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LICHTENFELS / COBURG

Geldregen für Creapolis der Hochschule Coburg

Mit Veranstaltungen wie dem Baulabor im Sommer 2019 belebte die Hochschule Coburg das alte Schlachthofgelände. Creapolis etablierte sich schnell zu einem Ort des Mitmachens. Foto: Archiv der Hochschule Coburg

Gute Nachricht für Coburg. Die dortige Hochschule wurde für die zweite Förderrunde des Wettbewerbs „Innovative Hochschule“ ausgewählt. Gut neun Millionen Euro fließen damit in die Region. Auch Lichtenfels profitiert.

Bund und Länder haben vor fünf Jahren gemeinsam eine Initiative ins Leben gerufen, die Hochschulen dabei unterstützt, ihre Ideen, ihr Wissen und ihre Technologien in ihre Region zu bringen. Die Hochschule Coburg war eine der Gewinnerinnen des Wettbewerbs „Innovative Hochschule“. Von 2018 bis Ende 2022 bekommt die sie aus dem Programm insgesamt 6,5 Millionen Euro Förderung für den Ausbau ihrer vielfältigen Innovations- und Transferaktivitäten. Auf dem brachliegenden Gelände des ehemaligen Coburger Schlachthofs konnte so die Innovations- und Vernetzungsplattform CREAPOLIS entstehen.

165 Hochschulen haben sich beworben

Für die zweite Förderrunde von 2023 bis 2027 bewarben sich 165 Hochschulen. Ein unabhängiges Gremium aus Expertinnen und Experten entschied für die Förderung von 13 Verbundvorhaben, an denen mehrere Hochschulen beteiligt sind, sowie für 16 Einzelanträge. Von diesen schaffte es nach der ersten Förderrunde eine Hochschule, mit ihrem Konzept auch noch für eine zweite Förderperiode zu überzeugen: Coburg.

Freude in Coburg ist sehr groß

Prof. Dr. Stefan Gast, Präsident der Hochschule Coburg, sieht „Innovative Hochschule“ als große Chancen für die Region und spricht von Aufbruchsstimmung. „Möglich wurde das durch die großartige Leistung des Teams. Ich danke den beteiligten Kolleginnen und Kollegen von Herzen für ihr außergewöhnliches Engagement. Die greifbaren Erfolge der vergangenen Jahre und das herausragende Konzept für den künftigen Hochschulstandort Coburg haben das Gremium überzeugt.“

9,1 Millionen Euro Fördersumme werden insgesamt für das Nachfolgeprojekt „Creapolis + design“ bereitgestellt, davon gehen 7,6 Millionen Euro an die Hochschule. Sie hat den Antrag mit Partnern aus der Region eingereicht: der Lucas-Cranach-Campus-Stiftung Kronach, dem Förderverein des Forschungs- und Anwendungszentrums für digitale Zukunftstechnologien FADZ Lichtenfels und dem Coburger Designforum Oberfranken CDO Coburg.

„Mit den Mitteln der Förderung sind wir nun in der Lage, die Visionen, die im Antrag dargestellte Weiterentwicklung unserer Hochschule, beherzt in Angriff zu nehmen“, kündigt der Präsident an. Die Bund-Länder-Initiative setze damit auch ein klares Zeichen für die Region.

Innovationsdreieck Coburg-Kronach-Lichtenfels

Erfahrungen aus den vergangenen fünf Jahren werden im Folgeprojekt auch auf das Innovationsdreieck Coburg – Kronach – Lichtenfels übertragen. Welche Bereiche das betrifft? Prof. Dr. Felix Weispfenning, Vizepräsident für Transfer, Nachhaltigkeit und Öffentlichkeitsarbeit, fallen auf Anhieb einige ein: Wissen- und Technologietransfer, Netzwerk- und Veranstaltungsmanagement, Kreativitätsförderung, Maker-Kultur, Wissenschaftsdialog, gesellschaftliches Engagement. „Alle Dimensionen unserer Transferstrategie werden zusammengedacht und adressatengerecht vermittelt“, erklärt Weispfenning.

Dass in Coburg weiterentwickelt wird, was seit 2018 aufgebaut wurde, freut Creapolis-Projektleiter Dr. Markus Neufeld besonders. „Ich denke vor allem an den Creapolis Makerspace in der Alten Kühlhalle.“ Die Entscheidung des Gutachtergremiums für Coburg zeige auch, dass hier in den vergangenen Jahren hervorragende Grundlagen geschaffen wurden. „Diese können wir in den nächsten fünf Jahren weiterentwickeln“, sagt Neufeld. Geplant ist, ab 2023 das Thema Design ins Zentrum der Transferaktivitäten des Projekts zu rücken. Dies soll sich in der Umgestaltung der Industriebrache am Schlachthof- und Güterbahnhofsareal Coburg zum „Mitmachcampus“ manifestieren.

Die ausgewählten Projekte wurden dieser Tage bekannt gegeben. Die Vorsitzende der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK), Bettina Stark-Watzinger, Bundesministerin für Bildung und Forschung, hob dabei die Bedeutung der Hochschulen und der kleineren und mittleren Unis hervor: „Sie sind mit ihrer Verankerung in der Region Innovationsmotoren für unser Land.“

Der stellvertretende Vorsitzende der GWK und bayerischer Wissenschaftsminister, Markus Blume, sagte: „Durch die Förderung der strategischen Vernetzung in Verbünden, Netzwerken und innovativen Formen im Rahmen der zweiten Förderrunde wird die zentrale Stellung, die Hochschulen im regionalen Innovationssystem innehaben, nun weiter ausgebaut werden.“

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