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LICHTENFELS

JCL: Umzug von Lichtenfels nach Burgkunstadt

JCL am Standort an der „Seewiese“ in Burgkunstadt. Foto: Dieter Radziej

Die JCL Fulfillment Germany GmbH hat den Standort in der Rohrbacherstraße/Werkstraße in Lichtenfels aufgegeben, bleibt dem Landkreis Lichtenfels aber dennoch erhalten. Wie Vorstandsmitglied Svend Hartog auf Nachfrage dieser Redaktion informiert, habe das Logistikunternehmen im Burgkunstadter Gewerbegebiet „Seewiese“ bessere räumliche Möglichkeiten gefunden, bleibe auch in Redwitz – und wolle künftig sogar noch aufstocken, was die Zahl der Mitarbeiter anbelangt.

Mitte Oktober hat JCL seinen Standort an der Rohrbacherstraße aufgegeben. Foto: Markus Drossel
„Wir haben Mitte Oktober den Standort in Lichtenfels geschlossen und sind nach Burgkunstadt gewechselt.“
Svend Hartog, JCL-Vorstandsmitglied

Der damals österreichische und heute schweizerische Konzern JCL hatte sich im November 2009 die bis dato von der Familie Rohrbacher/Nill geführte Möbelspedition „Kraus & Pabst“ mehrheitlich übernommen, die auch bereits in Lichtenfels und Redwitz sowie in Leipzig beheimatet war.

JCL am Standort an der „Seewiese“ in Burgkunstadt. Foto: Dieter Radziej

Nun aber ist Schluss für JCL in der Kreisstadt. „Wir haben Mitte Oktober den Standort in Lichtenfels geschlossen und sind nach Burgkunstadt gewechselt, da das Gelände an der ,Seewiese‘ größer, moderner und geeigneter ist für die Anforderungen an das Endkundengeschäft“, erklärt Hartog, der im JCL-Vorstand verantwortlich ist für das Endkundengeschäft. „Wir sind dort, wo früher der ,Fressnapf‘ war, haben uns in einem Gebäude des Baur-Konzerns eingemietet.“ Ursprünglich wurde das Gebäude von der Firma Nici genutzt.

Die Mitarbeiter seien über dieses Ansinnen bereits im August informiert worden. Keiner von ihnen sei deswegen gekündigt worden, im Gegenteil: „Wir bauen aus, wollen uns vergrößern, um noch mehr Kunden zu erhalten. Wir haben derzeit rund 30 Mitarbeiter an den Standorten Burgkunstadt und Redwitz, insgesamt 100 in Oberfranken. Diese Zahl wollen wir auf 150 aufstocken.“

Auch Lichtenfels' Bürgermeister Hügerich sieht im Umzug Positives

Die Zufahrt zum einst gemeinsamen Werksgelände von „Piano-Express“ und JCL Logistics in Lichtenfels. Foto: Markus Drossel

Vergangene Woche hatte die Unternehmensleitung auch Bürgermeister Andreas Hügerich über den Weggang aus der Korbstadt informiert. „Es war ein angenehmes Gespräch, haben wir doch gesagt, dass die Arbeitsplätze gesichert seien und wir nun eine moderne Arbeitsplatzumgebung aufweisen können“, sagt Svend Hartog. Das Gespräch sei zur Zufriedenheit des Bürgermeisters gewesen, der sich vor allem um die Arbeitnehmer sorgte. Hügerich selbst sagt auf Nachfrage: „Positiv an der Verlagerung ist, dass die Arbeitsplätze erhalten bleiben und voraussichtlich in Zukunft im Landkreis Lichtenfels weiter ausgebaut werden sollen. Wie mit allen Unternehmen im

Auch wenn es auf diesem Schild noch steht: JCL Logistics ist in Lichtenfels nicht mehr zu finden. Foto: Markus Drossel

Lichtenfelser Stadtgebiet stehen unser Citymanager Steffen Hofmann und ich in regem Austausch mit den hier ansässigen Unternehmen, so auch mit der Firma JCL Logistic.“

Für die Immobilie Rohrbacherstraße/Werkstraße gibt es übrigens laut JCL-Vorstand bereits einen Nachmieter.

In seinem Segment ist der Logistiker JCL in Oberfranken führend

„Das Klavier bringt Freude und Freunde ins Haus“ hieß einst das Motto von „Kraus & Pabst“. „In der Tat war auch bei uns schon das ein oder andere Klavier dabei“, erläuterte JCL-Vorstandsmitglied Svend Hartog und muss selbst schmunzeln. „Wir sind aber primär im Möbel-Zweimann-Handling tätig, dort im B2B [Geschäftsbeziehungen von Firma zu Firma, Anm. d. Red.] und vor allem auch im Endkundenbereich. In Oberfranken sind wir in diesem Segment Marktführer.“

Der neue Standort bietet dem Logistiker JCL nach eigenen Angaben bessere Möglichkeiten für die Zukunft. Foto: Dieter Radziej

JCL wurde 1977 gegründet, wird von Stephan Jöbstl geleitet, zählt rund 1150 Mitarbeiter an 40 Standorten in Europa und Asien und erzielte im Geschäftsjahr 2016 rund 360 Millionen Euro Umsatz. Das Unternehmen ist (wieder) zu 100 Prozent in Privatbesitz und hat seinen Hauptsatz seit 2014 in Zug in der Schweiz (vormals Graz).

Und Großinstrumente? Die befördert der „Piano-Express“, der bisherige Nachbar von JCL Logistics auf dem Gelände Rohrbacherstraße/Werkstraße – und ebenfalls vormals „Kraus & Pabst“.

 

Von Markus Drossel

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