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TRIEB

Gerhard Lutz nun Trieber Ortssprecher

Bürgermeister Andreas Hügerich (li.), die Zweite Bürgermeisterin Sabine Rießner (re.) und der Dritte Bürgermeister Mathias Söllner (2. v. li.) beglückwünschten den neu gewählten Trieber Ortssprecher Gerhard Lutz. Foto: Alfred Thieret

Bei der mit einer Bürgerversammlung verbundenen Ortssprecherwahl in Trieb (einschließlich Degendorf), konnte sich Gerhard Lutz überraschend klar gegen den bisherigen Amtsinhaber Hermann Steinbach durchsetzen.

Bürgermeister Andreas Hügerich erläuterte eingangs die Regularien der Wahl. Bei 477 wahlberechtigten Bürgern in Trieb sind 159 Unterschriften zur Wahl eines Ortsprechers nötig, 162 seien eingegangen. Zur Wahl stellten sich neben dem bisherigen Amtsinhaber Hermann Steinbach noch Andrea Müller und Gerhard Lutz.

Ingrid Müller, die Leiterin des Einwohnermeldeamts, leitete die Wahl im Feuerwehrhaus. Überraschend wurde Gerhard Lutz mit 44 Stimmen klar zum neuen Ortssprecher gewählt, während auf den bisherigen Amtsinhaber Hermann Steinbach 16 Stimmen entfielen und Andrea Müller lediglich zwei Stimmen erhielt. Der Bürgermeister bedankte sich bei Hermann Steinbach für sein Engagement in den vergangenen sechs Jahren und beglückwünschte Gerhard Lutz zur Wahl des Ortssprechers und wünschte ihm viel Erfolg.

Der 65-jährige Forstdirektor, der 24 Jahre im Forstamt Lichtenfels und anschließend 15 Jahre in Stadtsteinach tätig war, seit 24 Jahren in Trieb wohnt und in Kürze in den Ruhestand geht, ist voller Tatendrang. Gerhard Lutz möchte sich mit ganzer Kraft für Trieb und Degendorf einsetzen und forderte die Bürger auf, ihn bei diesem Vorhaben zu unterstützen.

Genügend Bedarf für Kindergarten für Trieb

In der Bürgerversammlung meldeten sich viele zu Wort. Ein Hauptthema war dabei der schlechte Zustand der Straße am Krappenberg. Der Bürgermeister sah ebenfalls die Notwendigkeit der Sanierung. Die Planungen hierzu seien gemacht, man sei aber bei der Umsetzung auf Zuschüsse der Regierung von Oberfranken angewiesen. Cecily Benecke, die demnächst ihr viertes Kind zur Welt bringen wird, wünscht sich einen Kindergarten in Trieb. Es gebe im Ort sicher genügend Bedarf und Trieb käme auch als Standort für umliegende Orte infrage. Überhaupt möchte sie, dass nicht nur Kindereinrichtungen in der Innenstadt, sondern vermehrt auch auf dem Land geschaffen würden, um die Dörfer zu stärken. Deshalb unterstützte sie auch bereits die Initiative der Bundestagsabgeordneten Emmi Zeulner für ein Mehrgenerationenhaus, in dem sich Alt und Jung begegnen könnten. Der Ausbau der Krippen und Horte, aber auch der Kindertagesstätten habe höchste Priorität, Verwaltung, Stadtrat und mögliche Träger würden sich damit befassen, die genaue Umsetzung stehe aber noch nicht fest, erklärte der Bürgermeister.

Fehlende Gehsteige und kaputter Radweg

Cecily Benecke verwies auch auf das Problem, dass einige Straßen wie der „Von-Malsen-Ring“ keine Gehsteige haben, was ein Sicherheitsrisiko für Kinder bedeute. Der Bürgermeister stellte fest, dass aufgrund der Straßenverhältnisse der Bau eines Gehsteigs schwierig sei, er werde aber im Rahmen einer Verkehrsschau nach einer Verbesserung suchen. Ebenso wie einige andere Trieber Bürger bemängelte sie den schlechten Zustand des Radweges nach Michelau. Der Bürgermeister musste sie dahingehend vertrösten, dass erst im Zuge des Baus der B173 neu die Realisierung eines Radweges sinnvoll sei.

Johann Schratz, der Vorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr Trieb, sprach die Situation an der Brücke über den Scheidsbach im Bereich der Straße „Langenau“ an. Dort würden sich vor allem bei Hochwasser Sedimente ablagern. Nach Aussage von Stadtbaumeister Gerhard Pülz sollen die Sedimente im Herbst entfernt werden.

Bisher keine Auskunft vom staatlichen Bauamt

Hans Hümmer fragte an, ob der Weg zum Nassanger im Zuge des Baus der B 173 neu erhalten bleibt. In dieser Hinsicht habe er sich mehrfach mit dem staatlichen Bauamt in Verbindung gesetzt, bis jetzt aber ohne Erfolg, erklärte der Bürgermeister. Schließlich monierte noch eine Frau die vielen geparkten Autos im Bereich des Dorfbrunnens. Außerdem forderte sie Bauplätze in Trieb. Diese könne es aber erst dann geben, wenn Grundstücksbesitzer zum Verkauf bereit wären, entgegnete der Bürgermeister.

Ausführlich informierten Stadtbaumeister Gerhard Pülz und Georg Deuerling von der Tiefbauabteilung über die Kanalsanierung in Trieb. Das Kanalnetz in Trieb sei im Lauf der Jahre undicht geworden. Infolge dessen dringe Grundwasser in die Kanäle ein, was dann mit einer Druckleitung nach Lichtenfels in die städtische Kläranlage gepumpt werden müsse. Dies sei eine Belastung für die Kläranlage, die die zusätzlichen Wassermengen verarbeiten müsse. Sowohl aus ökologischen als auch aus ökonomischen Gründen sei die Stadt darauf bedacht, den Fremdwasseranteil in den Kanälen des Stadtgebietes drastisch zu reduzieren. Dadurch werde der Energiebedarf der Kläranlage gesenkt und dem Boden kein wertvolles Grundwasser mehr entzogen.

Die Kanäle werden abgedichtet

Genauere Einzelheiten erläuterte Georg Deuerling. Im Vorjahr sei das Kanalnetz von Trieb sondiert und ein Masterplan erstellt worden. Ende April 2020 hätten die Bauarbeiten begonnen. Nach einer Vorabdichtung der Kanäle, um Fremdwassereinträge in das Kanalnetz zu verhindern, erfolgte im Mai deren Reinigung, sodass Fachfirmen sogenannte Schlauchinliner in die Kanäle einziehen konnten. Dabei handele es sich um Kanalinnenauskleidungen aus mit Kunstharz getränkten Textilschläuchen. Nach Abschluss des ersten Abschnitts der Kanalsanierung in Trieb werde nun der restliche Teil sondiert.

Von Alfred Thieret

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