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LICHTENFELS

Helfer zu Zeiten von Corona im Landkreis Lichtenfels

„Danke, dass Du da bist!“: Die Pflegekräfte Melanie Hopfenmüller und Vanessa Jüngling freuen sich über von Kindern selbstgebastelte Schutzengel. Foto: Red

Die aktuelle „Corona-Krise“ versetzt nicht nur unser Land in einen Ausnahmezustand, auch das Rote Kreuz im Landkreis Lichtenfels ist in besonderer und vielfältiger Weise davon betroffen.

Bereits am 14. März hat der Präsident des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), Theo Zellner, den Krisenfall im BRK erklärt. Der bayerische Ministerpräsident, Markus Söder, erklärte kurz darauf am 16. März den Katastrophenfall für ganz Bayern. Seit diesem Zeitpunkt befindet sich das Rote Kreuz im „Krisenmodus“. Als Wohlfahrtsverband, Dienstleistungserbringer, Arbeitgeber und wichtiger „Eckpfeiler“ der kritischen Infrastruktur ist es einerseits selbst „Betroffener“, als Hilfsorganisation und Teil des Katastrophenschutzes ist es jedoch gleichzeitig auch „Helfer“.

Koordination durch BRK-Krisenstab

Um die komplexen Herausforderungen bei der Bewältigung der Corona-Krise schultern zu können, wurden im BRK-Kreisverband Lichtenfels von Beginn an zahlreiche Maßnahmen umgesetzt. Im ersten Schritt wurde ein „BRK-Krisenstab“ einberufen, dem haupt- und ehrenamtliche Fachleute aus verschiedenen Arbeits- und Einsatzbereichen im Roten Kreuz angehören.

Der BRK-Krisenstab koordiniert unter der Leitung von BRK-Kreisgeschäftsführer Thomas Petrak alle Rotkreuz-Aktivitäten zur Bewältigung der Krise im Landkreis Lichtenfels. Dabei arbeitet er eng mit den anderen Beteiligten im Bevölkerungs- und Katastrophenschutz zusammen. Teilweise ist er auch auf Anweisung der Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) tätig. Tägliche Lagemeldungen werden an die übergeordneten Instanzen abgegeben.

Regelmäßiger BRK-Leitungskreis

Um die Auswirkungen der Corona-Krise auf die verschiedenen Einrichtungen und Dienste des Roten Kreuzes zu beraten und erforderliche Maßnahmen abzustimmen, finden regelmäßige Treffen der Leitungskräfte mit Fachberatern, wie z.B. Hygienefachkräften, statt. Schwerpunkte der Beratungen waren bisher die Umsetzung der behördlichen Anordnungen, die Beschaffung von Schutzausrüstung sowie die Erarbeitung von Informationen und Praxishilfen für die BRK-Beschäftigten und -Einsatzkräfte.

Auswirkungen auf BRK-Dienste und -Einrichtungen

Die aktuelle Situation erschwert den Dienstbetrieb für alle BRK-Einrichtungen und -Dienste. Manche können aufgrund von behördlichen Auflagen nur noch eingeschränkt arbeiten, andere mussten vollständig geschlossen werden, wie beispielweise die wichtigen Erste-Hilfe-Kurse. Viele der Dienste und Einrichtungen sind jedoch Teil der kritischen Infrastruktur und für die Versorgung der Bevölkerung im Landkreis Lichtenfels zwingend erforderlich. Der BRK-Rettungsdienst transportiert nahezu täglich Covid-19-Patienten und der BRK-Fahrdienst kümmert sich hilfsbedürftige Menschen. In der Pflege werden unter Beachtung einschlägiger Empfehlungen die Betreuungsleistungen weiter aufrechterhalten.

Die BRK-Bereitschaften, die BRK-Wasserwacht und die BRK-Einheiten des Katastrophenschutzes befinden sich in ständiger Alarmbereitschaft. In enger Abstimmung mit dem Krisenstab des BRK-Kreisverbandes halten sich aktuell insgesamt rund 100 ehrenamtlich Aktive bereit, um im Notfall Hilfe zu leisten. Zur Herstellung und Aufrechterhaltung der Einsatzfähigkeit werden fortlaufend die Ausrüstungsgegenstände geprüft sowie die Helferdaten aktualisiert. Auch wurden schon mehrere Einsätze, wie beispielsweise die Desinfektion einer Eisenbahn-Zugmaschine, die Unterstützung und Mitarbeit in der Hilfsaktion „Nähen“ sowie Mithilfe bei den BRK-Blutspendeterminen, durchgeführt. „Nicht nur wir, sondern die gesamte Landkreisbevölkerung kann sich glücklich schätzen, im Ernstfall auf diese Frauen und Männer zählen zu können!“, würdigt BRK-Vorsitzender Christian Meißner das vorbildliche Engagement der Rotkreuz-Aktiven.

Hilfsaktion „Nähen“ einer Erfolgsgeschichte

Schutzausrüstung ist weiterhin Mangelware. Der BRK-Kreisverband initiierte deshalb bereits Mitte März eine außergewöhnliche Hilfsaktion. Mehr als 30 Menschen aus den Landkreisen Lichtenfels, Bamberg und Coburg engagierten sich ehrenamtlich, indem sie Mund-Nasen-Abdeckungen und Kittel nähten. Auch die BRK-Kindertageseinrichtungen in Unnersdorf und Lichtenfels haben sich eingebracht.

Gemeinsam wurden mehr als 2000 Mund-Nasen-Abdeckungen und knapp 1000 Kittel „produziert“, die jetzt als zusätzliche Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter und die betreuten Menschen im Einsatz sind. Das Rote Kreuz wurde bei seinen Bemühungen durch zahlreiche Privatpersonen und auch Firmen unterstützt. Unter anderem wurden Stoffe, Nähgarne, Gummis und Druckluft-Scheren zur Verfügung gestellt.

„Unser aufrichtiger Dank gilt hier insbesondere den ehrenamtlichen Näherinnen und Nähern, den vielen privaten Spendern sowie den Firmen Schöner Leben aus Baunach, Koinor aus Michelau, Tommy M aus Lichtenfels und Zöllner aus Küps, welche uns im Rahmen der Hilfsaktion Nähen großzügig unterstützt haben“, so Thomas Petrak.

Helfer sind rund um die Uhr gefordert

Bei der Bewältigung der Corona-Krise engagieren sich viele Rotkreuzler im BRK-Kreisverband Lichtenfels in besonderem und außergewöhnlichem Maße. Nach den Worten von Thomas Petrak beweisen Menschen in Haupt- und Ehrenamt, von der Leitungs- bis zur Hilfskraft, aktuell in beeindruckender Art und Weise Tatkraft, Mitgefühl und Loyalität. „Das besonne Verhalten hilft, die Krise zu meistern“, ist sich Thomas Petrak sicher.

Regelmäßig erhalten die BRK-Beschäftigten motivierende Briefe und selbstgemalte Bilder, mit denen ihnen für ihren verantwortungsvollen und gemeinnützigen Einsatz gedankt wird. Eines von vielen schönen Beispielen ist hier das von einem Schüler der Klasse 3b der Unnersdorfer Ivo-Hennemann-Grundschule gemalte Bild mit der motivierenden Botschaft „Wir glauben daran: alles wird wieder gut!“

Der Krisenstab des BRK-Kreisverbandes Lichtenfels koordiniert zusammen mit den BRK-Fachberatern Rettungsdienst und Wasserwacht die Rotkreuz-Aktivitäten zur Bewältigung der Corona-Krise im Landkreis Lichtenfels. Foto: red
Das Rote Kreuz produzierte Mund-Nasen-Abdeckungen, Kittel und Schutzvisiere selbst. Die Pflegekräfte der BRK-Sozialstation halfen dabei kräftig mit. Foto: Red

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