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LICHTENFELS

Jetzt gilt die Ausflugsbeschränkung im Landkreis Lichtenfels

Der Betrieb im Corona-Impfzentrum des Landkreises Lichtenfels ist angelaufen, doch mangels Impfstoff ist die Einrichtung noch nicht ausgelastet. Das Archivbild zeigt (v. re.) Landrat Christian Meißner, ärztlichen Koordinator Dr. Jürgen Murmann und der Sachgebietsleiter Hauptverwaltung, Organisation, Toni Spitzenpfeil, vom Landratsamt vor Ort. Foto: Corinna Tübel

Die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus im Landkreis Lichtenfels hat am Samstag die Warnschwelle von 200 bei der Sieben-Tage-Inzidenz überstiegen. Einen so starken Anstieg der Erkrankungen hatte es zuletzt am 8. November gegeben. Damit gilt auch im Landkreis zusätzlich zu den allgemeinen Einschränkungen das Verbot von touristischen Tagesausflügen über einen Umkreis von 15 Kilometern um den Wohnort hinaus. Das Landratsamt appelliert daher an die Bürger, möglichst zu Hause zu bleiben und die Kontakte auf das Notwendigste einzuschränken. Langsame Fortschritte macht die Impfung gegen das Virus, die bisher 1390 vorwiegend ältere Menschen im Landkreis erhalten haben.

„Touristische Tagesausflüge für Personen, die im Landkreis Lichtenfels wohnen, sind derzeit nur in einem Umkreis von 15 Kilometern um die Wohnortgemeinde zulässig“, teilte Andreas Grosch vom Landratsamt mit. Maßgeblich sei die Gemeindegrenze. Diese Regelung könne frühestens wieder entfallen, wenn der Inzidenzwert von 200 seit mindestens sieben Tagen in Folge unterschritten wird. Diese Regelung erfasst ausschließlich touristische Tagesreisen, also in erster Linie Ausflüge, die der Freizeitgestaltung (Wandern, Spazierengehen, freizeitsportliche Aktivitäten) dienen. Einreisebeschränkungen seien nicht vorgesehen. Auch Stadt- und Gemeinderatssitzungen seien weiterhin möglich, wenn dringende Beschlüsse anstehen.

Polizei will bei Ausflugszielen wie dem Staffelberg genau hinschauen

Ein aufmerksames Auge werde die Polizei auf die Einhaltung der 15-Kilometer-Beschränkung haben, kündigte der Lichtenfelser Polizeichef Erich Günther an. So werde bei Verkehrskontrollen auch überprüft, ob ein auswärtiger Fahrer einen triftigen Grund für seine Fahrt habe oder ob es sich um einen touristischen Ausflug handelt. Sollte das der Fall sein, erfolge eine Anzeige beim Landratsamt.

Bei der Anmeldung im Impfzentrum müssen Ausweise und Dokumente vorgelegt werden, wie unter anderem Personalausweis, Impfpass, Krankenversicherungskarte sowie Aufklärungsbögen des Robert-Koch-Instituts. Foto: Bettina Dirauf

Gerade bei Ausflugszielen wie dem Staffelberg, Vierzehnheiligen oder Kloster Banz werde die Polizei genau hinschauen und bei zu großem Andrang auswärtiger Autos notfalls auch die Zufahrt unterbinden oder Parkplätze sperren. „Ich appelliere an die Vernunft der Bürger, sich an die Beschränkungen zu halten“, so Erich Günther. Bisher seien die meisten Bürger einsichtig. So sei der Andrang am Staffelberg am vergangenen Sonntag trotz des guten Wetters überschaubar gewesen.

Währenddessen sind die Impfteams unterwegs, um die Bewohner der Seniorenheime und die Mitarbeiter – sofern sie es möchten – zu impfen. Parallel dazu erfolgen Impfungen von Bürgern über 80 Jahren im Impfzentrum des Landkreises. Etwa die Hälfte der Impfdosen, die der Landkreis erhalten hat, wurde im Impfzentrum verabreicht, doch der Schwerpunkt seien die Seniorenheime und Pflegeeinrichtungen, betont Grosch. So waren die Impfteams auch am vergangenen Wochenende im Einsatz. In den nächsten Tagen sei die Impfung im BRK-Pflegeheim am Weidengarten geplant. Drei Teams mit je drei Mitarbeitern sind dafür unterwegs, bei Bedarf kann bis auf fünf Teams aufgestockt werden. Die Impfbereitsschaft liege bei den Bewohnern der Altenheime bei etwa 57 Prozent, beim Personal sei sie deutlich niedriger.

Vergabe der Impftermine abhängig von der Lieferung des Impfstoffs

„Die Reihenfolge der Einrichtungen, in denen geimpft wird, hängt von der Menge des zur Verfügung stehenden Impfstoffs ab“, erklärt der Sprecher des Landratsamts. „Wir hoffen, dass wir bald genug Dosen haben, um sämtliche Interessierten in den Altenheimen zu impfen.“ Denn der Mangel an Impfstoff bremst den Kampf gegen das Virus vorerst.

Um die Bewohner der Heime nicht unnötig zu belasten, werden die Impftermine so gelegt, dass nach vorheriger Befragung sämtliche Interessierten bei einem Termin geimpft werden können. Schließlich sei die Aufregung durch den Besuch der Teams eine Belastung gerade für von Demenz betroffene Menschen. Und bei der Planung gelte es zu beachten, dass auch genug Dosen für die erforderliche zweite Impfung drei Wochen später vorrätig sind. „Da wir nicht wissen, wie viel Impfstoff wir bekommen, ist die Terminplanung schwierig“, betont Grosch. Vergeben werden nur so viele Termine, wie Impfstoff vorhanden ist.

Online anmelden und auf die Warteliste setzen lassen

Das gilt auch für die Termine im Impfzentrum, wo die Dosen verimpft werden, die nicht für die Heime benötigt werden. Die Terminvergabe erfolgt seit Montag über das bayernweit einheitliche Registrierungsportal, in dem sich Bürger – vorerst nur ab 80 Jahren – anmelden und auf eine Warteliste setzen lassen können. Der Link zu dem Online-Registrierungssystem ist auf der Homepage des Landratsamts zu finden. „Die Bürger werden dann benachrichtigt, wenn Impfstoff zur Verfügung steht und sie in unserem Impfzentrum geimpft werden können“, erklärt Landrat Christian Meißner das neue Online-Tool.

„Sobald unsere Mitarbeiter an der Hotline geschult sind, können wir auch den Bürgern im Landkreis, die kein Internet haben, eine Eintragung ermöglichen“, kündigt der Landrat an. Derzeit gebe es allerdings keine freien Termine im Impfzentrum. Da der Landkreis auch in der zweiten Kalenderwoche 2021 nur sehr geringe Mengen an Impfstoff erhalte, der allerdings für die Bewohner und das Personal in stationären Pflegeeinrichtungen bestimmt sei, könnten momentan keine neuen Termine vergeben werden – weder online, noch in der Hotline. „Gerne würden wir mehr Menschen impfen“, betont Meißner. Auch personell wäre das sehr gut möglich, denn die Auslastung im Impfzentrum und bei den Mobilen Teams liege derzeit bei 25 bis 30 Prozent. „Leider können wir nicht mehr impfen, weil uns nicht mehr Impfstoff geliefert wird“, erläutert der Landkreis-Chef. Er bittet um noch etwas Geduld.

„Leider können wir nicht mehr impfen, weil uns nicht mehr Impfstoff geliefert wird.“
Christian Meißner, Landrat

„Melden Sie sich bitte online an oder bitten Sie Kinder, Enkel oder Nachbarn darum, wenn Sie selbst keinen Internet-Zugang haben“, appelliert Andreas Grosch an die Bürger. Die Online-Registrierung habe zudem den Vorteil, dass die Terminvergabe unabhängig vom Zeitpunkt der Anmeldung durch einen Logarithmus nach gesundheitlichen Kriterien erfolge, so dass die schutzbedürftigsten Menschen möglichst bald einen Termin bekommen. Außerdem seien dadurch die erfragten gesundheitlichen Daten optimal geschützt.

Sobald die Lieferung von Impfstoffen regelmäßiger erfolge, sollen die rund 5000 Bürger über 80 Jahren im Landkreis mit einem Schreiben über die Terminvergabe informiert werden.

Ein Besuch des Impfzentrums ist nur mit vorheriger Terminvereinbarung online unter impfzentren.bayern möglich. Es werden vom Landkreis Lichtenfels derzeit keine Listen zur Vormerkung von Impfungen geführt. Das Landratsamt wird keine Impfberatung am Telefon anbieten. Dies ist ausschließlich den Ärzten im Impfzentrum vorbehalten.

Das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration informiert jeden Tag über jene Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern, für die aufgrund einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 200 Fällen pro 100.000 Einwohnern die '15-km-Regel' für touristische Tagesausflüge gilt, sowie über die Regionen, in denen touristische Tagesreisen untersagt wurden: https://www.corona-katastrophenschutz.bayern.de/hotspotregionen/index.php

Auskunft zu allgemeinen Fragen gibt's bei der Impf-Hotline unter Tel. (09571) 18 160.

 

Von Gerhard Herrmann

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