Blick deutlich.

Dass der Wechsel so reibungslos gelang, hat mehrere Gründe. Die beiden kennen sich seit 17 Jahren. Zudem war Jörg Mausolf in dieser Zeit zehn Jahre lang Stellvertreter von Thomas Kaiser. Und dann gibt es da noch das Goldstück im Sekretariat, Karin Rippstein. Sie kennt nicht nur jeden einzelnen Aktenordner in- und auswendig – sondern ist mit allen Abläufen an der Schule seit Jahren bestens vertraut ist.

Zahlreiche Gemeinsamkeiten

Zusätzlich haben Schulleiter und Stellvertreter zahlreiche Gemeinsamkeiten. Beide haben je zwei Kinder, kommen aus dem Landkreis Bamberg. Sie haben ein abgeschlossenes Studium zum Diplom-Kaufmann und teilen die Begeisterung für den Sport.

Ganz offensichtlich wird dies beim Schulleiter Jörg Mausolf. Dieser war über 20 Jahre als Basketball-Trainer in unterklassigen Ligen tätig. In den vergangenen sieben Jahren war er als Teammanager für seinen Heimatverein Baunach in der 2. Basketball-Bundesliga aktiv. Eine profunde Schulung also für den Umgang mit Menschen. Kenntnisse, die ihm jetzt in der verantwortungsvollen Position zugute kommen.

Die beiden in der Chefetage wissen, was sie aneinander haben. „Ich schätze an Herrn Koch, dass er sehr genau arbeitet, Probleme nicht nur sieht sondern auch anpackt. Da ergänzen wir uns ganz gut, denn ich bin mehr der Pragmatiker,“ verrät Jörg Mausolf. Zudem pflegt Christian Koch den engen Kontakt ins Lehrerzimmer und weiß, wo den Kollegen der Schuh drückt.

Entscheidungsfreudig und für Argumente offen

Auch Koch bestätigt: „Wir verstehen uns gut und haben Spaß bei der Arbeit.“ Zudem schätzt er am neuen Schulleiter, dass dieser entscheidungsfreudig ist aber dabei auch auf die Argumente anderer hört. „Er kann zuhören, versteht das alles. Aber am Ende trifft er die Entscheidung und hält den Kopf hin,“ so Koch. Was die Schulorganisation anbelangt, herrscht eine klare Arbeitsteilung. Auch in ihrer Zielsetzung sind sich die beiden einig. „Unser Ziel ist es, dass die Schüler gern in die Schule gehen, dass sie sich hinterher gern an die PWS erinnern und dass wir hier ein gutes Miteinander haben – zwischen Lehren, Schülern und Eltern.“

Hier wirkt sich natürlich die überschaubare Größe der Schule mit knapp 120 Schülern in sieben Klassen positiv aus. Man kann auf neue Gegebenheiten gerade jetzt in der Corona-Situation schnell und umfassend reagieren. Das zeigt sich etwa beim Distanzunterricht. Für die Lehrer war die entsprechende Ausrüstung vorhanden.

Nachholbedarf ist gegeben

Einigen Nachholbedarf gab es bei einigen Schülern. Hier bewährt sich der Privatschulcharakter. Der Schulträger mit Sitz in Bayreuth entscheidet bei Neuanschaffungen. Die Schule ist im Begriff jeden Schüler, soweit nötig, mit den entsprechenden Geräten (Tabletts) auszustatten. „Aber man muss auch die Lehrer dafür schulen,“ ergänzt Christian Koch. Beide begrüßen den Schub in Sachen Digitalisierung.

Natürlich herrscht an der Privaten Wirtschaftsschule Lichtenfels nicht nur eitel Sonnenschein. „Unser Hauptproblem ist, dass die Wirtschaftsschule erst ab der 6. Klasse beginnt im Gegensatz zur Realschule oder dem Gymnasium,“ stellt Jörg Mausolf fest. Momentan rekrutieren sich die Schüler damit in erster Linie aus Schulwechslern (unterforderte Mittelschüler, überforderte Gymnasiasten und Realschüler).

Dabei bietet die Wirtschaftsschule zwei Einstiegsmöglichkeiten. Die vierstufige Form startet mit der 6. Jahrgangsstufe als Eingangsklasse. Daneben gibt es noch die zweistufige Form, ab der 10. Klasse; sie wendet sich in erster Linie an Schüler mit einem Hauptschulabschluss oder einem Qualifizierenden Hauptschulabschluss. Beide Schullaufbahnen haben zum Ziel, dass die Schüler den mittleren Bildungsabschluss (Wirtschaftsschulabschluss) erwerben.

Praktische Vorbereitung für Beruf und Leben

Dieses Bildungsziel kann zwar auch an anderen Schulen erreicht werden, „doch wir bereiten ganz praktisch und lebensnah auf den Beruf und das Alltagsleben vor,“ betont Jörg Mausolf. Dazu gehören eben auch so scheinbar banale Dinge wie das Führen eines Girokontos, das Ausfüllen einer Überweisung oder die rechtlichen Grundlagen eines Mietvertrags.

Von Klaus Gagel

Weitere Artikel