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Große Telefonaktion: Was Corona mit der Psyche macht

Dr. Christian Mauerer, Leitender Arzt der Gerontopsychiatrie sowie des Gerotnopsychioatrischen Zentrums am Bezirkskrankenhaus Bayreuth. Foto: RED

Seit fast einem Jahr hat uns die Pandemie fest im Griff – und ein Ende ist trotz Beginn der Impfmaßnahmen noch nicht in Sicht. Neben der Angst vor einer möglichen Ansteckung mit Covid-19 und ihren körperlichen Folgen leiden immer mehr Menschen vor allem seelisch unter den monatelangen Beschränkungen: Sie fühlen sich einsam und unsicher, sind traurig und schauen sorgenvoll in die Zukunft.

Oft hilft es schon, sich seine Sorgen und Nöte einfach mal von der Seele zu reden. Sich jemandem anzuvertrauen, der in seinem beruflichen Alltag jeden Tag auf Menschen trifft, die in einer Krise stecken. Darum findet am Mittwoch, 10. Februar, von 16 bis 18 Uhr, die große Corona-Telefonaktion mit drei Chefärzten und zwei Leitenden Ärzten der GeBO-Standorte Bezirkskrankenhaus Bayreuth und Bezirksklinikum Obermain statt. Zwei Stunden lang sitzen die Fachleute an den Telefonen, hören sich die Fragen, Probleme und Sorgen der Leser an. Sie geben Antworten, Informationen und Ratschläge, wie Sie besser durch diese schwierige Zeit kommen. Als Ärzte in psychiatrischen und somatischen Kliniken wissen sie, wie sich die Pandemie und ihre Folgen auf die psychische und körperliche Gesundheit auswirkt: „Alle Menschen haben von Natur aus ein Grundbedürfnis nach Nähe, menschlicher Wärme, Geborgenheit und Berührung. Werden diese Grundbedürfnisse nicht ausreichend gestillt, entwickeln die Betroffenen nicht selten eine psychische Störung, leiden unter einer Depression, Angst- und Panikattacken“, sagt Dr. Nedal Al-Khatib, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Bezirksklinikum Obermain.

Prof. Dr. Thomas Kallert, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Bezirkskrankenhaus Bayreuth. Foto: red

Fehlende Nähe und Zukunftssorgen können zu Depressionen führen

Professor Dr. Thomas Kallert, Leitender Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Bezirkskrankenhaus Bayreuth ergänzt: „Besonders hart trifft diese Krisensituation mehrere Gruppierungen in der Bevölkerung. Unter anderem Ältere, die bei einer Ansteckung mit besonders schweren Krankheitsverläufen rechnen müssen. Menschen, die wegen der Pandemie um ihre Existenz oder ihren Arbeitsplatz fürchten müssen. Alleinstehende, denen die fehlenden sozialen Kontakte besonders schwer zu schaffen machen. Und Familien, die Homeschooling und Homeoffice unter einen Hut bringen müssen und sich sorgen, dass sie den Anforderungen auf Dauer nicht gerecht werden können und nicht mehr wissen, wie sie ihre Kinder sinnvoll beschäftigen sollen. Aber es trifft auch die Menschen, die schon vor Corona psychische Probleme hatten und jetzt mit einem Rückfall oder der Verstärkung ihrer Symptome zu kämpfen haben.“

Dr. Stephanie Steinmann, Leitende Oberärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie am Bezirkskrankenhaus Bayreuth und der Tagesklinik und Institutsambulanz für Kinder und Jugendliche in Hof. Foto: Red

Inzwischen wissen die meisten, welche typischen Symptome eine Corona-Virus-Infektion mit sich bringt: Husten, Schnupfen, Fieber oder Einschränkungen des Geruchs- und Geschmackssinns. Das Robert-Koch-Institut verweist auch auf Symptome wie Halsschmerzen, Atemnot, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Bindehautentzündung, Hautausschlag, Lymphknotenschwellung, Apathie.

Dr. Nedal Al-Khatib, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Bezirksklinikum Obermain, Kutzenberg. Foto: red

Atemnot, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen als Folgen

Weniger bekannt ist, dass Covid-19-Patienten auch unter Spätfolgen leiden können: „Die Symptome sind vielfältig. Atemnot, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Herzprobleme zählen dazu. Oft bringen Menschen nach einer scheinbar überstandenen Infektion mit dem Corona-Virus diese Langzeitfolgen nicht mehr mit der Viruserkrankung in Verbindung“, sagt Dr. Saleh Al Hamoud, Chefarzt der Inneren Abteilung (Rheumatologie und Lungenfachklinik) am Bezirksklinikum Obermain. Auch er steht Ihnen bei der großen Telefon-Aktion mit seinem Experten-Wissen zwei Stunden lang Rede und Antwort. (red)

Dr. Saleh Al Hamoud, Chefarzt der Inneren Abteilung (Rheumatologie und Lungenfachklinik) am Bezirksklinikum Obermain, Kutzenberg. Foto: Red

Die Experten

Diese Experten sitzen am Mittwoch, 10. Februar, von 16 bis 18 Uhr am Telefon:

• Professor Dr. Thomas Kallert, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Bezirkskrankenhaus Bayreuth. Ihn erreichen Sie unter Tel. (0921) 283 2510.

• Dr. Stephanie Steinmann, Leitende Oberärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie am Bezirkskrankenhaus Bayreuth und der Tagesklinik und Institutsambulanz für Kinder und Jugendliche in Hof. Sie erreichen Sie unter Tel. (0921) 283 2511.

• Dr. Christian Mauerer, Leitender Arzt der Gerontopsychiatrie sowie des Gerotnopsychioatrischen Zentrums am Bezirkskrankenhaus Bayreuth. Seine Telefonnummer ist Tel. (0921) 283 2512.

• Dr. Saleh Al Hamoud, Chefarzt der Inneren Abteilung (Rheumatologie und Lungenfachklinik) am Bezirksklinikum Obermain, Kutzenberg. Der Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie, Schlafmedizin und medikamentöse Tumortherapie beantwortet Leserfragen unter Tel. (09547) 81 71111.

•Dr. Nedal Al-Khatib, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Bezirksklinikum Obermain, Kutzenberg. Der Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie beantwortet Leserfragen unter Tel. (09547) 81 71113.

 

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